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•NEUES THEMA28.12.2025, 11:08 Uhr
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• Archäologie: riesige Bronzezeitstadt in Kasachstan entdeckt
Diesmal nicht vom Urwald überwuchert, sondern in einer Steppe gelegen. Diesmal aus der Bronzezeit ... In der Steppe Kasachstans wurde eine riesige Bronzezeitstadt entdeckt, leicht zugänglich.
Vorgestellt vom Nadja Podbregar am 19. Nov. auf scinexx.de:
Riesige Bronzezeit-Stadt in der Steppe entdeckt
3.600 Jahre alte Siedlung mit "Reihenhäusern" in Kasachstan war 140 Hektar groß
Spektakulärer Fund: In der Steppe Kasachstans haben Archäologen die Relikte einer 140 Hektar großen Bronzezeit-Metropole entdeckt – der größten der gesamten Region. Die 3.600 Jahre alte Siedlung Semiyarka umfasst wie auf dem Reißbrett geplante Hausreihen, ein größeres Gebäude und zahlreiche Werkstätten zur Bronzeherstellung. Ausmaß und Struktur dieser Steppenstadt seien einzigartig für diese Zeit und Gegend, berichtet das Team. Ungewöhnlich auch: Die Gründer dieser Siedlung kamen aus einer nomadischen Kultur.
Ob Skythen, Mongolen oder die Jamnaja-Kultur: Die heute eher dünn besiedelten Steppen Zentralasiens waren die Brutstätte für bahnbrechende Innovationen und Kulturen. Dort zähmten und züchteten Steppenbewohner die ersten Pferde, erfanden das Rad und entwickelten die indoeuropäische Sprache. In der Bronzezeit brachten die nach Europa vordringende Reiternomaden unseren Vorfahren einen enormen kulturellen Entwicklungsschub.
In den letzten Jahren haben Archäologen zudem immer wieder erstaunlich wohlstrukturierte Siedlungen in der Steppe entdeckt. Diese Steppenstädte entstanden vor rund 4.000 Jahren scheinbar aus dem Nichts in den Weiten Zentralasiens.
140 Hektar große Steppenstadt
Die bisher größte Steppenstadt der Bronzezeit hat nun ein Team um Miljana Radivojevic vom University College London entdeckt. Sie hatten eine Fundstätte in Kasachstan näher untersucht, in der schon vor rund 25 Jahren erste, rund 3.600 Jahre alte Relikte von Gebäuden gefunden wurden. Schon damals sorgten die rund einen Kilometer langen Reihen von regelmäßig angeordneten, rechteckigen Hausresten für Erstaunen. Wie groß diese Semiyarka getaufte Siedlung aber war, blieb zunächst unklar.
Jetzt enthüllen die neuen Untersuchungen: Semiyarka ist weit größer als ursprünglich angenommen. Diese auf einem Vorsprung oberhalb des Flusses Irtysch gelegene Bronzezeit-Siedlung erstreckte sich über rund 140 Hektar. Sie ist damit die größte bekannte Stadt dieser Zeit und Region. Der Name Semiyarka bedeutet „Sieben Schluchten“ und leitet sich von dem Netzwerk von Tälern ab, das die Siedung von ihrer strategisch günstigen Lage aus überblickte.
Prähistorische Reihenhäuser wie vom Reißbrett
„Dies ist eine der bemerkenswertesten archäologischen Entdeckungen in dieser Region seit Jahrzehnten. Das Ausmaß und die Struktur von Semiyarka sind einzigartig. Es war ein echtes urbanes Zentrum der Steppe“, sagt Radivojevic. Ihre Untersuchungen zeigen, dass die rechteckigen Häuser der Stadt in zwei Reihen und regelmäßigen Abständen angeordnet waren – wie bei einer modernen Reihenhaussiedlung. Die beiden Häuserreihen trafen sich in einem flachen Winkel.
Ungewöhnlich dabei: Die Fundamente der Wohnhäuser sind von rund einen Meter hohen Erdwällen umgeben. „Solche Wälle um einzelne Strukturen statt der gesamten Siedlung sind bislang einzigartig“, berichten die Archäologen. Die hinter den Erdwällen liegenden, dicken Hauswände waren aus Lehmziegeln erbaut, das Gebäudeinnere war zudem in mehrere Innenräume aufgeteilt. „Diese Struktur deutet auf ein hohes Maß an architektonischem Planen hin“, schreiben Radivojevic und ihr Team.
Fast genau am Treffpunkt der beiden Häuserreihen stand ein größeres Gebäude, rund doppelt so groß wie die Wohnhäuser – möglicherweise ein Versammlungsraum, ein Ritualort oder das Haus einer mächtigen Familie. „Die rechtwinkligen Gehöfte und das potenziell monumentale Gebäude zeigen, dass die bronzezeitlichen Gemeinschaften hier fortschrittliche, geplante Siedlungen entwickelten, ähnlich wie ihre Zeitgenossen in traditionelleren ,urbanen‘ Teilen der alten Welt“, sagt Koautor Dan Lawrence von der Durham University.
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Vorgestellt vom Nadja Podbregar am 19. Nov. auf scinexx.de:
Riesige Bronzezeit-Stadt in der Steppe entdeckt
3.600 Jahre alte Siedlung mit "Reihenhäusern" in Kasachstan war 140 Hektar groß
Spektakulärer Fund: In der Steppe Kasachstans haben Archäologen die Relikte einer 140 Hektar großen Bronzezeit-Metropole entdeckt – der größten der gesamten Region. Die 3.600 Jahre alte Siedlung Semiyarka umfasst wie auf dem Reißbrett geplante Hausreihen, ein größeres Gebäude und zahlreiche Werkstätten zur Bronzeherstellung. Ausmaß und Struktur dieser Steppenstadt seien einzigartig für diese Zeit und Gegend, berichtet das Team. Ungewöhnlich auch: Die Gründer dieser Siedlung kamen aus einer nomadischen Kultur.
Ob Skythen, Mongolen oder die Jamnaja-Kultur: Die heute eher dünn besiedelten Steppen Zentralasiens waren die Brutstätte für bahnbrechende Innovationen und Kulturen. Dort zähmten und züchteten Steppenbewohner die ersten Pferde, erfanden das Rad und entwickelten die indoeuropäische Sprache. In der Bronzezeit brachten die nach Europa vordringende Reiternomaden unseren Vorfahren einen enormen kulturellen Entwicklungsschub.
In den letzten Jahren haben Archäologen zudem immer wieder erstaunlich wohlstrukturierte Siedlungen in der Steppe entdeckt. Diese Steppenstädte entstanden vor rund 4.000 Jahren scheinbar aus dem Nichts in den Weiten Zentralasiens.
140 Hektar große Steppenstadt
Die bisher größte Steppenstadt der Bronzezeit hat nun ein Team um Miljana Radivojevic vom University College London entdeckt. Sie hatten eine Fundstätte in Kasachstan näher untersucht, in der schon vor rund 25 Jahren erste, rund 3.600 Jahre alte Relikte von Gebäuden gefunden wurden. Schon damals sorgten die rund einen Kilometer langen Reihen von regelmäßig angeordneten, rechteckigen Hausresten für Erstaunen. Wie groß diese Semiyarka getaufte Siedlung aber war, blieb zunächst unklar.
Jetzt enthüllen die neuen Untersuchungen: Semiyarka ist weit größer als ursprünglich angenommen. Diese auf einem Vorsprung oberhalb des Flusses Irtysch gelegene Bronzezeit-Siedlung erstreckte sich über rund 140 Hektar. Sie ist damit die größte bekannte Stadt dieser Zeit und Region. Der Name Semiyarka bedeutet „Sieben Schluchten“ und leitet sich von dem Netzwerk von Tälern ab, das die Siedung von ihrer strategisch günstigen Lage aus überblickte.
Prähistorische Reihenhäuser wie vom Reißbrett
„Dies ist eine der bemerkenswertesten archäologischen Entdeckungen in dieser Region seit Jahrzehnten. Das Ausmaß und die Struktur von Semiyarka sind einzigartig. Es war ein echtes urbanes Zentrum der Steppe“, sagt Radivojevic. Ihre Untersuchungen zeigen, dass die rechteckigen Häuser der Stadt in zwei Reihen und regelmäßigen Abständen angeordnet waren – wie bei einer modernen Reihenhaussiedlung. Die beiden Häuserreihen trafen sich in einem flachen Winkel.
Ungewöhnlich dabei: Die Fundamente der Wohnhäuser sind von rund einen Meter hohen Erdwällen umgeben. „Solche Wälle um einzelne Strukturen statt der gesamten Siedlung sind bislang einzigartig“, berichten die Archäologen. Die hinter den Erdwällen liegenden, dicken Hauswände waren aus Lehmziegeln erbaut, das Gebäudeinnere war zudem in mehrere Innenräume aufgeteilt. „Diese Struktur deutet auf ein hohes Maß an architektonischem Planen hin“, schreiben Radivojevic und ihr Team.
Fast genau am Treffpunkt der beiden Häuserreihen stand ein größeres Gebäude, rund doppelt so groß wie die Wohnhäuser – möglicherweise ein Versammlungsraum, ein Ritualort oder das Haus einer mächtigen Familie. „Die rechtwinkligen Gehöfte und das potenziell monumentale Gebäude zeigen, dass die bronzezeitlichen Gemeinschaften hier fortschrittliche, geplante Siedlungen entwickelten, ähnlich wie ihre Zeitgenossen in traditionelleren ,urbanen‘ Teilen der alten Welt“, sagt Koautor Dan Lawrence von der Durham University.
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Bronzezeitstadt Kasachstan.jpg
•NEUER BEITRAG28.12.2025, 11:17 Uhr
EDIT: arktika
28.12.2025, 11:29 Uhr
28.12.2025, 11:29 Uhr
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„Zentrum für die metallurgische Produktion“
Doch Semiyarka war nicht nur eine Wohnsiedlung, sondern auch ein metallurgisches Zentrum der Bronzezeit. Davon zeugt eine „Industriezone“ am südöstlichen Ende der Steppenstadt. Dort entdeckten die Archäologen zahlreiche Erzreste, Schmelztiegel, Schlacke, Gießabfall und fertige Bronzeobjekte. Menge und Verteilung der metallurgischen Relikte deuten auf komplexe Produktionsanlagen für Zinnbronze hin, der wichtigsten Bronzelegierung der Bronzezeit, wie Radivojevic und ihr Team berichten.
„Unsere Funde legen nahe, dass Semiyarka ein hochorganisiertes Zentrum für die metallurgische Produktion war“, schreiben die Archäologen. Das sei ein unerwarteter Fund für die eurasische Steppe. Denn bisher wurden zwar viele Zinnbronzeobjekte in der Steppe gefunden. Aber nur in einer weiteren Siedlung, dem spätbronzezeitlichen Bergbauort Askaraly im Osten Kasachstans, hat man Hinweise auf eine Herstellung der Zinnbronze gefunden.
„Semiyarka widerlegt bisherige Annahmen, nach denen die halbnomadischen Steppengemeinschaften keine strukturierte metallurgische Ökonomie besaßen“, schreiben die Archäologen. Denn in der kasachischen Steppenstadt gab es einen ganzen Stadtteil, der der Herstellung von Zinnbronze gewidmet war – was auf eine hoch organisierte Industrie dieses begehrten Metalls hindeutet. Die Rohstoffe für diese Bronze stammten wahrscheinlich aus Kupfer- und Zinnvorkommen im angrenzenden Altai-Gebirge.
Neuer Blick auf Steppenkulturen
Zusammengenommen wirft die Steppenstadt Semiyarka ein neues Licht auf die Entwicklungen in einer Zeit, als lokale Nomadengemeinschaften begannen, dauerhafte, urbanisierte Siedlungen zu gründen. „Dies zeigt, dass mobile Gemeinschaften in der Lage waren, dauerhafte, organisierte Siedlungen zu errichten und zu erhalten – mitsamt einer groß angelegten metallurgischen Industrie“, sagt Radivojevic.
Die Forschenden hoffen, in Zukunft mehr darüber zu erfahren, wie die Gemeinschaft von Semiyarka die Produktion und den Handel mit ihren Nachbarn organisierte. Die Archäologen haben in der Umgebung bereits mehrere Gräberfelder und temporäre Siedlungen aus derselben Zeit identifiziert. Dies könnte mehr Aufschluss darüber geben, welcher Steppenkultur die bronzezeitlichen Bewohner von Semiyarka angehörten. (Antiquity Project Gallery, 2025; doi: 10.15184/aqy.2025.10244)
Quelle: University College London
Link ...jetzt anmelden!
Die Originaluntersuchung von Miljana Radivojević, Dan Lawrence, Victor K. Merz, Ilya V. Merz & al. A major city of the Kazakh Steppe? Investigating Semiyarka’s Bronze Age legacy steht unter Link ...jetzt anmelden!
„Zentrum für die metallurgische Produktion“
Doch Semiyarka war nicht nur eine Wohnsiedlung, sondern auch ein metallurgisches Zentrum der Bronzezeit. Davon zeugt eine „Industriezone“ am südöstlichen Ende der Steppenstadt. Dort entdeckten die Archäologen zahlreiche Erzreste, Schmelztiegel, Schlacke, Gießabfall und fertige Bronzeobjekte. Menge und Verteilung der metallurgischen Relikte deuten auf komplexe Produktionsanlagen für Zinnbronze hin, der wichtigsten Bronzelegierung der Bronzezeit, wie Radivojevic und ihr Team berichten.
„Unsere Funde legen nahe, dass Semiyarka ein hochorganisiertes Zentrum für die metallurgische Produktion war“, schreiben die Archäologen. Das sei ein unerwarteter Fund für die eurasische Steppe. Denn bisher wurden zwar viele Zinnbronzeobjekte in der Steppe gefunden. Aber nur in einer weiteren Siedlung, dem spätbronzezeitlichen Bergbauort Askaraly im Osten Kasachstans, hat man Hinweise auf eine Herstellung der Zinnbronze gefunden.
„Semiyarka widerlegt bisherige Annahmen, nach denen die halbnomadischen Steppengemeinschaften keine strukturierte metallurgische Ökonomie besaßen“, schreiben die Archäologen. Denn in der kasachischen Steppenstadt gab es einen ganzen Stadtteil, der der Herstellung von Zinnbronze gewidmet war – was auf eine hoch organisierte Industrie dieses begehrten Metalls hindeutet. Die Rohstoffe für diese Bronze stammten wahrscheinlich aus Kupfer- und Zinnvorkommen im angrenzenden Altai-Gebirge.
Neuer Blick auf Steppenkulturen
Zusammengenommen wirft die Steppenstadt Semiyarka ein neues Licht auf die Entwicklungen in einer Zeit, als lokale Nomadengemeinschaften begannen, dauerhafte, urbanisierte Siedlungen zu gründen. „Dies zeigt, dass mobile Gemeinschaften in der Lage waren, dauerhafte, organisierte Siedlungen zu errichten und zu erhalten – mitsamt einer groß angelegten metallurgischen Industrie“, sagt Radivojevic.
Die Forschenden hoffen, in Zukunft mehr darüber zu erfahren, wie die Gemeinschaft von Semiyarka die Produktion und den Handel mit ihren Nachbarn organisierte. Die Archäologen haben in der Umgebung bereits mehrere Gräberfelder und temporäre Siedlungen aus derselben Zeit identifiziert. Dies könnte mehr Aufschluss darüber geben, welcher Steppenkultur die bronzezeitlichen Bewohner von Semiyarka angehörten. (Antiquity Project Gallery, 2025; doi: 10.15184/aqy.2025.10244)
Quelle: University College London
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