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unofficial world wide web avantgarde
15.07.2016, 23:15 Uhr
Communarde
secarts

• Türkei: Putsch gegen Erdogan?Klingt alles noch recht verworren:
- Militär spricht von "vollständiger Machtübernahme",
- Armee entwaffnet Polizei,
- Generalstabschef von Armee als Geise lgenommen (?)
- Erdogan "in Sicherheit"...

Es wird wohl gekämpft in Istanbul, das Militär will den Atatürk-Flughafen erobert haben.

Entscheidend dürfte dies hier sein:
In der Erklärung der Streitkräfte hieß es, sie hätten die Macht übernommen, um die demokratische Ordnung zu erhalten und Menschenrechte zu schützen. Der Text wurde per E-Mail und über örtliche Medien verbreitet. Weiter hieß es, die Rechtsstaatlichkeit habe Priorität. Die Beziehungen zum Ausland würden unverändert beibehalten. Link ...jetzt anmelden!

Räumen da die Amerikaner oder die Deutschen mit einem unbotmäßigen Verbündeten auf? Naja, ein neulich geschasster AKP-Chef steht potentiell bereit...
15.07.2016, 23:29 Uhr
Communarde
retmarut

Türkei: Putsch gegen Erdogan?Spannende Entwicklung.
15.07.2016, 23:32 Uhr
Communarde
secarts

Türkei: Putsch gegen Erdogan?Erdogan und Ministerpräsident Yildirim scheinen sich frei bewegen und äußern zu können. Es bleibt also alles offen.

Scheinbar ist Erdogan am Flughafen Istanbul festgesetzt und versucht seine Anhänger per Skype dorthin zu mobilisieren. Die Zentrale der AKP soll gestürmt worden sein, am Flughafen fahren Panzer auf. Auch Bürgerkrieg ist keineswegs ausgeschlossen, bei der fanatisierten Anhängerschaft....
15.07.2016, 23:54 Uhr
Communarde
retmarut

Türkei: Putsch gegen Erdogan?SPON, 23.52:
Mit Verweis auf eine Quelle aus dem US-Militär berichtet der Sender NBC News, dass Erdogan auf dem Weg nach Deutschland sei. Demnach wurde ihm keine Landeerlaubnis erteilt. In einem Telefonat mit dem türkischen Sender CNN Türk erklärte Erdogan selbst, er sei auf dem Weg nach Ankara.
15.07.2016, 23:55 Uhr
Communarde
retmarut

Türkei: Putsch gegen Erdogan?Vielleicht erledigt sich damit auch Böhmermanns juristisches Erdogan-Problem.
16.07.2016, 00:24 Uhr
Communarde
Rainer

Türkei: Putsch gegen Erdogan?"Vielleicht erledigt sich damit auch Böhmermanns juristisches Erdogan-Problem."

Aber mal im Ernst : Wenn Erdogan hier Asyl ersuchen sollte dann steckt vermutlich die BRD hinter dem Putsch.Das wird ihm dann vermutlich als Alternative eröffnet worden sein, ein Leben im Luxus und Exil wenn er die Schnauze hält,oder viel Spaß mit den Putschisten...

Die Militärs scheinen aufs Ganze zu gehen.Wer die Luftwaffe in Millionenstädten einsetzt hat nix zu verlieren
16.07.2016, 00:42 Uhr
Communarde
secarts

Türkei: Putsch gegen Erdogan?Auf Twitter wird u. a. von Oppositionellen aus der Türkei von Verhaftungen unter Abgeordneten der prokurdischen HDP berichtet. Ich kann die Glaubwürdigkeit nicht einschätzen.

Zumindest aber für den Bürgerkrieg gegen die Kurden dürfte auch ein siegreiches Militär keine bessere Option als ein Sieg Erdogans sein. Für die Kurden in den Bürgerkriegsgebieten ist schließlich seit Jahrzehnten des Militär der Gegner, ob mit oder ohne Erdogan...

Weitere Twittermeldugnen melden Panzerbeschuss des Flughafens, Angriffe vom Boden auf die Luftwaffe, die über den Großstädten fliegt, wie auch Feuer von Helikoptern auf Geheimdienstzentrale und Präsidentenpalast. Die Muezzine rufen wohl derzeit pro Erdogan auf die Straßen, es soll erste Zusammenstöße zwischen Polizei und Armee wie auch Demonstranten geben. Das klingt schon alles nach Bürgerkrieg.
16.07.2016, 12:10 Uhr
Communarde
MARFA

Türkei: Putsch gegen Erdogan?Angeblich alles vorbei, Hunderte Tote und Festnahmen. Erdogan beschuldigt die Hizmetbewegung (Gülen = USA). Falls das nachweisbar ist, könnte die ganze NATO knirschen.

Habe neulich gelesen daß Erdogan nach seiner spektakulären Versöhnung mit Putin eine Integration in das chinesisch dominierte Projekt der "Neuen Seidenstraße" anstrebt nachdem die neoosmanischen Träumereien gescheitert sind. Ob das dahinter steckt?!
16.07.2016, 12:26 Uhr
Communarde
ZockyMcZoc

Türkei: Putsch gegen Erdogan?Internet und handynetze scheinen immer noch nicht wieder reibungslos zu funktionieren. Versuche seit heute Nacht Kontakt zu Freunden aufzunehmen die in Istanbul sind, kein Netz...

Irgendwas von seiten der Putschisten scheint richtig schief gegangen zu sein. Als Erdogans bizarres wackelvideo online ging dacht ich mir schon: das wird nix.

Wie hier schon erwähnt, es wäre vermutlich Pest oder Cholera geworden. Nun hat Erdogan freie Hand für ein faschistisches Regime.
16.07.2016, 13:02 Uhr
Communarde
secarts

Türkei: Putsch gegen Erdogan?Eine Racheorgie scheint umzugehen, die Zahl der Toten steigt weiter.

Ob der Putschversuch politische Konsequenzen bis hin zu einem NATO-Austritt nach sich zieht, wird sich zeigen, für sehr wahrscheinlich halte ich das nicht. Immerhin, falls die USA dahinter stecken sollten: spätestens zum Zeitpunkt von Kerrys Statement, dass die gewählte Regierung unterstützt wird, scheint das Scheitern des Putsches in Washington klar gewesen zu sein. Das war irgendwann kurz nach Mitternacht, also frühzeitig. Andererseits, immer die Richtigkeit der Annahme, es mit einem Versuch US-amerikanischer Kreise zu tun zu haben, vorausgesetzt: Erdogan sollte nun kapiert haben, dass er in einer an der NATO angebundenen Militärstruktur niemals sicher sein kann.

Auch Gerüchte, der ganze Putsch sei eine Inszenierung der Regierung gewesen, um eine Präsidialdiktatur durchzupeitschen, gehen um. Das erscheint mir aus zwei Gründen wenig plausibel: einmal hat Erdogan legale Möglichkeiten und keinerlei erkennbaren politischen Widerstand zu fürchten, um das Präsidialsystem, das er ja ständig offenherzig ankündigt, durchzusetzen. Und dann wären die Effekte für eine Inszenierung doch beinahe hyperrealistisch zu nennen: solch ein Chaos, mit allen zu erwartenden Implikationen, wird wohl niemand kalkulieren. Merkwürdig immerhin, dass der Putsch erstaunlich "führerlos" ablief. Für gewöhnlich präsentiert sich rasch ein Kollegium, ein Generalsrat oder ein nationaler Retter, um das Machtvakuum zügig zu füllen. Das gab es hier nicht - vielleicht aus banalen Gründen (Anführer tot?), siehe weiter unten.

Zeitungsberichten zufolge soll ein Hotel, in dem Erdogan Urlaub machte, kurz nach seiner raschen Abreise gestern abend bombardiert worden sein. Es ist also gut möglich, dass der Putsch daran scheiterte, dass Erdogan nicht ausgeschaltet werden konnte. Zudem scheint die Kontrolle über die Medien unzureichend gewesen zu sein: bei einer völligen Internetsperre hätte Erdogans Videobotschaft kaum so rasche Bedeutung erlangen können. Erst Stunden nach dem Militäraufmarsch wurden einzelne Fernsehsender (CNN turk) vom Militär besetzt. Das sieht ziemlich dilettantisch - oder schwach - aus. Die Struktur der religiösen Institutionen scheint seitens der Putschisten fahrlässig ignoriert worden zu sein, die Gebetsausrufer haben die Aufforderungen der Regierung effektiv multipliziert. Die heftigen Kämpfe um Polizeizentrale, Geheimdienstsitz und Regierungsstellen zeigt, dass erhebliche Teile der Repressionsorgane nicht in die Putschpläne integriert werden konnten - Erdogan hatte ja auch viel Zeit für Säuberungen (Ergenekon-Affäre, etc.). Fatal vermutlich auch, dass die Luftwaffe nicht in Händen der Putschisten war, so wurde eventuell gar ein Hubschrauber mit Drahtziehern des Putsches durch einen Kampfjet abgeschossen. Erdogan selbst konnte unbehelligt über das Land fliegen und in Istanbul landen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt brach der Putsch in sich zusammen.

Mehr lässt sich derzeit kaum gesichert sagen. Außer vielleicht das: die inneren Widersprüche in der Türkei werden sich definitiv weiter zuspitzen. Auch die ökonomische Lage dürfte noch einmal erheblich leiden. So oder so, Erdogans Wirken ist endlich. Auch wenn nun wohl seitens seiner Gegner höchstens noch ein gewaltiges Attentat in Betracht gezogen werden kann.
16.07.2016, 15:58 Uhr
Communarde
RevLeft

Türkei: Putsch gegen Erdogan?Oha ! Us-konsulat meldet grad daß türkische Sicherheitskräfte den von Bundeswehrsoldaten genutzten Luftwaffenstützpunkt Incirlik abriegeln !

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16.07.2016, 16:31 Uhr
Communarde
RevLeft

Türkei: Putsch gegen Erdogan?Spon :

Das US-Konsulat meldet die Abriegelung des Nato-Stützpunktes bei İncirlik, im Süden der Türkei. Auch der Strom soll abgestellt worden sein. Sicherheitskräfte untersagten die Zu- und Abfahrt auf das Gelände, heißt es in einer Stellungnahme auf der Website des US-Konsulats. Der türkische Luftwaffenstützpunkt wird von der U.S. Air Force zur Versorgung der US-Streitkräfte in Irak und Afghanistan genutzt. Die USA fliegen von Incirlik aus außerdem Luftangriffe gegen die Terrormiliz IS. Die Bundeswehr hat dort derzeit 240 Soldaten stationiert.

US Außenministerium :

Emergency Message for U.S. Citizens: Incirlik Air Base and Adana Airport Information, July 16

July 16, 2016

Be advised that local authorities are denying movements on to and off of Incirlik Air Base. The power there has also been cut. Please avoid the air base until normal operations have been restored.

In addition, the Adana airport has re-opened but flights to and from Istanbul and Ankara remain suspended. Please check the website of your airline for up to date flight information before going to the airport.

For further detailed information regarding Turkey and travel:

See the State Department's travel website for the Worldwide Caution, Travel Warnings, Travel Alerts, and Turkey’s Country Specific Information.
Enroll in the Smart Traveler Enrollment Program (STEP) to receive security messages and make it easier to locate you in an emergency.
Contact the U.S. Embassy in Ankara, located at 110 Ataturk Boulevard, Kavaklidere, 06100 Ankara, at +90-312-455-5555,8:30 a.m. to 5:30 p.m. Monday through Friday. After-hours emergency number for U.S. citizens is +90-312-455-5555 or +90-212-335-9000 (U.S. Consulate General Istanbul).
Contact the U.S. Consulate General in Istanbul, located at 2 Uçsehitler Sokagi, 34460, Istinye, Sariyer, at +90-212-335-9000.
Contact the U.S. Consulate in Adana, located at 212 Girne Bulvari, Guzelevler Mahallesi, Yuregir, Adana at +90-322-455-4100.
Contact the Consular Agency in Izmir at Mail ...jetzt anmelden!.
Call 1-888-407-4747 toll-free in the United States and Canada or 1-202-501-4444 from other countries from 8:00 a.m. to 8:00 p.m. Eastern Standard Time, Monday through Friday (except U.S. federal holidays).
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16.07.2016, 16:59 Uhr
Communarde
retmarut

Türkei: Putsch gegen Erdogan?Jetzt kommt erst mal die Abrechnung. Da wird man nicht zimperlich sein, extralegale Toetungen eingeschlossen. Mancher wird fuer Jahrzehnte im Knast landen.
Zugleich, darauf hat Secarts bereits hingewiesen, raeumt Erdogan gleich mit Teilen der Opposition auf: Saeuberungen im Justiz- und Militaerapparat, Oppositionelle (auch wenn sie den Putsch verurteilt haben) werden sicher in den kommenden Wochen wegen Landesverrats eingeknastet. Das gibt eine oder mehrere wirklich grosse Saeuberungswelle.
Beste Voraussetzungen fuer die kommende vorgezogene Wahl und eine verfassungsaendernde Mehrheit der AKP.

An der NATO-Mitgliedschaft wird sich nichts aendern. Warum sollte die Tuerkei denn auch daraus austreten, ist schliesslich nur von Vorteil. Zudem: Russland haette auch nichts zu bieten. Ich finde solche Spekulationen ziemlich absurd.

Vermutlich wird die Tuerkei, sobald der Offizierskader gesaeubert wurde, aktiv in den Syrienkrieg eingreifen, nicht mehr nur durch Unterstuetzung von dortigen Paramilitaers.

Erdogan sitzt erst einmal sicherer im Sattel als vorher, aber die innertuerkischen Widersprueche sind nicht kleiner geworden.
16.07.2016, 17:14 Uhr
Communarde
tolpatchow

Türkei: Putsch gegen Erdogan?Zu den Entwicklungen in der Luftwaffenbasis Incirlik meldet das für gewöhnlich gut informierte blog "Augen geradeaus":

Auch nach dem Ende des Militärputsches in der Türkei blieb die Luftwaffenbasis Incirlik im Süden des Landes, auf der unter anderem deutsche Soldaten stationiert sind, vorerst weitgehend abgeriegelt. Weiterhin gelte die Schutzstufe (Force Protection Condition) Delta, sagte eine Sprecherin des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr am (heutigen) Samstag. Allerdings sei inzwischen Soldaten das Betreten und Verlassen der Basis möglich.
Offensichtlich im Zusammenhang mit dem gescheiterten Putsch hatte es in der vergangenen Nacht einen Schusswechsel vor dem Haupttor des Flugplatzes gegeben. Die Details sind unklar; die Bundeswehr war nach Angaben der Sprecherin davon nicht betroffen.
Die Stromversorgung der Basis blieb am Samstag zunächst weiterhin unterbrochen. In der vergangenen Nacht hatte der zuständige Elektrizitätsversorger nach Bundeswehrangaben die Stromlieferung der Militäreinrichtung in Incirlik, aber auch für andere Militäreinrichtungen im Land abgestellt. Allerdings verfügten die auf der Basis stationierten Streitkräfte über Notstromaggregate, so dass sich die Unterbrechung bislang nicht auswirke. Zum Samstagabend sollte die Stromversorgung wieder hergestellt werden. Für den Flugbetrieb der deutschen Luftwaffe in Incirlik hatte das keine Bedeutung, da für den Samstag ohnehin keine Flüge geplant waren.

Auf dem türkischen Flugplatz Incirlik sind neben der türkischen Luftwaffe vor allem Einheiten der U.S. Air Force stationiert. Die Bundeswehr betreibt von dort aus mit knapp 300 Soldaten die deutsche Beteiligung am Kampf gegen ISIS in Syrien und im Irak mit Aufklärungstornados und einem Tankflugzeug.
Die schon seit der vergangenen Nacht vorgenommene Abriegelung und Stromunterbrechung war am Samstag vom US-Konsulat in Adana mitgeteilt, teilweise aber wohl als neue Maßnahme missverstanden worden. Die offizielle US-Mitteilung, die sich mit den Angaben der Bundeswehr deckt:
Be advised that local authorities are denying movements on to and off of Incirlik Air Base. The power there has also been cut. Please avoid the air base until normal operations have been restored.

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16.07.2016, 18:49 Uhr
Communarde
tolpatchow

Türkei: Putsch gegen Erdogan?Die von seiten der USA gemeldete Ausgangssperre für ausländische Soldaten in Incirlik gilt wohl NICHT für die Bundeswehr:

Die Bundeswehr widersprach unterdessen Angaben des US-Konsulats, dass der Stützpunkt nach dem Putschversuch abgeriegelt wurde.
Die Soldaten könnten mit Ausweiskontrolle weiterhin die Basis verlassen und wieder hineingehen, sagte ein Bundeswehrsprecher. „Unseren Soldaten geht es grundsätzlich gut. Alle sind wohl auf“.


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