0
WWW.SECARTS.ORG unofficial world wide web avantgarde
DEauswählen was geht
× nix los...
Ändere die Suchkriterien oder melde Dich an, um alle Termine anzuzeigen.
16
südkorea als imperialistische macht
  begonnen von smersch am 10.08.2015
  Seite: 12  
26.11.2016, 21:19 Uhr
südkorea als imperialistische macht

Communarde
retmarut
Südkorea als aufsteigendes Schwellenland hat ja grundsätzlich das "Problem", dass die nationale Einheit nicht besteht. Entsprechend auch - als Schutzmacht - die US-Truppen im Land.

Ob Südkorea bereits eine imperialistische Hauptmacht ist, möchte ich weiterhin bezweifeln. Dass das Land aber auf diesem Wege ist, ist, glaube ich, unstrittig. Was Südkoreas imperialistische Ambitionen deutlich bremst sind:
1. die Teilung der koreanischen Halbinsel,
2. die damit einhergehende Mitsprache der USA in der südkoreanischen Militärdoktrin,
3. die geographische Lage zwischen dem imperialistischen Japan und der sozialistischen VR China.

ad 1.: Sollte es - in welcher Form auch immer - zu einer Wiedervereinigung der koreanischen Nation kommen, würde Korea deutlich an Machtzuwachs gewinnen im internationalen Konkurrenzkampf. Damit wäre dann auch 2. hinfällig.
ad 3.: Letztlich hat die koreanische Nation bereits die Abhängigkeiten des früheren Chinesischen Kaiserreichs (bis 1895) sowie des brutalen japanischen Imperialismus (1910-1945, immerhin 35 Jahre Kolonie der Japaner) kennenlernen dürfen. Auf Japan ist man aus geschichtlichen (und geschichtspolitischen) Gründen nicht gut zu sprechen, und Sozialismus ist für eine aufstrebende Bourgeoisie halt auch immer ein rotes Tuch, da es wie das eigene Totentuch erscheint.

Warten wir 15-20 Jahre ab, dann wird - aus der Retrospektive - klar sein, ob Südkorea (oder ein kapitalistisches Gesamtkorea?) den Sprung in die imperialistische (Papier-)Tigerklasse geschafft hat. Die Sache ist derzeit halt noch im Fluss und nicht ausgemacht.
27.11.2016, 13:43 Uhr
südkorea als imperialistische macht

Communarde
smersch
Die Situation mit den beiden Koreas ist ja doch eine andere als die mit den beiden Deutschlands.

zu 1+3:
Die Koreanische Bourgeoisie hat ja in den letzten Jahren durchblicken lassen, dass ihr Bedürfnis nach nationaler Einheit immer weniger ausgeprägt ist. Dort überwiegen zunehmend die Angst vor den Kosten über den Machtzuwachs.

Zumal ich mich auch Frage, wie große der Machtzuwachs in der Nachbarschaft von VRC, RF, JPN und USA dann wäre. Sie wären immer noch ziemlich klein. Die BRD wurde dank der DDR der bevölkerungsreichste Staat der EU, was es davor nicht war, hatten UK, F und I doch mehr oder weniger die gleiche.

Ich würde den Vortei also gehörig relativieren.

zu 2:
NATO und us-amerikanische Truppen haben ja offensichtlich auch nicht dem deutschen Imperialismus im Wegen gestanden. SK wird wohl auch kaum gleich losschlagen wollen.

Was ich mich eher Frage, ob SKs Imperialismus nicht zunemend dadurch befördert wird, dass der NK/SK-Konflikt einer geworden ist, der immer weniger SK-Interesse dient.

Die Bevölkerung SK hält Japan für eine größere Bedrohung aus NK. Dass NK SK angreift, scheint immer unwahrscheinlicher. Der Konflikt wird ja primär zwischen NK und den USA ausgetragen. Dass die USA NK als Schlachtfeld hernehmen können, um damit indirekt VRC anzugreifen, schien einer immer wahrscheinlichere Strategei. Das Clinton-Umfeld hat das ja schon sehr konkret angedeutet - mal schaun, was jetzt durch Trump daraus wird.

Aber ist vielleicht schon der Punkt erreicht, wo der us-amerikanische Imperialismus zu einem echten Problem für die SK-Bourgeoisie wird?

Der vorrige Artikel über die Kapitalexporte SK hat ja auch schon angedeutet wohin SK-Reise geht: in die ASEAN-Staaten, wo es zunehmend zum Kapital-Exporteur Nummer eins wird. Im direkten Umfeld kann SK selbst als K eh nichts ausrichten.

Aber die Möglichkeit, dass im Umfeld der großen Protest gegen den bisherigen Kurs in SK, insbesondere auch die Unzufriedenheit mit der Politik gegenüber NK dazu genutzt werden könnte, dass die Monopole SK einen Umschwung unterstüzten, also eine "progressive Lösung" von den USA mit befördern oder zuminest nicht verhindern wollen.

Die zunehmende Agressivität des wiedererwachenden japanischen Imperialismus, der ja SK in Mitleidenschaft zieht und inoffiziell auch mitmeint, macht ja klar, dass die Zukunft SK nicht in dieser Verbindung liegt.

Eine Annhährung SK an VRC+NK und ein Ausfächern in die ASEAN-Staaten, mit der Möglichkeit einer zunehmenden Distanz gegenüber USA und JPN liegt daher durchaus im Interesse der SK Bourgeoisie.

Ausgemacht ist da nichts, aber ich finde man kann sich das mal früh genug anschauen und gewissen Entwicklungen ausmachen.

Ich glaube jedenfalls nicht, dass die "nationale Spaltung" als unumstößliches Hindernis angesehen werden sollte (alle realen Konsequenzen und Kosten zum Trotz).
27.11.2016, 14:04 Uhr
südkorea als imperialistische macht

Communarde
GranMaster
@smersch

"Die Koreanische Bourgeoisie hat ja in den letzten Jahren durchblicken lassen, dass ihr Bedürfnis nach nationaler Einheit immer weniger ausgeprägt ist. Dort überwiegen zunehmend die Angst vor den Kosten über den Machtzuwachs.

Zumal ich mich auch Frage, wie große der Machtzuwachs in der Nachbarschaft von VRC, RF, JPN und USA dann wäre."


Naja NK ist Nuklearmacht, das ist wohl mittlerweile offenkundig. Bei einer mehr oder weniger "freundlichen" Übernahme des Nordens durch den Süden wäre SK auf einmal im Besitz von Atomwaffen, ein kaum zu unterschätzender Vorteil in dieser heiklen geostrategischen Lage!
27.11.2016, 15:10 Uhr
südkorea als imperialistische macht

Communarde
smersch
Wäre es da nicht einfacher die einfach selbst zu bauen?
27.11.2016, 18:57 Uhr
südkorea als imperialistische macht

Communarde
retmarut
Da muesste man dann in Suedkorea ein geheimes Nuklearwaffenprogramm in die Wege leiten, ohne dass die Aussenwelt das mitbekommt. Wenn aber US-Truppen direkt in der nationalen Militaerebene mitmischen, scheint mir eine Geheimhaltung kaum moeglich. Ausserdem muss man erst mal atomwaffenfaehiges Material in ausreichendem Masse haben sowie das entsprechende technische Equipment.
Also alles etwas aufwendiger.
Da scheint es mir einfacher, den Norden auszuhungern und derweil die konventionellen Waffen zu optimieren.
27.11.2016, 19:29 Uhr
südkorea als imperialistische macht

Communarde
smersch
Ich bin auch nicht der Meinung, dass SK unbedingt Atomwaffen will.

Hier mal eine kleine und prägnante Übersicht über derzeitige Stimmungen:

"Seit 2013 haben die Amerikaner das THAAD-Raketenabwehrsystem auf ihrem pazifischen Stützpunkt Guam installiert. Der Beschluss, dieses System bis Ende 2017 auch in Südkorea zu postieren, hat eine erregte öffentliche Diskussion ausgelöst; viele Südkoreaner sind dagegen. Die Debatte darüber ist jetzt durch die Nachricht aus Washington zusätzlich aufgeheizt worden, dass im Pentagon Pläne geschmiedet werden, einen präventiven Zerstörungsschlag gegen die nordkoreanischen Nuklearanlagen und Raketenbasen zu führen, sobald Pjöngjang atomar bestückte Interkontinentalraketen in Dienst stellt, die das amerikanische Heimatland oder auch nur Guam oder Okinawa erreichen können.

Beim Deutsch-Koreanischen Forum, das sich Ende letzter Woche in der alten Königstadt Gyeongju zu seiner Jahrestagung traf, gab Kim Young Hee Gefühlen Ausdruck, die wohl die meisten seiner Landsleute teilen. Eindringlich warnte er: "Wenn die Amerikaner zu solch einem Präventivschlag ausholen, wären Südkorea und Japan die ersten Vergeltungsziele. Es könnte viele Hunderttausend Tote geben."

Ansonsten gehen die Meinungen weit auseinander. Die einen sind für eine Beschleunigung des THAAD-Aufbaus. Der Wiedervereinigungsbeirat der Präsidentin empfiehlt, dass die Amerikaner taktische Atomwaffen, die sie vor 25 Jahren abgezogen haben, aufs Neue in Südkorea stationieren, außerdem auch Stealth-Kampfjets und Fernbomber vom Typ B-52. Wieder andere sind dafür, die für Anfang der 2020er Jahre geplante Aufstellung des eigenen Abwehrsystems Korean Air and Missile Defense so weit wie möglich vorzuziehen.
Trumps Aussagen verunsichern

Wer derlei Maßnahmen ablehnt, setzt sich zumeist für weitere Sanktionen gegen Nordkorea ein, auch für koreanische Sanktionen, die über die UN-Sanktionen hinausgehen. Geredet wird über die komplette Einstellung jeglichen (jedoch ohnehin nur minimalen) Handels, über Maßnahmen, die Pjöngjang daran hindern, nordkoreanische Arbeiter ins Ausland zu entsenden und über eine Erweiterung der Sperrliste für einzelne Personen und Institutionen des Nordens.

Doch gibt es auch eine wachsende Fraktion von sicherheitspolitischen Falken, die der Ansicht sind, dass Südkorea seine eigenen Kernwaffen braucht, um sich gegen Kim Jong Uns atomares Nordkorea durch ein verlässliches "Gleichgewicht des Schreckens" abzusichern. Donald Trumps Bemerkung im vergangenen März – "Offen gesagt, wir wären besser dran, wenn Südkorea anfinge sich selber gegen diesen Verrückten im Norden zu schützen" – hat dieser Fraktion neue Argumente geliefert. Noch allerdings handelt es sich nur um eine Minderheit.

Die Regierung betont, dass sie weiterhin am Konzept einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel festhält. Doch ist die innenpolitische Position der Präsidentin Park Geun Hye angeschlagen. Die Opposition ist sich nicht einig, welchen Kandidaten sie bei den Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr ins Rennen schicken will. Auch ist keineswegs sicher, wer am 8. November in Amerika zum Präsidenten gewählt wird. Auf der koreanischen Halbinsel glimmt auf jeden Fall wieder die Lunte am Pulverfass.
"
Link ...jetzt anmelden!

Das mit dem Aushungern scheint wohl auch wenig Substanz zu haben, handeln sie doch eh kaum miteinander. Wäre ja auch fragwürdig, wenn sie es tun würden.

Ich bleibe bei meiner Vermutung, dass der Konflikt schon längst primär einer zwischen China und den USA geworden ist und weniger einer zwischen den beiden Koreas.

Ich bin mir zudem auch nicht sicher, ob du den direkten Einfluss der USA auf SK nicht etwas übertreibst. Bei dir klingt das ja so, als seien die bloße Befehlsempfänger des us-amerianischen Militärs.

Warum musterten die dann aber immer mehr us-amerikanisches Material für indigene Rüstungsgüter aus - welche sie dann auch exportieren? Das wird ja wohl kaum ein Wunsch des Militärisch-Industriellen-Komplexes der USA gewesen sein.

Oder kaufen vermehrt bei EADS ein?

Zur Zeit entwickeln sie übrigens ein eigenes Kampflugzeug. Israel musste das damals unter Strafe des Entzugs der Militärhilfe das wieder abbrechen.
01.12.2016, 20:28 Uhr
südkorea als imperialistische macht

Communarde
MARFA
Will SK Atomwaffen?

"Da muesste man dann in Suedkorea ein geheimes Nuklearwaffenprogramm in die Wege leiten, ohne dass die Aussenwelt das mitbekommt. Wenn aber US-Truppen direkt in der nationalen Militaerebene mitmischen, scheint mir eine Geheimhaltung kaum moeglich. Ausserdem muss man erst mal atomwaffenfaehiges Material in ausreichendem Masse haben sowie das entsprechende technische Equipment. "

Die Geheimhaltung ist sicher ein echtes Problem, gegenüber den Verbündeten und China. Waffenfähiges Zeug anreichern soll angeblich recht schnell gehen, wenn genug bestimmte AKW am Start sind (soll auch für Deutschland gelten). Problematischer scheinen mir die fehlenden Erprobungskapazitäten zu sein, denn nicht- Atommächte verfügen eben auch über weniger Erfahrung bzw. fehlende Abschussvorrichtungen. Eine Interkontinentalrakete will auch erst mal gebaut sein. Ich habe keine Ahnung, ob SK das alles kann.
  Seite: 12