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jW-Kommentar zum ganzen Reichsbürgerquatsch
  begonnen von secarts am 20.10.2016
  Seite: 12  
31.10.2016, 22:21 Uhr
jW-Kommentar zum ganzen Reichsbürgerquatsch

Communarde
joe123
"Geht aber, wie der ganze Dönitz-Quatsch, am Kern Reichsbürger-Thematik vorbei. Außer unter den westdeutschen Militärs (Offiziersstab, insb. Unterwassermarine) scheint Dönitz bis in die 1960er nicht mehr viel Aufmerksamkeit erhalten zu haben."

Genau, bis auf ein paar unbedeutende hunderttausende westdeutsche Militaristen war Dönitz für alle (die dann noch übrig blieben) echt voll unbedeutend. So ergibts prima Sinn, so muss es gewesen sein.

Und nicht einmal die Tatsache, dass der hier eröffnende jw-Kommentar zum Reichsbürgerquatsch eigens mit einem Kommentar zur "Causa Dönitz" versehen war, es also einmal mehr vollkommen tunlich ist, hier ein paar angelesene Schnipsel über gewiss womöglich nette Spiegel-Artikel hinaus zu Dönitz' Vita einzufügen, beirrt Retmarut im fettgedruckten "sachlichen" Heimleuchten und Abkanzeln von Leuten, die nicht ganz auf seiner ominösen Themenlinie liegen, weil sie zum Beispiel "nicht genug vom alten Dönitz kriegen" können.

Besten Dank auch für die scharfen Dönitz-Aufgeiltipps, die manche, hihi haha, manche offenbar so nötig haben!

Und ich fahr dann mal fort, meinen am "Kern" von Retmaruts Themenreinheitsbefindlichkeit vorbeigehenden "ganzen Dönitz-Quatsch" hier abzuladen. Manche sind eben "so", tja ...
31.10.2016, 22:49 Uhr
jW-Kommentar zum ganzen Reichsbürgerquatsch

EDIT: FPeregrin
31.10.2016, 22:52 Uhr
Communarde
FPeregrin
Muß die Debatte jetzt unbedingt wieder diesen Weg gehen? [d.h. nicht nur hier. edit.] - Ich frage nur, weil ich mir fb und so zu sparen pflege. Ich will mir nicht auch secarts.org sparen!
02.11.2016, 01:39 Uhr
jW-Kommentar zum ganzen Reichsbürgerquatsch

Communarde
joe123
Ja, FPeregrin, ich bin auch nicht einverstanden damit, wenn das Beibringen von Stoff grantig als Quatsch abgewatscht wird. Vielen Dank für Deine Unterstützung dieses meines netiketten Anliegens. Wobei mit einem Abgang aus dem Forum drohen vielleicht doch etwas dicke war und die Hoffnung auf Erziehbarkeit der Menschen durch- und untereinander nicht gar so schnell schwinden sollte. Nicht wahr?

Die Reaktionäre und die Nazis lassen einen ja auch nie in Ruh ey – also gehts ständig weiter mit dem Gerangel um die Köppe, ums Bewusstsein, und Hartnäckigkeit und Unverzagtheit im ideologischen Klassenkampf (einschließlich Unterabteilungen Sittenlehre und Debattenkulturmoral) sind schon auch wichtige Sekundärtugenden für Kommunisten – wenn auch leider nicht für die allein:

"Nachdem Dönitz die Strafe verbüßt hatte, fuhr er kreuz und quer durch die BRD und hielt Vorträge. Worüber? Darüber, wie er in Nazideutschland das 'Wolfsrudel' der U-Boot-Fahrer schuf und auf den Meeren den Raubkrieg führte. Die militaristische Presse Bonns machte für diese Vorträge lauthals Reklame und sang Loblieder auf den Redner, und die westdeutsche Regierung zahlte dem Piraten eine hohe Pension." A.Poltorak, Nürnberger Epilog, S.160.

Da folgen jetzt nach diesen ersten 160 Seiten eines ziemlich runden Überblicks über den 1. Nürnberger Prozess (Zustandekommen, Ablauf, Aura, Bedeutung, Kläger, Richter, Angeklagte) Portraits von ausgewählten Hauptkriegsverbrechern – auf weiteren 350 Seiten ... Dönitz ist nicht dabei. Und ich weiß nicht, ob ich mir diesen Reichsbürgerquatsch geben mag. Aber die ersten 160 Seiten waren echt top!!
02.11.2016, 11:05 Uhr
jW-Kommentar zum ganzen Reichsbürgerquatsch

Communarde
retmarut
Offenbar scheint mein Beitrag grob missverstanden worden zu sein.

Ich wollte darauf hinweisen, dass die aktuelle Reichsbürger-Szene mit dem Dönitz-Kult im Kern nichts zu tun hat. Wie Joe ganz richtig erkannt hat, war der Dönitz-Kult eine Angelegenheit des westdeutschen Offizierskorps in den 1950er und 60er Jahre, und zwar aus folgenden Gründen:

1. Historische Reinwaschung der Wehrmacht.
2. Druck auf die Alliierten, die Kriegsverbrecher zu entlassen resp. zu begnadigen; dazu passend auch die Droh- und Bettelbriefe der "Stillen Hilfe" und der damaligen Bundesregierung an ihre neuen NATO-Partner.
3. Absicherung gegen evtl. neuerliche Strafverfolgung, u.a. gegen diejenigen, die untergetaucht waren, oder auch gegen die vielen, die in Bundeswehr und NATO in Amt und Würden waren.

Die heutigen Reichsbürger berufen sich aber nicht auf Dönitz als letzten Reichskanzler, sondern auf die (wie von mir bereits beschrieben) formale Weiterexistenz des Deutschen Reiches. Letzteres besteht ja formal völkerrechtlich weiter, aber eben ohne Territorium und ohne faktisches Dasein.

Entsprechend führt dieser Dönitz-Exkurs auch auf Abwege.
Wer die Benennung von Off-Topic als "Themenreinheitsbefindlichkeit" begreift, hat offensichtlich weniger Interesse an einer Diskussion mit rotem Faden, sondern an buntem assoziativem Allerei. - Die Geschmäcker mögen da so unterschiedlich sein wie die Diskutanden; allerdings muss man, lieber Joe, auch nicht gleich ins Persönliche und Unsachliche ("Heimleuchten", "Abkanzeln") abgleiten, weil einem Beiträge nicht passen.
02.11.2016, 11:09 Uhr
jW-Kommentar zum ganzen Reichsbürgerquatsch

Communarde
retmarut
Verweisen wollte ich noch auf die Zusammenstellung:
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("Das Sonnenstaatland-Wiki
Das Ziel dieses Wikis ist das Bündeln von Informationen, die im Zusammenhang mit der Reichsbürger- und Staatsleugnerszene stehen. Dabei greifen wir nicht nur die Lügen und wirren Theorien auf die im Internet verbreitet werden (z.B. BRD GmbH), sondern durchleuchten auch die Personen, die hinter diesen Ideen stehen.")


Dort heißt es, meiner Ansicht nach völlig zutreffend:

"Während von bekennenden Neonazis die Regierung um den von Hitler testamentarisch zum Reichspräsidenten ernannten Großadmiral Karl Dönitz für gewöhnlich als letzte legitime Regierung Deutschlands betrachtet wird, findet diese Ansicht in der Reichsbürgerbewegung deutlich geringeren Anklang. Dies dürfte hauptsächlich daher rühren, dass für gewöhnlich versucht wird, eine Distanz zum Nationalsozialismus herzustellen und in diesem Sinne entweder die Zeit nach dem 30. Januar 1933 oder bereits die komplette Weimarer Republik als illegal betrachtet wird. Dennoch wird diese These gelegentlich auch unter Reichsbürgern verbreitet. Manchmal schlicht aus Sympathie zu den Nazis, manchmal aus Opportunismus, weil es gerade der eigenen Argumentation dient."
24.11.2016, 21:16 Uhr
Bayr. IM: 1.700 "Reichsbürger" allein in Bayern

Communarde
retmarut
Spon berichtet:

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"Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat erklärt, dass in Bayern mehr als 1700 "Reichsbürger" leben würden. Darunter seien etwa 340 Waffenbesitzer. Diese Einschätzung sei aber noch nicht abschließend, sagte der CSU-Politiker."

Und das sind nur erste Zahlen, die Dunkelziffer dürfte größer sein.
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