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"Täter" ante portas!
  begonnen von Horst Schneider am 16.10.2009
16.10.2009, 20:35 Uhr
EDIT: Maggi
11.10.2007, 15:50 Uhr
Communarde
Horst Schneider
GAST
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Diskussion zum Artikel:

"Täter" ante portas!
über einen Amoklauf des Dr. Hubertus Knabe

von Horst Schneider (11.10.2007)
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Dr. Hubertus Knabe ist Direktor der Gedenkstätte Hohenschönhausen, nachdem er als Mitarbeiter der Gauck-Behörde allzu keck und eigenwillig aufgetreten war. Die Gedenkstätte war 1989 Untersuchungsanstalt des MfS, und was Knabe erfunden und installiert hat, um sie zum "Gruselkabinett" umzufunktionieren, ist in der Literatur behandelt. Dass Haftanstalten wie Moabit oder Fuhlsbüttel oder andere jenseits der Elbe demnächst auch Museen werden, ist unwa... [ ...mehr lesen?]
16.10.2009, 20:35 Uhr
Re: "Täter" ante portas!

Communarde
Andreas Rochow
GAST
Sehr geehrter Herr Professor Schneider,

eigenartig, dass es so etwas wie die Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde" zu DDR-Zeiten nicht gab. Jetzt muss Sie zur Ehrenrettung einer Schar ehemaliger DDR-Eliten gegründet werden und engagiert sich mit Inbrunst und ideologischer Verbohrtheit in Sachen Täter-Opfer-Umkehr mit dem Tenor "die DDR war kein totalitärer Staat". Freilich kann man im Rahmen der Totalitarisusforschung auf den historischen Vergleich (mit anderen Diktaturen) nicht verzichten, das bedeutet aber keinesfalls Gleichsetzung. Das müssen gerade Sie als denkgeschulter Intellektueller sehr gut wissen. Auch die Anzahl der Ermordeten oder anders zu Tode gekommenen Menschen in einem Staat sind nicht ausschlaggebend dafür, ein Staatswesen als totalitär zu erkennen. Ebenso wenig die Aussage: Es war nicht alles schlecht. Die Befunde Unfreiheit , Rechtsunsicherheit und Indoktrination durch die führende, religionsartige Rolle der Partei reichen da schon ganz und gar aus. Totalitäre Systeme funktionieren nach Regeln der Massenpsychologie: Allgegenwärtige Angst und Einengung erzeugen eine schweigende Mehrheit, mit der die wenigen Täter nach Belieben verfahren können. Und die fehlende Demokratieerfahrung (ein DDR-typisches Sozialisierungsdefizit !) ist uns nach der friedlichen Revolution gewaltig auf die Füße gefallen!

Selbstverständlich sind sie genervt durch die verdienstvolle Arbeit von Hubertus Knabe, der - frei von Eigeninteressen, Schuld oder Täterschaft - sehr gut unterscheiden kann zwischen Tätern und Opfern. Und durch seine Objektivität und historische Akkuratesse ist ein Beitrag für eine ideologiefreie Geschichtsschreibung von bleibendem Wert entstanden.

"Ihre" DDR ist nicht die meine, in der ich 40 Jahre leben musste! Ich finde es grotesk, mit welcher Beharrlichkeit sie ihren Lebensirrtum, nämlich den, sich für die falsche, die verdientermaßen verloren gegangene Sache, entschieden zu haben, verteidigen. Inzwischen sind sie ein tragischer Ritter in eigener Sache geworden und - mit Verlaub - ihre vielfältigen Versuche, die Geschichte umzuscheiben, einfach lächerlich. Sie haben noch nicht erklärt, weshalb der real existierende Sozialismus der DDR weder nach innen noch nach außen seine behauptete Überlegenheit unter Beweis stellen konnte. Weshalb die DDR politische Häftlinge an den Westen verkaufte und auf "Republikflüchtlinge" schießen ließ (ohne Befehl!). Wieso kritische Intellektuelle ausgebürgert wurden und wieso Industrie und Finanzwesen der DDR am Boden lagen, als 1989 überraschend(???) der Kassensturz kam... Wenn Sie diese Fragen konsequent nicht beantworten und stattdessen nicht aufhören, auch das Unsäglichste in der DDR vehement und - ich sage das ganz betont - hysterisch und mit alten, hohlen Pointen zuverteidigen, wo soll ich Sie dann in den Täter-Opfer-Koordinaten verorten?

Aber: Irren ist menschlich und das Fehlen jeglicher Täter ist ein Kennzeichen untergegangener Diktaturen.

MfG A. Rochow

12.04.2013, 12:06 Uhr
Re: "Täter" ante portas!

Communarde
Beleuchter Herbert
GAST
Dieser sogenannte Historiker ist ein Krebsgeschwür am Nervenzentrum der deutschen Einheit
12.04.2013, 13:43 Uhr
Re: 'Täter' ante portas!

Communarde
IvanDrago
"Selbstverständlich sind sie genervt durch die verdienstvolle Arbeit von Hubertus Knabe, der - frei von Eigeninteressen, Schuld oder Täterschaft - sehr gut unterscheiden kann zwischen Tätern und Opfern. Und durch seine Objektivität und historische Akkuratesse ist ein Beitrag für eine ideologiefreie Geschichtsschreibung von bleibendem Wert entstanden."

Da fällt mir nur das zu ein: