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Männer sind! Und Frauen auch!
  XML • begonnen von secarts am 22.02.2007
  Seite: 123  
09.03.2007, 14:37 Uhr
Re: Männer sind! Und Frauen auch!

EDIT: secarts
09.03.2007, 15:53 Uhr
Communarde
secarts
@hw:

"Aber eigentlich ist's mir schon wieder um die 5 min. Leid, die da jetzt getippt hab!"
Schönes Schlussstatement - du provozierst geradezu, dass ich sage "dann schenk's dir doch"... ;-)

Aber das lasse ich mal. Also von der Metaebene zurück zur Sache:
Ich will keineswegs eine Anti-Binnen-I-Sprachregelung oktroieren - ich bin mir durchaus bewußt, dass es unter Umständen, bei bestimmten Kräfteverhältnissen und bei bestimmten Bündnisprojekten nötig sein kann, auf manche (m. E. fragwürdige) Traditionen Rücksicht zu nehmen. Und ich maße mir erst recht nicht an, die Situation z. B. in Österreich von meinem Standpunkt aus erschöpfend beurteilen zu können (das solltest du wissen). Ich schrieb konkret von der Situation in der BRD (alle diese Beschwerden kamen aus der BRD und nur hier habe ich einen gewissen Überblick über die Linke) und ausschließlich für diese Seite (und auch da mit Rücksichtnahme auf die Wünsche externer Autoren - wie auch bei Übernahmewünschen unserer Artikel z. B. durch die "rotcrowd", die unsere Texte selbstverfreilich mit Binnen-Is anreichern darf!). Ob diese meine Einschätzung evtl. noch mehr abdzudecken in der Lage ist... das zu beurteilen überlasse ich dem XX- oder XY-Chromosomenbesitzenden Leser.

"Abgesehen davon hat sich das Binnen-I (zumindest in Ö.) in der Linken zu 90 % durchgesetzt, insofern weise ich die Polemik mit vegan, McDonald's etc. zurück."
Ach, lieber Gen. hw: eine Polemik stellt sich nicht den Auftrag, erschöpfend alle Aspekte einer Frage zu beleuchten - und dass es sich um eine solche handelte, hast du ja selbst erkannt :)) Warum sie dennoch trifft, obwohl sicher nicht so viele Veganer oder McDo-Boykotteure herumlaufen wie Sprachantidiskriminierer? Allen drei Aspekten ist gemein, dass sie - mehr oder weniger erfolgreich - aus dem Kleinbürgertum in die Linke transportiert wurden und definitiv an den Hauptfragen meilenweit vorbeigehen (bestenfalls; schlimmstenfalls verkleistern sie die wirklich wichtigen Punkte). Aber das muss ich sicher nicht nochmal begründen.

Und die G'schicht mit den Binnen-Is ist sicher auch nicht die Einzige, welche sich "zu 90 %" in der Linken durchgesetzt hat. Ebenfalls zu bestimmt 90 % durchgesetzt hat sich die "Erkenntnis", dass die USA den Hauptfeind aller Linken weltweit darstellen; dass der "Imperialismus" zugunsten einer nebulösen "Globalisierung" abgeschafft wurde und dass "Heuschrecken" und "Spekulanten" etwas (oder eher: DAS) "böse" am Kapitalismus sind...
Ist das Erreichen von Diskurshoheit etwa ein Grund, nicht mehr gegen ideologische Degeneration zu polemisieren??
10.03.2007, 00:06 Uhr
Re: Männer sind! Und Frauen auch!

Communarde
hw
"Schönes Schlussstatement - du provozierst geradezu, dass ich sage "dann schenk's dir doch"... ;-)"

...
12.03.2007, 18:09 Uhr
Re: Männer sind! Und Frauen auch!

EDIT: Jaimee
12.03.2007, 18:15 Uhr
Communarde
Jaimee
interessanter Artikel + interessante Diskussion!

Aber, lieber HW:

Schöner als mit diesem Troll-No-Inhalt-Post lässt sich das Scheitern der eigenen Argumentation kaum eingestehen ;-))) Auf irgendwas einzugehen, gleich hintanzuhängen, daß es dir eigentlich nur Zeitverschwendung wäre und dann auf eine Antwort nur noch einen Smiley zu posten, ist einfach Kindergarten und schadet dem Niveau. Wer nix sagen will, solls halt lassen. Sorry.
13.03.2007, 13:36 Uhr
Re: Männer sind! Und Frauen auch!

Communarde
Jaimee
Also, da ich jetzt schon die erste Beschwerde per PM bekommen habe

Ich wollte und will nicht HWs Argumentation in allen vorangegangenen Beiträgen als sinnlos darstellen - ganz im Gegenteil: ich stimme mit hardcore und HW in der Argumentation sogar zu und sehe das ganz ähnlich.

Mir ging's lediglich um den letzten Post von HW: ich halte Null-Inhalt-Posts, also Zitieren des Vorredners mit einem Smiley dahinter, für unhöflich. Jemand gibt sich Mühe, ausführlich zu antworten, und bekommt dann so ein "Bätsch!"...
13.03.2007, 17:40 Uhr
Re: Männer sind! Und Frauen auch!

Communarde
secarts
liebe Jaimee,

ich würde darum bitten, diese Metadiskussion jetzt einzustellen. hw hält die Diskussion zu diesem Thema augenscheinlich für wenig sinnvoll und wollte wohl genau darauf mit seinem letzten Post aufmerksam machen (deinem Einwand, warum er zu in seinen Augen sinnlosen Themen überhaupt postet, kann ich nichtsdestotrotz zustimmen).

Also: du hältst es ebenfalls für Kräfteverschwendung und politisch kontraproduktiv, an solchen Dingen Anstoß zu nehmen und würdest auch, um der Breitenwirkung willen, auf das Binen-I eingehen - habe ich das richtig verstanden? Wenn ja, gilt darauf meinerseits natürlich auch in diesem Fall die Antwort, die ich hw gegeben habe!

Gruß,
secarts
13.03.2007, 19:40 Uhr
Re: Männer sind! Und Frauen auch!

EDIT: Jaimee
13.03.2007, 19:46 Uhr
Communarde
Jaimee
hi secarts,

jau, schon OK!

Ansonsten hast du ungefähr getroffen, was ich meine. Und ich glaube, du hängst diese Frage in deiner Polemik gegen HW einfach ein bißchen zu hoch: Ein Binnen-I zu verwenden ist für mich nicht unbedingt gleichbedeutend mit dem Vertreten grundfalscher positionen in politischen Elementarfragen. Es ist nur der vielleicht etwas ungeschickte Versuch, sprachlich Mißstände auszugleichen. Ob das sinnvoll ist, ist ein anderes Thema. Schaden tut es imho jedoch nicht.

Deswegen sage ich auch: lieber mit dem blöden Binnen-I, und dafür mehr Energie in die wirklichen Fragen stecken!
13.03.2007, 19:51 Uhr
Re: Männer sind! Und Frauen auch!

EDIT: secarts
13.03.2007, 19:59 Uhr
Communarde
secarts
Das mag man so sehen. Ich sehe es anders. In meiner Antwort an hw wollte ich auf einen argumentativen Irrtum aufmerksam machen; keinesfall aber Binnen-I-Verwender mit irgendwelchen ideologischen Irrläufern auf eine Stufe stellen....
my point of view: Etwas nur deswegen mitzumachen, weil es 90% so machen, halte ich immer für bedenklich - umso mehr, wenn man genau weiß, dass es Quatsch ist.

Andererseits - und das muss ich sowohl bei hw als auch bei dir oder hardcore so verstehen - scheint die Sorge, wir könnten uns mit nebensächlichen Diskussionen verzetteln, doch sehr groß zu sein:
- "Wenn all die Energie, die schon in Argumentationen gegen das Binnen-I verwendet wurde, usw. usf!" (hw)
- "lieber mit dem blöden Binnen-I, und dafür mehr Energie in die wirklichen Fragen stecken!" (Jaimee)

Ist dem so? Verzetteln wir (also die Macher dieser Seite in ihren Artikeln und Aktivitäten) sich in nebensächlichen Fragen und verlieren dabei die Hauptfronten aus dem Blickfeld? Wenn ja, sind dies ehrliche und überdenkenswerte Kritikpunkte, die wir uns zu Herzen nehmen sollten.

Wenn nein, nehmen wir uns auch weiterhin die Freiheit heraus, gelegentlich etwas zu Themen, die nicht unmittelbar unsere wichtigsten Fronten (antifaschistischer Kampf, Arbeiterpolitik und Kampf dem eigenen Imperialismus) betreffen, zu schreiben - also den sog. "Nebenwidersprüchen", bürgerlich-demokratischen Themen oder Polemiken und Glossen in eigener Sache: das hält die Sache lebendig und interessant und bewahrt uns vor Engstirnigkeit, denn staubtrockene Bleiwüsten und hochtrabende Theorieorgane gibt's schließlich wie Sand am Meer.

...und die rund 800 Aufrufe und 26 Kommentare innerhalb von 2 Wochen beweisen sehr deutlich, dass doch irgendwie Interesse an dieser G'schicht bestehen könnte. Aus Wut über das völlig unwichtige und nebensächliche Thema klicken die Leute sicherlich nicht immer wieder darauf, oder?
18.03.2007, 15:16 Uhr
Re: Männer sind! Und Frauen auch!

Communarde
Jaimee
"Ist dem so? Verzetteln wir (also die Macher dieser Seite in ihren Artikeln und Aktivitäten) sich in nebensächlichen Fragen und verlieren dabei die Hauptfronten aus dem Blickfeld?"

Nein, ganz sicher nicht... Das wollte ich damit auch nicht sagen! Ganz im Gegenteil; diese Seite gehört zu den ganz, ganz wenigen, die nicht nur gut lesbar und informativ rüberkommt, ohne dabei in belehrenden Ton zu fallen, und ghleichzeitig noch viele wichtige Themen abdeckt :))

Ich meinte das eher allgemein, auf die Teile der Linken bezogen, die sich überwiegend in Genderfragen ergehen und dabei den Klassenkampf vollends aus dem Blickfeld verlieren: ihr gehört da ganz sicher NICHT dazu!

Also, nix für ungut, da hab ich mich einfach ungeschickt ausgedrückt!
Grüße, Jaimee
06.01.2011, 19:51 Uhr
Re: Männer sind! Und Frauen auch!

Communarde
PiLoChun
Als ich folgende Worte von Hans Peter Willberg (Typograf) las:

"Ich lese, um den Sinn eines Textes oder Wortes zu verstehen. Wenn irgendein Umstand einen noch so geringen Bruchteil meiner Aufmerksamkeit - natürlich unbewusst - vom Inhalt ablenkt, ist das Lesen beeinträchtigt. Dann sprechen wir von schlechter Lesbarkeit."

musste ich an diesen Artikel hier denken. Genauso geht es mir nämlich immer mit diesen (meistens) unnötigen Einfügungen in Sätzen: Innen, _innen, -INNEN und was es sonst noch alles für Gendervarianten gibt. Sie machen den Text einfach schlechter lesbar. Ich stolpere immer wieder darüber beim Lesen und fange dann an, mich über diese Unsinnigkeiten aufzuregen (unsinnig weil: Zitat aus Secarts Artikel: "Im Deutschen besteht ein Unterschied zwischen Genus und Sexus; eine Gruppe im Plural im Maskulinum angesprochen schließt kein Geschlecht aus.") . Dabei will ich doch einfach nur den Text lesen und verstehen - stattdessen muss ich mich aus dem Text heraus immer wieder anschreien lassen (so empfinde ich es zumindest), dass man die Gleichberechtigung der Frauen dadurch erreicht, dass man sie von den Männern separiert.
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