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Männer sind! Und Frauen auch!
  XML • begonnen von secarts am 22.02.2007
  Seite: 123  
07.03.2007, 13:52 Uhr
Re: Männer sind! Und Frauen auch!

Communarde
knopf
"Und: ich stelle mir dieses Frühstücksgespräch in meiner Küche vor. Muss ich die Rechtschreibregeln dann auch mündlich beachten?"
Meiner Meinung nach müsstest du das schon! Denn wenn man diese Regel nur im Akrolekt und nicht im Meso- geschweige denn Basilekt verwendet ist es ganz genau nur Augenauswischerei.
PRO: Sprachökonomie
Meiner Meinung nach ist die informale und nicht die formale Ebene von Texten/Sprache relevant (natürlich durch gewisse Regeln determiniert, die das Verständnis sichern!).
07.03.2007, 17:04 Uhr
Re: Männer sind! Und Frauen auch!

Communarde
paulina
... und auch der klugscheißeriolekt ist sehr beliebt...
(nix für ungut, lieber germanistik/kommunikationswissenschaft/oder so-student...)
07.03.2007, 18:20 Uhr
Re: Männer sind! Und Frauen auch!

EDIT: knopf
07.03.2007, 18:27 Uhr
Communarde
knopf
was hat das damit zu tun? wenn du die beiträge hier liest sind sie eigentlich in sehr hohem maß recht gut geschrieben - in den agb stand auch etwas über angemessene sprache, also wieso nicht anpassen? ich kanns natürlich auch anders sagen wenns dann besser is
akrolekt is einfach stark ritualisierte - öffentliche sprache
mesolekt is halböffentlich (großgruppensoziolekt)
und basilekt betrifft dein nächstes umfeld
falls es darum geht
ich nehme deine kritik natürlich mit freuden entgegen und geb mir das nächste mal mühe mich klarer auszudrücken - aber ich denke, dass da auch eine pm angebrachter gewesen wäre -> offtopic

formal und informal dürfte kein problem sein, wenn doch: formal ist das aufbau des textes (zb. groß-kleinschreibung oder -Innen etc.) informal is einfach der inhalt.
hf
knopf
07.03.2007, 19:06 Uhr
Re: Männer sind! Und Frauen auch!

Communarde
belinda
Ebenfalls eine nette Antwort auf eine Beschwerde einer Genossin, dass keine geschlechtergerechte Sprache verwendet wird, in einem anderen (nichtkommunistischem) Forum:

Eigentlich war unsere Ansicht bislang keinesfalls, dass Frauen durch
grammatikalische Feinheiten diskriminiert werden! Auch denke ich persönlich,
dass man die Emanzipation der Frauen, die zweifelsohne eine wichtige und
natürlich auch viel zu lange unberücksichtigte Bewegung ist, auf eine zu
geringe Stufe stellt, wenn man sich nur an der grammatikalischen Ausgestaltung
eines allen bekannten und bewußten Inhaltes, stört bzw. versucht diese zu
ändern! Man sollte die Zeit, für diese Art von Feinheiten, die allerdings ein
Umdenken nie alleine auslösen können, doch eventuell besser für wirklich
wichtige Aktionen nutzen. Ich, und ich bin mir sicher auch das ganze Team
hier (zu dem im Übrigen natürlich auch Frauen gehören, die unsere
grammatikalische Arbeit niemals zweifelnd zur Diskussion gestellt haben)
unterstützen dich außerordentlich gerne wenn du irgendwelche Ideen in die
Richtung hast wahrhafte Diskriminierung von Frauen zu bekämpfen –
Vorschläge dafür wirst du doch sicherlich haben, wenn du dir Gedanken um die
Emanzipation machst, oder?


Gefällt mir auch sehr gut! Nur schade, dass Kommunistinnen in der Frage belehrt werden müssen.
07.03.2007, 19:43 Uhr
Re: Männer sind! Und Frauen auch!

Communarde
paulina
lieber knopf, ich wollte dir keinesfalls zu nahe treten! ich hab nur selber (viel zu) lange an der uni rumgehangen und bin immer noch allergisch gegen gewisse begriffe bzw. diskussionsformen. du hast aber sicherlich recht damit, daß ich dir lieber 'ne pm hätte schreiben sollen, also, werd ich ab jetzt tun!
wieder lieb?
07.03.2007, 22:33 Uhr
Re: Männer sind! Und Frauen auch!

Communarde
hardcore
×
@knopf & @ paulina:

naja, wenn sie dir nur 'ne PM geschickt hätte, wäre mir z. B. immer noch nicht klar, was du damit sagen wolltest... ich studiere kein Soziologie oder Germanistik und höre diese drei Begriffe echt zum ersten Mal... naja, nun bin ich wieder mal schlauer! ;-)))

@all:

Ich lese hier zum ersten Mal eine Argumentation gegen das Binnen-I - aus kommunistischer Sicht. In meiner Großsoziogruppe, oder wie man das so nennt, ist die "nicht diskriminierende" Ausdrucksweise Mesolekt. Aber, das wird mir hier klar, man kann aus guten Gründen auch anders argumentieren. Ob das in jedem Fall sinnvoll ist, sei aber mal dahingestellt:
viele eigentlich progressive Leser werden so durch die formale Ebene abgeschreckt und beschäftigen sich gar nicht mehr mit dem Inhalt, weil sie sich schon am fehlenden I stören und damit aufhören zu lesen... wichtige Argumente verpuffen so, ohne auf diesen kleinen I-Spleen Rücksicht zu nehmen und dafür mehr Leute zu erreichen...

Mir wäre also persönlich lieber, trotz Einsicht in die Sinlosigkeit der Binnen-Is nicht auf diese relativ harmlose Macke zu verzichten und damit einige Interessierte mehr an gute Texte zu bringen. Aber ich respektiere natürlich auch die fundiert begründete Einstellung der Seitenmacher. Daß es diese Seite mit ihren Möglichkeiten und Infos gibt ist tausendmal wichtiger als irgendeine schräge "nicht diskriminierende" Schreibweise.
07.03.2007, 23:35 Uhr
Re: Männer sind! Und Frauen auch!

Communarde
hw
"Mir wäre also persönlich lieber, trotz Einsicht in die Sinlosigkeit der Binnen-Is nicht auf diese relativ harmlose Macke zu verzichten und damit einige Interessierte mehr an gute Texte zu bringen. "

Genau das ist der Punkt!
Wenn all die Energie, die schon in Argumentationen gegen das Binnen-I verwendet wurde, usw. usf!
08.03.2007, 09:11 Uhr
Re: Männer sind! Und Frauen auch!

Communarde
knopf
"lieber knopf, ich wollte dir keinesfalls zu nahe treten! ich hab nur selber (viel zu) lange an der uni rumgehangen und bin immer noch allergisch gegen gewisse begriffe bzw. diskussionsformen. du hast aber sicherlich recht damit, daß ich dir lieber 'ne pm hätte schreiben sollen, also, werd ich ab jetzt tun!
wieder lieb? "

wieder ganz lieb
"Gefällt mir auch sehr gut! Nur schade, dass Kommunistinnen in der Frage belehrt werden müssen."
Solange man sich Belehrungen anhört, kritisch betrachtet und unter Umständen beherzigt is das doch nichts negatives, oder?
08.03.2007, 19:46 Uhr
Re: Männer sind! Und Frauen auch!

EDIT: secarts
08.03.2007, 19:48 Uhr
Communarde
secarts
@hw & hardcore:

"Genau das ist der Punkt!
Wenn all die Energie, die schon in Argumentationen gegen das Binnen-I verwendet wurde, usw. usf!"


Nee, genau das sehe ich anders. Anzuerkennen, dass ich sich bei einem Verhalten erwiesenermaßen um Schwachsinn handelt und es trotz dieser Erkenntnis um des lieben Friedens (oder einiger Leser) willen zu befolgen, widerspricht so ungefähr allem, was ich für richtig halte. Wir haben hier ja nicht "Avantgarde" drüber stehen, um jeden geistigen Tiefgang noch lustvoll mitzuempfinden, da der eine oder andere sonst abgeschreckt werden könnte...

Man könnte diesen Gedanken weiterspinnen:
- wir verzichten in Zukunft auf Fleischkonsum bei allen Veranstaltungen, weil zwei oder drei "eher progressive Veganer" uns sonst für Mörder und politisch nicht kompatibel hielten und unsere Veranstaltungen meiden würden. Wir wissen zwar, dass in einer Welt, in der Menschen leiden, das liebe Vieh hintansteht, können aber ja trotzdem mal mitmachen, wenn andere hinsehen...
- wir kaufen nicht mehr bei Aldi/McDonalds/etc., weil das Ausbeuter sind und zwei, drei "ansonsten recht progressive" Leute glauben, mit individuellem Konsumverzicht oder Einkauf im Reformhaus/eine-Welt-Laden die Welt verbessern zu können. "Fairer Kaffee" kostet zwar dreimal so viel, ist aber nicht ungesünder - und außerdem wissen wir als politökonomisch geschulte Marxisten zwar, dass individueller Konsumboykott Unfug für Mittelklässler, die's sich leisten können ist, aber trotzdem kann man es ja machen, wenn man sonst wen abschrecken würde...

...und so weiter, und so fort. Teuer im Bioladen einkaufen oder auf Fleisch zu verzichten ist zwar blöd, aber nicht unbedingt schnell letal - und wenn dafür zwei Leute mehr uns anzuhören bereit sind... Klar - wie sagt man so schön: wir müssen die Leute da abholen, wo sie sind. Wir haben nur die Menschen, die durch und in dieser Gesellschaft geprägt wurden. Das wissen wir - aber das heißt noch lange nicht, dass wir jedem noch so dummen Spleen hinterherrennen müssen, um Anklang zu finden.

Mal 'n Hinweis am Rande: das historische Subjekt, dass wir ja - theoretisch - in erster Linie ansprechen wollen, wird sich über Binnen-Is, Reformhausgänger und Fleischverzichter gleichermaßen belustigen. Wer hart für sein Geld arbeitet und Unterdrückung und Ausbeutung jeden Tag am eigenen Leibe zu spüren bekommt, hätte für diese kosmetischen Korrekturen völlig zu Recht nur Hohn und Spott übrig.
08.03.2007, 20:11 Uhr
Re: Männer sind! Und Frauen auch!

EDIT: hw
08.03.2007, 20:15 Uhr
Communarde
hw
"Wer hart für sein Geld arbeitet und Unterdrückung und Ausbeutung jeden Tag am eigenen Leibe zu spüren bekommt, hätte für diese kosmetischen Korrekturen völlig zu Recht nur Hohn und Spott übrig."
Da hast Du Recht.
Wenn ich aber an der Uni agitiere, kann's mitunter schaden, wenn man das Binnen-I nicht verwendet.
Ich stell mich ja auch nicht vor ein Werktor und referiere über die Diktatur des Proletariats. Agitation muss adäquat sein, darum geht's!

Abgesehen davon hat sich das Binnen-I (zumindest in Ö.) in der Linken zu 90 % durchgesetzt, insofern weise ich die Polemik mit vegan, McDonald's etc. zurück.
Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich! (ich muss es ja wissen)

Aber eigentlich ist's mir schon wieder um die 5 min. Leid, die da jetzt getippt hab!
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