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Das klingt nach Verschwörung
  begonnen von Martin Wassermann am 27.08.2010
GAST
  Seite: 1 ... « 789  
22.07.2011, 14:11 Uhr
Re: Das klingt nach Verschwörung

EDIT: secarts
26.07.2011, 20:27 Uhr
Communarde
secarts
@retmarut:

Es ist hoffentlich bekannt, dass ich keinesfalls jede EU- und Imperialismuskritik als falsch, als theoretische Schwäche - oder gar als Querfront! - beurteile. Wer meine Veröffentlichungen kennt, sollte auch meinen Standpunkt dazu kennen. Ich verweise hier nur beispielhaft auf meinen Artikel in der Zeitschrift Theorie & Praxis, "Europastrategien des deutschen Kapitals" ../journal/index.php?show=article&id=880.

Eben gerade, weil es heutzutage Mode ist, bspw. jede Kritik an der EU in eine Ecke zu rücken, die irgendwie schon in der Nähe ewiggestriger und rechtspopulistischer Äußerungen ist - übrigens auch innerhalb der DKP gegenüber Genossen, die nicht die PV-Meinung vertreten! -, eben gerade deshalb finde ich es besonders wichtig, unsere Argumentation hier zu schärfen und mit besonderer Sorgfalt rechte, rechtpopulistische und querfrontmäßige Besetzungen des Themas zu demaskieren!

Fassen wir es doch mal in einem Satz zusammen. Ohne einen klaren Hauptfeindstandpunkt sind eine EU-Kritik, die sich häufig nur in Ressentiments ergeht, wie auch ein emotional begründeter Antiimperialismus, der sich meist ausschließlich gegen die USA richtet, latent gefährlich. Immer dann, wenn nicht die deutsche Bourgeoisie die Zielscheibe unserer Tätigkeiten in Deutschland ist (also hier wäre das die Rolle des deutschen Kapitals in der EU...), geraten wir in Gefahr, vereinnahmt zu werden - durch eben jene Bourgeoisie, die sich immer freut, im internationalen Kampf um Vorherrschaft und Hegemonie auch einige Linke vor ihren Karren spannen zu können.

Gerade die Tatsache, dass wir - innerhalb der Linken - einen Kampf um korrekte Positionierung in der Hauptfeindfrage auszufechten haben macht es umso nötiger, klar und deutlich aufzuzeigen, wo die Gefahren und Grauzonen liegen, in die - meist gutmeinende, aber häufig auch vollkommen naive - Linke geraten können. Das ist manchmal ein schmaler Grat. Wenn solch ein Irrweg beschritten wird, müssen wir das aber - im Interesse der Aufklärung und Verhinderung - klar benennen. Und gegebenenfalls auch bekämpfen. Da werden wir ja grundsätzlich bestimmt auch keine Differenzen haben. Unser Widerspruch liegt wohl in der Frage, wann hier der Rubikon überschritten ist, wann es eben keine "linken Ausrutscher", sondern bekämpfenswerte Verirrungen, eben Querfrontaktivitäten, werden. Du bist tendenziell eher bereit, mehr Spielraum zu geben, als ich dies bin.

Um den Bogen zurück zu schlagen zum Ausgangsthema: So in etwa linke Band, mit Schwachstellen zwar, aber halt doch vor allem links - das war der O-Ton der meisten Bandbreiten-Verteidiger aus der DKP (alle anderen, Gegner wie Befürworter, interessieren mich gerade gar nicht so). Warum nun ausgerechnet das UZ-Pressefest, die größte und öffentlichkeitswirksamste Veranstaltung der DKP überhaupt, als Therapieeinrichtung für eine "irgendwie linke Band", die akut abzurutschen droht, herhalten muss -mir ist es immer noch nicht klarer geworden. Mal ab davon, dass sich die Partei mit dererlei Darbietungen an mißglückter Basisdemokratie a la Diether Dehm nur Antiwerbung leistet... Ich finde das vor allem politisch gefährlich, kurzsichtig und mehr als naiv.

Das alles ist Wasser auf die Mühlen derjenigen, die jede Imperialismuskritik damit disqualifizieren wollen, dass ja "auch Nazis gegen die EU" seien. Und wenn das nicht genügt: es gibt leider historisch wie aktuell Beispiele zuhauf dafür, dass Rechte durch ideologische Flexibilität, durch ungeniertes Plündern ursprünglich linken Interieurs in der Lage waren, Verwirrung in die Linke zu tragen, zu desorientieren und manchmal gar personell abzugreifen. Nur andersherum - eine Linke, die durch inhaltliche Selbstaufgabe stärker geworden wäre - das gab es noch nie.
06.09.2012, 14:16 Uhr
Re: Das klingt nach Verschwörung

Communarde
katzenjaeger
GAST
wenn die marxixtische linke mal endlich ihre hausaufgaben machen würde, auch und gerade was 9/11 und das umfeld betrifft, würde politisch unerfahrene junge leute nicht so schnell in den verschwörungstheoretischen sumpf abrutschen. der neue faschismus wird keine braunhemden, keine springerstiefel und auch kein thor steinar tragen. er wird aus einer ganz anderen ecke kommen und die alt- und neonazis dienen unter anderem dazu, die parlamentarische und ausserparlamentarische linke wie einen tanzbären mit nasenring zu steuern. die linke arbeitet sich an grossveranstaltungen gegen nazis ab oder betreibt recherche bzw demotourismus und ist demzufolge bestens beschäftigt.

mit kommunistischem gruss

stef
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