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    Das klingt nach Verschwörung
      begonnen von Martin Wassermann am 27.08.2010
    GAST
      Seite: 123 » ... 9  
    27.08.2010, 07:47 Uhr
    Communarde
    Martin Wassermann
    GAST
    - - - - - - - - - -
    Diskussion zum Artikel:
    Das klingt nach Verschwörung
    "Die Bandbreite": "nächste Generation des Polit-Pop" produziert Querfrontklischees

    von Martin Wassermann (27.08.2010)
    - - - - - - - - - -

    Die Band „Die Band­brei­te“ er­freut sich einer gro­ßen Be­liebt­heit bei an­geb­li­chen Lin­ken, Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker_in­nen und auch bei vie­len Nazis: Das hat wahr­schein­lich etwas mit den ver­schwö­rungs­theo­re­ti­schen Po­si­tio­nen zu tun, die von der Band um ihren Front­mann Mar­cel „Wojna“ Wo­jna­ro­wicz ver­brei­tet wer­den. Die „Band­brei­te“, die sich als „die nächs­te Ge­ne­ra­ti­on des Po­lit-​Pop“ be­zeich­net, ve... [ ...mehr lesen?]
    27.08.2010, 20:20 Uhr
    Re: Das klingt nach Verschwörung

    Communarde
    retmarut
    So einen schlechten Artikel hätte ich eher auf Lizas Welt oder Wadi-Blog erwartet und nicht auf Secarts.org. An der Bandbreite gibt es sicher aus marxistischer Sicht einiges zu kritisieren, aber die grobschlächtigen "antideutschen" Diffamierungen sind dieser Plattform hier eigentlich nicht angemessen.

    Ohne Frage sind Bandbreites Texte anschlussfähig für reaktionäre Kreise. Auch der positive Bezug eines der Sänger auf das faschistische Gaga-Projekt Willi-Weise zeigt ja die ideologischen Abgründe bei ihm auf und sind aus antifaschistischer Sicht klar zu kritisieren, auch sonst haben die beiden Sänger einige mehr als bedenkliche Positionen. Aber diese gestelzten auf "Teufel komm raus" zusammengeklaubten Textinterpretationen: Da scheint der Jungle-World-Autor ganz der eigenen (offenbar "antideutschen") Ideologie erlegen zu sein.
    Wenn Kritik an der Bandbreite, dann bitte fundiert und mit ein bisschen Analyse unterfüttert und nicht mal kurz über die Oberfläche gestrubbt und polemisch garniert!

    Ich würde mich freuen, wenn Secarts.org nicht zu Indymedia mutiert, wo jede_r nach Gutdünken wirres Brainstorming abladen kann.
    27.08.2010, 20:29 Uhr
    Re: Das klingt nach Verschwörung

    Communarde
    SeppAigner
    retmarut:
    27.08.2010, 20:30 Uhr
    Re: Das klingt nach Verschwörung

    Communarde
    Erika
    Sorry, ich bin ein bisschen langsam. Wo genau sind in diesem Artikel "antideutsche" Diffamierungen?
    27.08.2010, 21:25 Uhr
    Re: Das klingt nach Verschwörung

    Communarde
    Stephan
    "Wenn Kritik an der Bandbreite, dann bitte fundiert "

    der Autor zitiert aus 14 verschiedenen Liedern dieser Band, auch wenn natürlich jeder einzelne komplett zitiert wird (oder besser werden kann), halte ich diesen Querschnitt für ausreichend, für mich ein Urteil über diese Band zu fällen.

    "Ohne Frage sind Bandbreites Texte anschlussfähig für reaktionäre Kreise. " finde ich dagegen verharmlosend, angesichts des geballten Unfugs der sich hier darbietet.

    Dass sie im Israel-Konflikt auf Seiten der Palästinenser stehen, finde ich nicht wirklich aussagekräftig in Hinblick auf eine Einstufung ins Gut/böse-Schema, auf Israels Seite finden sich ebensolche Knallköppe.

    Ansonsten möchte ich auf den wirklich guten Querfront-Artikel von Secarts verweisen. der diesen polemisch formulierten Artikel gut ergänzt.

    Aber vielleicht, lieber Retmarut, kannst Du Deine Kritik etwas unterfüttern. Antideutsches Brainstorming wie bei Lizas Welt finde ich dann ein wenig dünn, um Herrn Wassermann argumentativ trocken zu legen.
    28.08.2010, 01:36 Uhr
    Re: Das klingt nach Verschwörung

    EDIT: retmarut
    28.08.2010, 12:00 Uhr
    Communarde
    retmarut
    @ Stephan und Erika:
    Das ist ja nicht das erste Auftreten sog. "Antideutscher", um andere politische Richtungen zu diffamieren. Wie ich schon sagte: Da wird an der Oberfläche rumgestrubbt und rhetorisch rumgeschraubt, um dann die eigene verquollene Ideologie zu präsentieren.

    Stephan: >Antideutsches Brainstorming wie bei Lizas Welt finde ich dann ein wenig dünn
    Dito! Aber so dünn ist halt das "antideutsche" Süppchen, das uns da regelmäßig auf solchen Blogs serviert wird.

    "um Herrn Wassermann argumentativ trocken zu legen."
    Es ist sicher nicht meine Aufgabe, den "Wassermann argumentativ trockenzulegen" und ich bin auch ehrlich gesagt nicht in der Stimmung, diesen selten dämlichen Artikel en detail auseinanderzupflücken. Daher belasse ich es bei einem kleinen Einleitungstext und ein paar Kommentierungen von kurzen Passagen aus dem obigen Beitrag.

    Vorweg:
    Bei den "Antideutschen" handelt es sich um eine ehemals aus der Linken kommende Strömung, die sich zwar linken Duktus und linken Habitus bewahrt hat, aber mittlerweile rein bürgerliche Ideologie vor sich herschiebt. Ein Großteil der so called "Antideutschen" hat sich mittlerweile auf rassistische, antimuslime Propaganda, das pauschale Diffamieren von Linken und linken Bewegungen als "antisemitisch" sowie das Befürworten von US-amerikanischen Kriegen verlegt. Wer Klassenfragen thematisiert oder den Kapitalismus (jenseits irgendwelcher Wertkritik-Hubereien) kritisiert, wird leidenschaftlich gern als "völkisch" oder "strukureller Antisemit" betitelt. Positiver Bezug auf die SU und die Staaten des Realsozialismus (oder heute auch noch China) wird pauschal als "Steinzeitkommunismus" und - ganz im Totalitarismus-Slang - als "Stalinismus"- und "Diktatur"-Verehrung diffamiert.
    Bezugspunkt aller "Antideutschen" ist weiterhin ein pro-zionistisches Politikverständnis, also die Orientierung am bürgerlichen israelischen Nationalismus und dessen Realisierung unter den immer rechter werdenden Regierungskoalitionen der Knesset. Unter dem mehr als absurden Motto "Für Israel und den Kommunismus!" wird von dieser Szene jede noch so grauslige militärische Aktion der IDF verteidigt, sei es der Krieg gegen den Libanon, sei es die Bombardierung und Blockade Gazas, sei es die Absicherung des Siedlungsbaus orthodox-religiöser israelischer Gruppierungen im besetzten Gebiet. Da ist die "antideutsche" Szene sich dann auch nicht zu blöd, den Beschuss der Bevölkerung Gazas mit weißem Phosphor und Flechette-Geschossen ebenso zu rechtfertigen wie den Einsatz von Clusterbombs im Grenzgebiet zum Libanon während des (vorerst) letzten Libanonkrieges. Oder ganz aktuell die Rechtfertigung der Erschießung von 9 Passagieren der Mavi Marmara beim illegalen Kaperakt der IDF in internationalen Gewässern.

    Um nicht falsch verstanden zu werden: Unter bestimmten Voraussetzungen lässt sich mit "Antideutschen" (wie auch mit anderen bürgerlichen Strömungen wie den Kirchen, islamischen Gemeinden oder Kreisen aus FDP oder CDU) auch gemeinsam gegen Faschist_innen Bündnisarbeit betreiben, aber bei über diese Abwehrkämpfe hinausweisende Politikfelder stehen die meist eher auf der anderen Seite der Barrikade.

    Ich habe, mit Verlaub, ehrlich keine Lust, auf Secarts.org lange Diskussionen über die "Antideutschen" zu führen, dafür gibt es schon genug andere Foren und meine Zeit ist mir dafür auch wirklich zu schade.

    Zum konkreten Beitrag: Die "antideutsche" Ideologie in dem Artikel wird doch ganz offen vor sich hergetragen. Mit "antideutschen" Diffamierungen wird da nun wahrlich nicht gegeizt. Beispiele gefällig?

    Die an­ti­se­mi­ti­schen UNO-​Kon­fe­renz in Dur­ban im Sep­tem­ber 2001
    Klar, Kritik am staatlichen Umgang mit arabisch-palästinensischen Minderheit (immerhin fast 20% der Bevölkerung) in Israel und der israelischen Besatzungspolitik in den okkupierten palästinensischen Gebieten wird dann gleich zur antisemitischen Verschwörung von Durban.

    Weiter heisst es:
    Hier wer­den die Um­stän­de, die zum Rück­zug der is­rae­li­schen und ame­ri­ka­ni­schen De­le­ga­ti­on ge­führt hat­ten, ver­schwie­gen und die „Band­brei­te“ macht sich zum deut­schen An­klä­ger gegen die is­rae­li­sche Po­li­tik und zum Ver­tei­di­ger der Staa­ten, die auf­grund ihres An­ti­se­mi­tis­mus, an einer Ver­ur­tei­lung Is­raels ar­bei­ten.
    Dass es in Durban primär um die Frage von Rassismus und Sklaverei (und der Entschädigungsforderungen afrikanischer Staaten an die europäischen Kolonialstaaten) ging, sei nur am Rande erwähnt. Dass sich allein die Vertreter_innen der USA und Israels mit viel medialem Tamtam von der Konferenz verabschiedeten, weil auch die rassistische Besatzungspolitik Israels im Zusammenhang der Kolonialismusfrage mit behandelt wurde, wird jetzt bei Martin Wassermann als Handlangertum für den deutschen Imperialismus dargestellt. Weil die Band das in ihrem Text aufgreift sei sie "zum deutschen Ankäger" geworden. - Na, so viel Phantasie möchte ich auch mal haben.

    Die folgende Textpassage der Bandbreite wird dann anschließend "antideutsch" uminterpretiert, nach dem Motto: Was nicht passt, wird passend gemacht!

    Bandbreite: Fang nie­mals an mit fie­sen Fak­ten auf­zu­war­ten! Kri­ti­sier nie­mals is­rae­li­sche Greu­el­ta­ten. Denn De­mo­kra­ten, die las­sen sich nich alles bie­ten, du wirst erst zum An­ti-​Ame­ri­ka­ner und dann zum An­ti-​Se­mi­ten.

    Martin Wassermann: >Neben der Ab­leh­nung de­mo­kra­ti­scher Idea­le er­in­nert diese Ar­gu­men­ta­ti­on an die Ver­tei­dungs­tra­te­gie der An­ti-​Ame­ri­ka­ner_in­nen und An­ti­se­mit_in­nen, die diese Schutz­be­haup­tung nut­zen um sich gegen an­ti­fa­schis­ti­sche Kri­tik zu imu­ni­sie­ren.
    Tja, schön, woran sich Martin Wassermann so alles erinnert fühlt. Kritik an der Kriegspolitik Israels wird dann umgehend zur "Schutzbehauptung" von "Anti-Amerikaner_innen und Antisemit_innen". Worin die von Wassermann unterstellte "Ablehnung demokratischer Ideale" liegen soll, bleibt das sahnige Geheimnis des Autors. Auch die übrigen Assoziationen sind zwar ein schönes Beispiel für die übliche "antideutsche" Diskreditierung Dritter, nur fehlt halt auch hier jegliche argumentative Unterfütterung. In diesem Sinne mag mensch dem Autor wirklich mit Bandbreite zurufen: "Fang niemals an mit [fiesen] Fakten aufzuwarten!"

    Wie gesagt, das ließe sich am Artikel noch länger fortsetzen, allein mir fehlt die Lust. Martin Wassermann ist ja auch kein Unbekannter in der "antideutschen" Szene und veröffentlicht u.a. regelmäßig in seinem Blog reflexion.blogsport.de Artikel gegen vermeintliche Antisemit_innen im linken Gewande. So wird u.a. die DKP (wie früher die DDR in der BILD immer in Tüddelchen, überhaupt wird mit Gänsefüßchen nicht gespart) als antisemitischer und völkischer Haufen behandelt.
    Zitat von seiner Seite:
    Jede Par­tei hat ihre Theo­re­ti­ker_in­nen. Das gilt selbst­ver­ständ­lich auch für die „lin­ken“ Par­tei­en in Deutsch­land. In der „Deut­schen Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei“ (DKP) ist der 1925 ge­bo­re­ne Ro­bert Stei­ger­wald (s. Foto) solch eine Per­son. Er kann auf eine klas­si­sche Kar­rie­re als Kader zu­rück­bli­cken. 1948: Ein­tritt in die spä­ter ver­bo­te­ne „Kom­mu­nis­ti­sche Par­tei Deutsch­land“ (KPD). Dafür gab’s für den or­tho­do­xen Kom­mu­nis­ten fünf Jahre „Ein­zel­haft“. Stei­ger­wald ar­bei­te­re im il­le­ga­len „Zen­tral­ko­mi­tee“ der Par­tei, bis 1968 aus der il­le­ga­len „KPD“ die „DKP“ her­vor­ging. [...] Stei­ger­wald fin­det kein Wort der Kri­tik an der ak­tu­el­len Po­li­tik der „Deut­schen Kom­mu­nis­ti­sche Par­tei“ (DKP), die vor allem und zu al­ler­erst dort zu fin­den ist, wo sich mit dem pa­läs­ti­nen­si­schen oder ir­gend­ei­nem an­de­ren „Volk“ gegen Is­ra­el ver­bün­det wer­den kann.

    Ich bleibe dabei: Die Texte der Band Bandbreite bieten Anschlussfähigkeit für reaktionäre Kreise. Das gilt es zu recht zu kritisieren. Deswegen muss mensch noch lange nicht "antideutschen" Demagog_innen Platz in Form eines solchen Artikels auf secarts.org einräumen.
    28.08.2010, 13:33 Uhr
    Re: Das klingt nach Verschwörung

    EDIT: secarts
    28.08.2010, 13:56 Uhr
    Communarde
    secarts
    @retmarut:

    "Die Texte der Band Bandbreite bieten Anschlussfähigkeit für reaktionäre Kreise."
    "Bieten"? "Anschlußfähigkeit"? Was die veröffentlichen, ist reaktionär. Und wer sich an faschistischen Wahlprojekten beteiligt, handelt faschistisch. Diese Band bietet nix und schließt nix an, sie agiert im Querfrontmilieu.

    "Um nicht falsch verstanden zu werden: Unter bestimmten Voraussetzungen lässt sich mit "Antideutschen" (wie auch mit anderen bürgerlichen Strömungen wie den Kirchen, islamischen Gemeinden oder Kreisen aus FDP oder CDU) auch gemeinsam gegen Faschist_innen Bündnisarbeit betreiben"
    Ja. Zum Beispiel hier.

    "Ich habe, mit Verlaub, ehrlich keine Lust, auf Secarts.org lange Diskussionen über die "Antideutschen" zu führen"
    Ich auch nicht.

    "Ich würde mich freuen, wenn Secarts.org nicht zu Indymedia mutiert, wo jede_r nach Gutdünken wirres Brainstorming abladen kann. "
    ...ist's denn schon sooo schlimm?

    "Deswegen muss mensch noch lange nicht "antideutschen" Demagog_innen Platz in Form eines solchen Artikels auf secarts.org einräumen."
    Erstens: secarts.org ist (laut Selbstverständnis) ein Projekt von und für "Demokraten, Sozialisten, Kommunisten, Antifaschisten". Nicht jeder Artikel entspricht also deinem oder meinem Verständnis von marxistischer Analyse.
    Zweitens: Hier geht es weder um Israel, Palästina, die DKP oder Robert Steigerwald. Es geht um eine Band namens "die Bandbreite".
    Drittens: Diese Band wird vom Autor des Artikels kritisiert, und zwar im Wesentlichen für Äußerungen, die ich nicht minder kritisieren würde. Dass der Autor nicht das von dir erwünschte Niveau marxistischer Abstraktion pflegt, mag jetzt bedauerlich sein, ist aber für den antifaschistischen Aussagegehalt des Artikels schlicht unerheblich.
    Viertens - und das kopier ich hier herein, ich habe es unlängst in anderem Kontext geschrieben: "In der Natur der Sache liegt, dass kleinbürgerlich-demokratische Kräfte durchaus wüste Antikommunisten sein können (und häufig auch sind): immer dort, wo diese Kräfte die bürgerliche Demokratie verabsolutieren, gegen links verteidigen, haben wir sie zu bekämpfen. Bündnispartner sind sie jedoch immer dann, wenn sie die bürgerliche Demokratie gegen rechts verteidigen – ob uns ihre Losungen und sonstigen Ansichten nun immer schmecken oder nicht.".

    Ich würde dich, retmarut, bitten, diesen Artikel als das zu nehmen, was er ist: eine antifaschistische Kritik an einer Band. Was sonst noch für Meinungen, Weltbilder und Crashkurse über das Weltgeschehen in diesen Text eingeflossen sind, muss man nicht richtig finden. Wie man ja auch manches, was a) der Pfarrer, b) der DGB-Funktionär oder c) das SPD-Mitglied neben einem in einer antifaschistischen Demonstration sonst noch - neben der gemeinsamen Ablehnung von Faschisten - an divergierenden privaten oder politischen Meinungen hegt, nicht richtig finden muss.

    Aber: es sollte dann bitte im passenden Kontext (nämlich nicht im ANTIFASCHISTISCHEN!!) diskutiert werden. DAS ist bündnispolitisches kleines Einmaleins. Und auch nicht mit denselben Injurien, die man ja anderen immer mal wieder vorwirft. DAS ist für mich eine Frage des Stils.
    28.08.2010, 15:19 Uhr
    http://kritische-massen.over-blog

    Communarde
    Sepp Aigner
    GAST
    secarts:
    Die Bandbreite-Leute sind zwar oft ein wenig wirr im Kopf, aber sie stehen nicht den Faschisten nahe. Zu ihrer Verwirrung gehoert, dass sie sich, u.a., auf reaktionaere Truther beziehen - wie Freeman/Schall und Rauch. Mein Eindruck ist, dass sie zwischen Verschwoerungslegenden und einer ordentlichen Kapitalismus-Kritik herumirren, wie viele ihrer Fans auch, und dass das Leute sind, die man fuer linke Positionen gewinnen kann - oder an rechte Positionen verlieren.

    Ein Textbeispiel:

    Die neue RAF

    Er hat mich eingeladen, ich habe ihn getroffen,
    Er hat zu mir gesagt, eh bitte schalt dein Handy off, denn
    Ich hab dir was zu sagen, ich muss dir was erzählen,
    du musst mir folgen, denn du zählst zu meinen Auserwählten.

    Ich hab die Songs gehört und kenn deine Gedanken,
    zusammen sprengen wir Mauern und wir durchbrechen Schranken.
    Wir kommen nich ins wanken, denn wir agieren als Team.
    Vereint wie Zion im Kampf gegen die Maschinen.


    Click, Clack, Boom – Kapitalisten
    Click, Clack, Boom


    Ich seh die Typen in den rosa Polo-Hemden,
    Verwöhnte Söhne, hohle BWL-Studenten,
    deren Eltern ihnen eine Weisheit mit für ihr Leben gaben,
    wenn ich arm bin, hab ich eben selbst dafür die Schuld zu tragen.

    Die die da sagen, jedermann ist seines Glückes Schmied,
    und wenn's nicht geht, liegst daran, datt du hier nicht alles gibst.
    Nur übersieht dieses bürgerliche Mittelschicht,
    dat dat nicht drin ist, wenn man dafür nicht die Mittel kricht,

    eh man ich bitte dich, wer sitzt denn in den Chefetagen.
    Söhne reicher Eltern machen da die fetten Margen.
    Von wegen gleiche Chancen, es is für ihr Gewissen,
    Et tut so gut beim Geld scheffeln sich im Recht zu wissen.

    So Besserwissertypen die mich anekeln,
    mit tollen Reden wie: „Der Markt wird’s schon regeln“
    Aha deswegen sind die Löhne auf Rekordtief?
    Obwohl n Malocher hier die Schichten im Akkord im schiebt,

    noch vorn paar Jahren hatt' n Hiwi seine 30 Mark,
    Heute sind et 6,50 Euro mit nem Zeitvertrag.
    wir exportieren so stark, ja wir sind Weltmeister.
    Und jeder Manager mutiert hier zu nem Geldscheißer,

    sie werden schnell dreister, ficken den kleinen Mann
    während Mutti für die Kleinen nich ma mehr wat kaufen kann.
    Ich hör's mir laufend an, Hartz 4 wäre zu hoch,
    Hey Alter, schau mich an, eh hömma, seid ihr doof?

    Man kann sich von der Scheiße nicht mal mehr korrekt ernähren.
    Außerdem isset n Weg, um Menschen wegzusperren,
    hier läuft was echt verkehrt, nur fällt et keinem auf,
    ich nehm euch ins Visir und ziel mit meinem Lauf.



    Click, Clack, Boom – Kapitalisten
    Click, Clack, Boom – Kopfschuss, Kopfschuss
    Click, Clack, Boom – Kapitalisten
    Click, Clack, Boom – Kopfschuss, Kopfschuss


    Sie spannen die Drähte, die Herren der Finanzwelt,
    sie wissen zu genau, wie man es anstellt,
    Ganz egal ob bei Siemens oder Nokia,
    am Ende zählt nicht mehr der Mensch sondern das Kapital,

    Sie nehmen Firmen ein und werfen Leute raus,
    und an der Börse spenden Shareholder dann laut Applaus,
    Private Equity – leben von dem Leid der Andern,
    sie sind wie Heuschrecken, die über Wiesen wandern,

    Krisen die sich anbahnen, sind ihnen gleichgültig,
    Hauptsache reich und ja ihr Konto füllt sich.
    Es hüllt sich der Tycoon in protzige Gewänder
    finanziert durch den Profit aus den Drittwelt-Ländern.

    Er unterstützt die ortsansässigen Despoten,
    um sich die allerbesten Chancen auszuloten,
    er weiß der Boden hier ist reich und voller Schätze,
    und er gibt nen Scheiß auf moralische Gesetze.

    Er will an Gold, Silber, Zink oder an Magan,
    weil mit Gewinn er den Kram weiterverkaufen kann.
    So gut wie nichts davon, kommt da dem Land zu Gute.
    Ihm ist egal, ob dafür Kinder in den Minen bluten,

    sieh mal auf deine Schuhe, die stehen dir Scheißegut
    und Kinderhände produzierten deine Nikeboots,
    ich krieg da reichlich Wut und rede mich Rage
    und frage mich wat tun, gegen die Scheiß-Bagage.


    Refrain


    Auf der Welt verhungern Menschen weil Getreide fehlt,
    Deren Essen hast du grad in deinen Tank gefüllt,
    wie hat's sich angefühlt, dein teurer Biodiesel
    der verhindert, datt die andern wat zu fressen kriegen?

    Zehn Kilo Futter liefern ein Kilo Fleisch,
    Und ihnen fehlt die Weide für Weizen und Reis.
    Allein das Fleisch auf deinem Grill in diesem Sommer, Mann
    hätte in Afrika gereicht für um die 100 Mann.

    Zuckende Schultern dann, ihr könnt dat nich verstehen,
    weil euch die Medien andere Bilder durch die Köpfe drehen,
    weil sie euch suggerieren, wat die größte Sorge is,
    miten in Deutschland und ein Islamist ermodertet dich.

    Ich find das lächerlich wie sie den Stress entfachen,
    und die echten Sorgen für den Rest vergessen machen.
    Ich bin nicht in der Lage und bin auch nicht bereit,
    zu akzeptieren, datt die Scheiße so für immer bleibt.

    Et reibt mich auf jede Nacht, wenn ich mich schlafen leg,
    und mir der Puls in meinem Hals bis an die Decke schlägt.
    Mir wir der Kopf zu heiß und meine Füße kalt,
    und jede Faser in mir dürstet nach Gewalt.

    Ich mach die Bonzen kalt, wo immer immer ich sie treff
    Wir brauchen sie weltweit, die neue RAF.
    Gegen die Chef, diese heimlichen Hitlers,
    und Wojna dich frage ich, ob du mitmachst.


    Refrain

    Wojna, bist du dabei?
    Wojna, bist du dabei?
    Nein!

    Wassermanns Anliegen ist m.E. ein ganz anderes als die Kritik der Bandbreite. Die Band hat Zoff mit den sogenannten Antideutschen. Das ist der wirkliche Grund seiner "Kritik", in der er eben nicht kritisiert, sondern denunziert, gehaessig und sinnentstellend interpretiert, die Band als "Querfrontler" hinstellt.

    Deinen Satz unter Viertens sollte man besser auf Bandbreite und ihre Fans anwenden als auf Wassermann u. Co., welchletztere nicht verwirrt und im besten Fall suchend sind, sondern einen glasklaren pro-imperialistischen Standpunkt haben. Das Wesen des "antideutschen" Projekts besteht darin, diesen pro-imperialistischen Standpunkt in die Linke hineinzutragen. Dein "Viertens" muss natuerlich auch gegenueber den Menschen angewendet werden, die darauf hereinfallen. Aber das "antideutsche" Projekt selbst ist m.E. schlicht ein Geheimdienstmanoever, gegenueber dem es keine Buendnispolitik, sondern nur Abwehr gibt.
    28.08.2010, 16:13 Uhr
    Re: Das klingt nach Verschwörung

    EDIT: retmarut
    28.08.2010, 19:42 Uhr
    Communarde
    retmarut
    @ Secarts:
    Mit dem "antideutschen" Beitrag wird schlicht versucht, die Bandbreite in eine faschistische Ecke zu stellen, wo sie definitiv nicht hingehört. Die Band ist sicher, wie Sepp schon darstellte, in ihrer Weltanschauung etwas wirr, aber Faschisten sind das nun wahrlich nicht. Wie ich schon sagte: Die bieten mit ihren Verschwörungskisten et al. Anschluss für Faschist_innen - und das gehört eindeutig kritisiert!

    Die ganze Intention des Wassermann-Beitrags ist eben keine "antifaschistische Kritik an einer Band", sondern ein rein denunziatorischer Hetzbeitrag. (Ich dachte, das ginge aus meinem vorherigen Kommentar klar hervor.) Ziel ist es bei ihm eben nicht, über faschistische Ideologien, Umtriebe oder Strukturen aufzuklären, sondern einzig um die Diffamierung von linken Gruppen und Personen, hier konkret die Band Bandbreite. Und dabei wird vom Autor in seiner eklektischen Aneinanderreihung auch kein noch so hanebüchendes "Argument", keine noch so schräge Textinterpretation ausgelassen.

    Es kann ja jedem/r mal passieren, auf eine "antideutsche" Diffamierungsklamotte hereinzufallen, auch Secarts.org, aber ich finde es schon wichtig und ehrlich, den Faupax dann auch einzugestehen und die vorgebrachten Kritiken daran auch ernst zu nehmen und nicht auf Formalismen auszuweichen.

    Und ob Martin Wassermann sich nun als Demokrat, "emanzipatorischer Linker", Soli-Zionist oder was auch immer versteht, ist mir ehrlich gesagt ziemlich wumpe. Faktisch betreibt er hier die seit Jahren immer wieder gleich ablaufende "antideutsche" Demagogie gegen diejenigen, die Kritik an solch einer "antideutschen" Weltanschauung üben. Oder um Dein Zitat (dem ich voll zustimme, wir sprachen ja vor kurzem per PM drüber) zu bringen: "In der Natur der Sache liegt, dass kleinbürgerlich-demokratische Kräfte durchaus wüste Antikommunisten sein können (und häufig auch sind): immer dort, wo diese Kräfte die bürgerliche Demokratie verabsolutieren, gegen links verteidigen, haben wir sie zu bekämpfen" - sic!

    (Dass Wassermann darüber hinaus auch tiefersitzende antikommunistische Reflexe bedient, wie am Beitrag über den Genossen Steigerwald exemplarisch dargelegt, komplettiert hier lediglich das Bild des dahinterstehenden ideologischen Kampfes der "Antideutschen".)
    28.08.2010, 17:06 Uhr
    Re: Das klingt nach Verschwörung

    EDIT: retmarut
    28.08.2010, 17:09 Uhr
    Communarde
    retmarut
    In diesem Zusammenhang möchte ich noch auf eine Stellungnahme von Wojna auf einen Artikel in der WAZ hinweisen, in dem einiges zum Selbstverständnis der Band steht. Ich hoffe, dass die kruden Faschismus-Vorwürfe zumindest mit dem Handeln und dem Selbstverständnis der Bandbreite Link ...jetzt anmelden! in Bezug gesetzt werden.
    siehe: Link ...jetzt anmelden! Link ...jetzt anmelden!

    Vielleicht sollte sich jede_r mal lieber ein eigenes Bild von den Songs und Videos machen, statt sich mit Textbruchstücken "antideutscher Kritiker" zu begnügen:

    "Unter falscher Flagge": Link ...jetzt anmelden! Link ...jetzt anmelden!

    "Der Anti-Deutsche": Link ...jetzt anmelden! Link ...jetzt anmelden!

    [PS: Gerade bei der Situation in NRW, wo die "Antideutschen" vor einigen Jahren die autonome Antifa-Szene regelrecht zerlegt und paralysiert haben, kann ich diesen nachdenklichen Song schon gut nachvollziehen, zumal ja nicht nur politische Strukturen, sondern auch etliche Freundschaften und Beziehungen dadurch in die Brüche gingen.]
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