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•NEUER BEITRAG28.04.2025, 15:13 Uhr
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Kriegführung mit Künstlicher Intelligenz
heise heute:Google DeepMind: Forscher rebellieren gegen Militärkooperation
Etwa 300 Mitarbeiter von Google DeepMind in London wollen einer Gewerkschaft beitreten – nicht wegen Gehaltsfragen, sondern aus ethischen Bedenken. Der Auslöser: Google hat im Februar sein Versprechen gebrochen, keine KI für Waffen oder Überwachung zu entwickeln. Das Unternehmen erlaubt nun ausdrücklich militärische Anwendungen seiner KI-Technologie. Google rechtfertigt diesen Kurswechsel mit dem globalen Wettbewerb: Demokratien müssten bei KI führend bleiben, um autoritären Staaten nicht das Feld zu überlassen.
Besonders kritisch sehen die DeepMind-Beschäftigten das Projekt Nimbus, eine Kooperation von Google und Amazon mit Israel, die im Gaza-Konflikt zum Einsatz kommen könnte. Fünf Mitarbeiter haben bereits gekündigt. Nach einem unbeantworteten Brief an die Führung setzen die Kritiker nun auf gewerkschaftliche Organisation – ein Novum in der bislang kaum organisierten KI-Branche, das zu Verhandlungen oder sogar Streiks führen könnte.
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Verlinkt ist auf einen the-decoder-Artikel vom 6. Februar:
Google ebnet den Weg für den Einsatz von KI zu militärischen Zwecken
Google hat seine ethischen KI-Richtlinien überarbeitet und erlaubt nun den Einsatz seiner KI-Technologie für Waffen und Überwachung. Der Konzern folgt damit einem Trend in der KI-Branche.
Google hat am Dienstag seine ethischen Richtlinien für künstliche Intelligenz grundlegend überarbeitet. Wie die Washington Post berichtet, entfernte der Konzern die bisherigen Beschränkungen für den Einsatz seiner KI-Technologie in Waffen und Überwachungssystemen.
Zuvor enthielten die Richtlinien eine Liste von vier Anwendungen, die Google ausdrücklich ausschloss: Waffen, Überwachung, Technologien, die "Schaden verursachen oder wahrscheinlich verursachen werden" sowie Anwendungen, die gegen internationales Recht und Menschenrechte verstoßen.
Der Tech-Gigant begründet diesen Schritt mit dem zunehmenden globalen Wettbewerb um die KI-Führungsrolle. "Demokratien sollten die KI-Entwicklung anführen, geleitet von Grundwerten wie Freiheit, Gleichheit und Respekt für Menschenrechte", erklärten Googles KI-Chef Demis Hassabis und Senior Vice President James Manyika in einem Blogbeitrag.
Die neuen Richtlinien sehen vor, dass die Technologie im Einklang mit "allgemein akzeptierten Prinzipien des internationalen Rechts und der Menschenrechte" eingesetzt werden soll. Google will dabei nach eigenen Angaben durch menschliche Aufsicht und Tests "unbeabsichtigte oder schädliche Folgen" minimieren.
KI-Labore im Dienst der nationalen Sicherheit
Google-Mitarbeiter haben in den vergangenen Jahren immer wieder gegen den militärischen Einsatz der von ihnen entwickelten KI-Systeme protestiert. Doch das wirkt mittlerweile wie aus einer anderen Zeit.
Auch andere KI-Labore haben ihre Haltung geändert: Kürzlich gab OpenAI eine Partnerschaft mit dem Rüstungskonzern Anduril bekannt, um KI-basierte Drohnenabwehrsysteme für das US-Militär zu entwickeln.
Meta hat seine Llama-KI-Modelle dem US-Militär zur Verfügung gestellt und Anthropic arbeitet mit dem Rüstungsunternehmen Palantir zusammen, um US-amerikanischen Geheimdiensten und Verteidigungsbehörden den Zugriff auf Versionen von Claude über Amazon Web Services zu ermöglichen.
Microsoft schlug dem US-Verteidigungsministerium im vergangenen Jahr vor, den KI-Bildgenerator DALL-E von OpenAI für die Entwicklung von Software für militärische Operationen zu nutzen, wie aus internen Präsentationsunterlagen hervorgeht.
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•NEUER BEITRAG01.11.2025, 22:56 Uhr
EDIT: FPeregrin
01.11.2025, 23:01 Uhr
01.11.2025, 23:01 Uhr
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| FPeregrin | |
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"P.S.: Hinzuweisen ist m.E. auf die Inkompatibilität dieser Art der Kriegführung mit dem gleichzeitigen massiven Einsatz von Nuklearwaffen: [...]"
"... es sei denn, man knüpft an ihre mögliche Einsatzform als NEMP-Waffe an, um KI-Waffen auszuschalten: [...]"
Es bleibt dann aber so, daß ein solcher Nuklearwaffeneinsatz den eigenen KI-Waffeneinsatz mitbehindert, ... das will keiner von den Kommißköppen.
Ergo ist eine Entwicklung der Waffentechnik folgerichtig, die auf einen gezielten Gebrauch von EMPs abzielt. Angeblich haben die Yanks im Groben sowas schon 2003 im Kriegen den Iraq gemacht - Spiegel vom 27. März 2003: "Unterdessen setzte die US-Luftwaffe bei der Bombardierung von irakischen TV-Sendern erstmals eine experimentelle Waffe ein. Regierungsvertreter wollten keine Details nennen, sagten jedoch, dass sie in den vergangenen Monaten eine Bombe entwickelt hätten, die einen elektromagnetischen Puls (EMP) aussendet, um elektronische Anlagen des Gegners zu zerstören."
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Etwas eleganter sind nun die Versuche, die auf die Ausschaltung der für die klassische Luftabwehr so unangenehmen Drohen-Sättigungsangriffe mittels EMP hinauslaufen. Golem hat heute hierzu folgendes:
Mikrowellenwaffe gegen Drohnenschwärme getestet
Das US-Militär setzt auf Hightech statt Munition – ein neues Waffensystem legt Drohnen lahm, bevor sie zuschlagen können.
1. November 2025 um 15:45 Uhr / Andreas Donath
Leonidas könnte eine Antwort auf autonome Drohnenschwärme sein, die versuchen, die eigene Flugabwehr zu übersättigen. Das System entstand aus einer Zusammenarbeit zwischen Epirus und General Dynamics Land Systems gehört ins Spektrum der elektronischen Gegenmaßnahmen. Allerdings stört das System die Drohnen nicht, es vernichtet ihre Schaltkreise, wie die Website BGR berichtet.
Das Waffensystem verbindet einen Mikrowellenstrahler mit einer gepanzerten Roboterplattform, konkret auf dem zehn Tonnen schweren Tracked Robot von General Dynamics. Die Waffe richtet konzentrierte Mikrowellenimpulse auf anfliegende unbemannte Fluggeräte. Diese Pulse zielen auf die elektronischen Systeme ab, die Drohnen steuern und betreiben – mit dem Ziel, sie innerhalb von Sekunden funktionsunfähig zu machen.
So funktioniert die Technologie
Ein Demonstrationsvideo von Epirus zeigt das Leonidas-System im Einsatz gegen unterschiedlich große unbemannte Fluggeräte. Es zerstört alle Drohnen in der Testsequenz innerhalb einer einzigen Sekunde.
Die zehn Tonnen schwere Kettenfahrzeug-Plattform bietet Mobilität im unwegsamen Gelände – ein wichtiger Faktor für den Einsatz in Kampfumgebungen. Die Plattform selbst ist autonom, kann also ohne direkte menschliche Kontrolle operieren, während Bediener bei Bedarf die Kommandogewalt übernehmen können. Das System ist mit einem 360-Grad-Radar für Bedrohungserkennung und Zielverfolgung ausgerüstet.
Im Gegensatz zu kinetischen Gegenmaßnahmen erzeugt das System selbst keine Splitter. Das gilt natürlich nicht für die davon zum Absturz gebrachten Drohnen. Sollten diese auch noch Sprengladungen mit Aufschlagszündern tragen, können am Boden dennoch Schäden entstehen. Wie viele Impulse mit dem System ohne Nachladen des Akkus möglich sind, ist nicht bekannt.
Noch ist nicht bekannt, ob das System von den US-Streitkräften in größeren Stückzahlen beschafft werden soll.
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Der erwähnte BGR-Artike ist hier:
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Rumbebastelt wird daran seit mindestens 2023 - Golem am 23. Mai 2023:
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Das ist alles sehr viel "zielführender" als noch die EMP-Bombe in 3. Golfkrieg und erst recht großflächige nukleare, Freund wie Feind beeinträchtigen Polarlichtaufführungen à la Starfish Prime.
Es bleibt dabei, die KI-Kriegsführung läuft in eine Richtung, die den entwickelten Nuklearkrieg eher unwahrscheinlicher macht. Das macht "die KI" deshalb nicht zu einer ungefährlichen, sondern zu einer sehr gefährlichen Waffe, denn im Gegensatz zum Doomsday-Szenario des nuklearen Niederschlagungskriegs ist der neue KI-Krieg u. U. nicht nur als Ermattungskrieg - wie fast alle Kriege seit 1945 - führbar, sondern möglicherweise (! - da lege ich mich noch nicht fest!) eben auch wieder als klassischer Niederschlagungskrieg. Das wäre für Hasardeure attraktiv, wie der dt. Imp. genetisch und notorisch einer ist!
FN: Zur Unterscheidung von ‘Niederwerfungsstrategie’ vs. ‘Ermattungsstrategie’ verweise ich mal auf das Referat von Pit Simons auf der HFK 2023:
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"... es sei denn, man knüpft an ihre mögliche Einsatzform als NEMP-Waffe an, um KI-Waffen auszuschalten: [...]"
Es bleibt dann aber so, daß ein solcher Nuklearwaffeneinsatz den eigenen KI-Waffeneinsatz mitbehindert, ... das will keiner von den Kommißköppen.
Ergo ist eine Entwicklung der Waffentechnik folgerichtig, die auf einen gezielten Gebrauch von EMPs abzielt. Angeblich haben die Yanks im Groben sowas schon 2003 im Kriegen den Iraq gemacht - Spiegel vom 27. März 2003: "Unterdessen setzte die US-Luftwaffe bei der Bombardierung von irakischen TV-Sendern erstmals eine experimentelle Waffe ein. Regierungsvertreter wollten keine Details nennen, sagten jedoch, dass sie in den vergangenen Monaten eine Bombe entwickelt hätten, die einen elektromagnetischen Puls (EMP) aussendet, um elektronische Anlagen des Gegners zu zerstören."
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Etwas eleganter sind nun die Versuche, die auf die Ausschaltung der für die klassische Luftabwehr so unangenehmen Drohen-Sättigungsangriffe mittels EMP hinauslaufen. Golem hat heute hierzu folgendes:
Mikrowellenwaffe gegen Drohnenschwärme getestet
Das US-Militär setzt auf Hightech statt Munition – ein neues Waffensystem legt Drohnen lahm, bevor sie zuschlagen können.
1. November 2025 um 15:45 Uhr / Andreas Donath
Leonidas könnte eine Antwort auf autonome Drohnenschwärme sein, die versuchen, die eigene Flugabwehr zu übersättigen. Das System entstand aus einer Zusammenarbeit zwischen Epirus und General Dynamics Land Systems gehört ins Spektrum der elektronischen Gegenmaßnahmen. Allerdings stört das System die Drohnen nicht, es vernichtet ihre Schaltkreise, wie die Website BGR berichtet.
Das Waffensystem verbindet einen Mikrowellenstrahler mit einer gepanzerten Roboterplattform, konkret auf dem zehn Tonnen schweren Tracked Robot von General Dynamics. Die Waffe richtet konzentrierte Mikrowellenimpulse auf anfliegende unbemannte Fluggeräte. Diese Pulse zielen auf die elektronischen Systeme ab, die Drohnen steuern und betreiben – mit dem Ziel, sie innerhalb von Sekunden funktionsunfähig zu machen.
So funktioniert die Technologie
Ein Demonstrationsvideo von Epirus zeigt das Leonidas-System im Einsatz gegen unterschiedlich große unbemannte Fluggeräte. Es zerstört alle Drohnen in der Testsequenz innerhalb einer einzigen Sekunde.
Die zehn Tonnen schwere Kettenfahrzeug-Plattform bietet Mobilität im unwegsamen Gelände – ein wichtiger Faktor für den Einsatz in Kampfumgebungen. Die Plattform selbst ist autonom, kann also ohne direkte menschliche Kontrolle operieren, während Bediener bei Bedarf die Kommandogewalt übernehmen können. Das System ist mit einem 360-Grad-Radar für Bedrohungserkennung und Zielverfolgung ausgerüstet.
Im Gegensatz zu kinetischen Gegenmaßnahmen erzeugt das System selbst keine Splitter. Das gilt natürlich nicht für die davon zum Absturz gebrachten Drohnen. Sollten diese auch noch Sprengladungen mit Aufschlagszündern tragen, können am Boden dennoch Schäden entstehen. Wie viele Impulse mit dem System ohne Nachladen des Akkus möglich sind, ist nicht bekannt.
Noch ist nicht bekannt, ob das System von den US-Streitkräften in größeren Stückzahlen beschafft werden soll.
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Der erwähnte BGR-Artike ist hier:
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Rumbebastelt wird daran seit mindestens 2023 - Golem am 23. Mai 2023:
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Das ist alles sehr viel "zielführender" als noch die EMP-Bombe in 3. Golfkrieg und erst recht großflächige nukleare, Freund wie Feind beeinträchtigen Polarlichtaufführungen à la Starfish Prime.
Es bleibt dabei, die KI-Kriegsführung läuft in eine Richtung, die den entwickelten Nuklearkrieg eher unwahrscheinlicher macht. Das macht "die KI" deshalb nicht zu einer ungefährlichen, sondern zu einer sehr gefährlichen Waffe, denn im Gegensatz zum Doomsday-Szenario des nuklearen Niederschlagungskriegs ist der neue KI-Krieg u. U. nicht nur als Ermattungskrieg - wie fast alle Kriege seit 1945 - führbar, sondern möglicherweise (! - da lege ich mich noch nicht fest!) eben auch wieder als klassischer Niederschlagungskrieg. Das wäre für Hasardeure attraktiv, wie der dt. Imp. genetisch und notorisch einer ist!
FN: Zur Unterscheidung von ‘Niederwerfungsstrategie’ vs. ‘Ermattungsstrategie’ verweise ich mal auf das Referat von Pit Simons auf der HFK 2023:
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•NEUER BEITRAG10.11.2025, 14:27 Uhr
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"im Gegensatz zum Doomsday-Szenario des nuklearen Niederschlagungskriegs ist der neue KI-Krieg u. U. nicht nur als Ermattungskrieg - wie fast alle Kriege seit 1945 - führbar, sondern möglicherweise (! - da lege ich mich noch nicht fest!) eben auch wieder als klassischer Niederschlagungskrieg."
Tatsache ist allerdings, daß in taktischer und operativer Hinsicht die Entwicklungsrichtung auf noch stärkere Ausrichtung auf Ermattungsziele geht, Ob dies auf strategischer Ebene zu dialektischen Umschlageeffekten führen kann, werden wir früher oder später gewahr werden; je stärker strategisch gedacht und gehandelt wird, desto politischer wird es auch ...
Zur russischen Drohnenkriegsführung hatte tp am 7. November folgenden instruktiven Artikel:
Warum sterben 50 Prozent der Soldaten, bevor sie kämpfen können?
07. November 2025 Lars Lange
Etwa die Hälfte erreicht die Frontlinie nicht – Drohnen und totale Überwachung haben die Kriegsführung grundlegend verändert. Eine Analyse.
Die russischen Streitkräfte kontrollieren mittlerweile etwa 90 Prozent der ostukrainischen Stadt Pokrowsk. Die Stadt kann damit für die ukrainische Armee als verloren gelten.
Nach monatelangen Kämpfen ist die einstmals rund 60.000 Einwohner zählende Stadt im Donbass nahezu vollständig in russische Hand gefallen. Wie der Telegram-Kanal Suriyakmaps berichtet, führen russische Einheiten derzeit Säuberungsoperationen in den Bezirken 8 und Dinas durch, nachdem sie die meisten ukrainischen Widerstandsnester beseitigt haben. Gleichzeitig greifen russische Truppen die Druschba-Datschen an – den letzten Vorort von Pokrowsk unter ukrainischer Kontrolle.
Die Stadt war vor der russischen Belagerung ein wichtiges Logistikzentrum für die ukrainischen Truppen im Donbass. Sie liegt an einer Kreuzung mehrerer Hauptverkehrsrouten und verfügt über Eisenbahnverbindungen, die für den Transport von Truppen, Material und Nachschub entscheidend sind.
Aktuelle militärische Lage in Pokrowsk
In Myrnohrad, östlich von Pokrowsk, ist die Lage für die ukrainischen Streitkräfte besonders kritisch. Die Stadt ist faktisch eingeschlossen. Nur ein schmaler, etwa einen Kilometer breiter Korridor über offenes Feld steht noch zur Verfügung – unter vollständiger russischer Drohnenkontrolle. Jeder Evakuierungsversuch führt zu hohen Verlusten.
Russische Truppen greifen gleichzeitig geschwächte ukrainische Stellungen in Rodynske nördlich von Pokrowsk an. Die ukrainischen Verteidiger in der Region stehen vor einem zahlenmäßigen Nachteil von 1:8, wie die Washington Post berichtet.
Die neue Realität des Krieges: Konzeptioneller Rahmen
Der Konflikt in der Ukraine zeigt einen fundamentalen Wandel in der modernen Kriegsführung. Die klassische "Manöverkriegsführung" mit großen mechanisierten Verbänden, die auf Durchbrüche und schnelle Bewegungen setzen, wird zunehmend von einer "molekularen Kriegsführung" auf operativer Ebene abgelöst.
Wie der russische Militärtheoretiker und ehemalige Generalstabschef Yuri Baluyevsky in einem aktuellen Artikel im russischen geopolitischen Journal Global Affairs darlegt, erleben wir eine "Drohnenrevolution", die er im weiteren Sinne als "digitalen Krieg" bezeichnet.
Auf strategischer Ebene entwickelt sich parallel dazu eine "kybernetische Kriegsführung", bei der nicht mehr die Eroberung konkreter Geländeabschnitte im Vordergrund steht, sondern die systematische Abnutzung des Gegners in definierten und fluktuierenden Kampfräumen.
Ein zentrales Element dieser neuen Kriegsführung ist das Konzept der "Kriegsführung ohne direkten Kontakt". Wie der prorussische Blogger Simplicius ausführt, basiert dieses Konzept auf Ideen früherer sowjetischer Theoretiker, die eine Zukunft vorhersagten, in der selbst das Konzept der "Frontlinien" gänzlich verschwinden würde.
Der russische Militärtheoretiker Generalmajor Slipchenko, den Simplicius in seinem Artikel zitiert, betonte, dass fundamentale Konzepte wie "Front", "Hinterland" und "vordere Linie" zunehmend durch nur zwei Begriffe ersetzt werden: "Ziel" und "Nicht-Ziel" für präzise Fernschläge.
Die totale "Transparenz" des Schlachtfelds durch Drohnen und andere Aufklärungsmittel hat das traditionelle Konzept des "Nebels des Krieges" nahezu beseitigt und eine Ära kompletter Gefechtsfeld-Transparenz eingeläutet. Dies führt dazu, dass selbst das Konzept des taktischen Manövers für einen Sieg nicht mehr zwingend notwendig erscheint.
Die Realität an der Front: Der Weg in die "Todeszone"
Die praktische Realität für Soldaten an der Front in der Region Pokrowsk ist extrem gefährlich. Ein russischer Bericht, zitiert von Simplicius, beschreibt detailliert die Herausforderungen des Truppentransports zur Kontaktlinie.
Der Prozess beginnt 20–25 km von der Frontlinie entfernt, wo die Soldaten an einem Sammelpunkt zusammengezogen werden. Von dort erfolgt ein gestaffelter Transport: Zunächst werden sie an einem Punkt etwa zehn bis dreizehn Kilometer von der Kontaktlinie abgesetzt, wo sie für Stunden oder Tage verbleiben können. Dies ist ein nahegelegener Evakuierungspunkt, von dem aus eine Flucht noch relativ sicher möglich ist.
Der nächste Abladepunkt liegt fünf bis sieben Kilometer von der Kontaktlinie entfernt – weiter können Fahrzeuge nicht mehr vordringen. Alle weiteren Vorwärtsbewegungen durch Minenfelder und offenes Gelände werden von ortskundigen Führern geleitet. Von dort erreichen die Soldaten zu Fuß den Punkt, von dem aus der Angriff beginnen kann.
Etwa die Hälfte der Soldaten erreicht die vorgesehenen Positionen nicht – sie werden durch Drohnenangriffe verwundet oder getötet. Die Überlebenden, typischerweise in Zweiergruppen, verstecken sich in Ruinen und Kellern und vermeiden unnötige Bewegungen im Freien. Sie verbringen dort Wochen oder sogar Monate.
Diese Zersplitterung in isolierte, molekulare Kampfgruppen veranschaulicht exemplarisch den Übergang von der Manöver- zur kybernetischen Kriegsführung. Unter diesen Bedingungen ist davon auszugehen, dass an den eigentlichen Gefechten innerhalb der Stadt jeweils nur einige Hundert Soldaten aktiv beteiligt sind.
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Tatsache ist allerdings, daß in taktischer und operativer Hinsicht die Entwicklungsrichtung auf noch stärkere Ausrichtung auf Ermattungsziele geht, Ob dies auf strategischer Ebene zu dialektischen Umschlageeffekten führen kann, werden wir früher oder später gewahr werden; je stärker strategisch gedacht und gehandelt wird, desto politischer wird es auch ...
Zur russischen Drohnenkriegsführung hatte tp am 7. November folgenden instruktiven Artikel:
Warum sterben 50 Prozent der Soldaten, bevor sie kämpfen können?
07. November 2025 Lars Lange
Etwa die Hälfte erreicht die Frontlinie nicht – Drohnen und totale Überwachung haben die Kriegsführung grundlegend verändert. Eine Analyse.
Die russischen Streitkräfte kontrollieren mittlerweile etwa 90 Prozent der ostukrainischen Stadt Pokrowsk. Die Stadt kann damit für die ukrainische Armee als verloren gelten.
Nach monatelangen Kämpfen ist die einstmals rund 60.000 Einwohner zählende Stadt im Donbass nahezu vollständig in russische Hand gefallen. Wie der Telegram-Kanal Suriyakmaps berichtet, führen russische Einheiten derzeit Säuberungsoperationen in den Bezirken 8 und Dinas durch, nachdem sie die meisten ukrainischen Widerstandsnester beseitigt haben. Gleichzeitig greifen russische Truppen die Druschba-Datschen an – den letzten Vorort von Pokrowsk unter ukrainischer Kontrolle.
Die Stadt war vor der russischen Belagerung ein wichtiges Logistikzentrum für die ukrainischen Truppen im Donbass. Sie liegt an einer Kreuzung mehrerer Hauptverkehrsrouten und verfügt über Eisenbahnverbindungen, die für den Transport von Truppen, Material und Nachschub entscheidend sind.
Aktuelle militärische Lage in Pokrowsk
In Myrnohrad, östlich von Pokrowsk, ist die Lage für die ukrainischen Streitkräfte besonders kritisch. Die Stadt ist faktisch eingeschlossen. Nur ein schmaler, etwa einen Kilometer breiter Korridor über offenes Feld steht noch zur Verfügung – unter vollständiger russischer Drohnenkontrolle. Jeder Evakuierungsversuch führt zu hohen Verlusten.
Russische Truppen greifen gleichzeitig geschwächte ukrainische Stellungen in Rodynske nördlich von Pokrowsk an. Die ukrainischen Verteidiger in der Region stehen vor einem zahlenmäßigen Nachteil von 1:8, wie die Washington Post berichtet.
Die neue Realität des Krieges: Konzeptioneller Rahmen
Der Konflikt in der Ukraine zeigt einen fundamentalen Wandel in der modernen Kriegsführung. Die klassische "Manöverkriegsführung" mit großen mechanisierten Verbänden, die auf Durchbrüche und schnelle Bewegungen setzen, wird zunehmend von einer "molekularen Kriegsführung" auf operativer Ebene abgelöst.
Wie der russische Militärtheoretiker und ehemalige Generalstabschef Yuri Baluyevsky in einem aktuellen Artikel im russischen geopolitischen Journal Global Affairs darlegt, erleben wir eine "Drohnenrevolution", die er im weiteren Sinne als "digitalen Krieg" bezeichnet.
Auf strategischer Ebene entwickelt sich parallel dazu eine "kybernetische Kriegsführung", bei der nicht mehr die Eroberung konkreter Geländeabschnitte im Vordergrund steht, sondern die systematische Abnutzung des Gegners in definierten und fluktuierenden Kampfräumen.
Ein zentrales Element dieser neuen Kriegsführung ist das Konzept der "Kriegsführung ohne direkten Kontakt". Wie der prorussische Blogger Simplicius ausführt, basiert dieses Konzept auf Ideen früherer sowjetischer Theoretiker, die eine Zukunft vorhersagten, in der selbst das Konzept der "Frontlinien" gänzlich verschwinden würde.
Der russische Militärtheoretiker Generalmajor Slipchenko, den Simplicius in seinem Artikel zitiert, betonte, dass fundamentale Konzepte wie "Front", "Hinterland" und "vordere Linie" zunehmend durch nur zwei Begriffe ersetzt werden: "Ziel" und "Nicht-Ziel" für präzise Fernschläge.
Die totale "Transparenz" des Schlachtfelds durch Drohnen und andere Aufklärungsmittel hat das traditionelle Konzept des "Nebels des Krieges" nahezu beseitigt und eine Ära kompletter Gefechtsfeld-Transparenz eingeläutet. Dies führt dazu, dass selbst das Konzept des taktischen Manövers für einen Sieg nicht mehr zwingend notwendig erscheint.
Die Realität an der Front: Der Weg in die "Todeszone"
Die praktische Realität für Soldaten an der Front in der Region Pokrowsk ist extrem gefährlich. Ein russischer Bericht, zitiert von Simplicius, beschreibt detailliert die Herausforderungen des Truppentransports zur Kontaktlinie.
Der Prozess beginnt 20–25 km von der Frontlinie entfernt, wo die Soldaten an einem Sammelpunkt zusammengezogen werden. Von dort erfolgt ein gestaffelter Transport: Zunächst werden sie an einem Punkt etwa zehn bis dreizehn Kilometer von der Kontaktlinie abgesetzt, wo sie für Stunden oder Tage verbleiben können. Dies ist ein nahegelegener Evakuierungspunkt, von dem aus eine Flucht noch relativ sicher möglich ist.
Der nächste Abladepunkt liegt fünf bis sieben Kilometer von der Kontaktlinie entfernt – weiter können Fahrzeuge nicht mehr vordringen. Alle weiteren Vorwärtsbewegungen durch Minenfelder und offenes Gelände werden von ortskundigen Führern geleitet. Von dort erreichen die Soldaten zu Fuß den Punkt, von dem aus der Angriff beginnen kann.
Etwa die Hälfte der Soldaten erreicht die vorgesehenen Positionen nicht – sie werden durch Drohnenangriffe verwundet oder getötet. Die Überlebenden, typischerweise in Zweiergruppen, verstecken sich in Ruinen und Kellern und vermeiden unnötige Bewegungen im Freien. Sie verbringen dort Wochen oder sogar Monate.
Diese Zersplitterung in isolierte, molekulare Kampfgruppen veranschaulicht exemplarisch den Übergang von der Manöver- zur kybernetischen Kriegsführung. Unter diesen Bedingungen ist davon auszugehen, dass an den eigentlichen Gefechten innerhalb der Stadt jeweils nur einige Hundert Soldaten aktiv beteiligt sind.
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•NEUER BEITRAG10.11.2025, 14:29 Uhr
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Die Diskrepanz zwischen westlicher Berichterstattung und russischer Strategie
Diese Realität an der Front steht in krassem Gegensatz zur Darstellung in westlichen Medien. Ein bemerkenswertes Phänomen ist das wiederkehrende Narrativ einer "gescheiterten russischen Sommeroffensive", das in zahlreichen deutschen und internationalen Publikationen zu finden ist.
So behauptete Die Zeit am 20. Oktober 2025: "Die russische Sommeroffensive ist gescheitert, denn sie hat den Russen keinen operativen Durchbruch verschafft." Die Welt formulierte zwischen September und Oktober 2025 mehrfach als Fazit: "Russlands Sommeroffensive ist gescheitert – Was das für den Ukraine-Krieg bedeutet." Auch internationale Medien wie Reuters, The Economist und Financial Times verbreiteten ähnliche Narrative.
Recherchen zeigen jedoch, dass in offiziellen russischen Verlautbarungen von diesem Jahr keine konkreten Ziele mit festen Terminen wie etwa "Einnahme von Pokrowsk bis Datum X" kommuniziert wurden. Während westliche Medien von einer klar definierten "Sommeroffensive" mit spezifischen Zielen sprechen, verfolgt Russland offenbar eine andere Strategie.
Der fundamentale Unterschied liegt darin, dass Russland bewusst keinen klassischen "Durchbruch" anstrebt, sondern auf kybernetische Kriegsführung setzt – ein systematischer Ansatz, der auf kontinuierliche Abnutzung des Gegners in definierten Kampf- und Ermüdungsräumen abzielt. Diese Vorgehensweise wird von westlichen Beobachtern regelmäßig als "Schwäche" fehlinterpretiert, obwohl sie wahrscheinlich eine bewusste strategische Entscheidung darstellt, die den veränderten Bedingungen des modernen Schlachtfelds Rechnung trägt.
Der Vorwurf des "Scheiterns" offenbart daher ein tiefgreifendes Missverständnis westlicher Analysten bezüglich der russischen Militärstrategie. Während westliche Experten weiterhin in Kategorien von großen Offensiven, Durchbrüchen und schnellen territorialen Gewinnen denken, verfolgt Russland augenscheinlich eine Strategie der kontinuierlichen, stetigen Abnutzung, die langfristig angelegt ist und dem Gegner die eigene Geschwindigkeit aufzwingt.
Fazit und Ausblick
Der Fall von Pokrowsk markiert einen bedeutsamen strategischen Gewinn für Russland. Als wichtiger Logistik- und Verkehrsknotenpunkt wird die Stadt nun vermutlich zu einer vorgeschobenen Basis für russische Logistik und Drohnenoperationen ausgebaut. Dies verbessert die russische Position erheblich, während die ukrainischen Verteidigungsmöglichkeiten durch die hastig errichteten und qualitativ minderwertigen Auffangstellungen hinter Pokrowsk stark eingeschränkt sind.
Entgegen westlichen Erwartungen wird Russland allerdings wahrscheinlich keinen klassischen "Durchbruch" aus dem Erfolg in Pokrowsk anstreben, sondern seine Strategie der "kybernetischen Kriegsführung" fortsetzen.
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Anm.: Der 'Nebel des Krieges' (Clausewitz) mag sich erheblich anders darstellen als in den Zeiten der berittenen Meldern oder in Echtzeitstrategiespielen; weg ist er aber nie, schon allein deshalb, weil jede Partei ihn für den Gegner wiederherzustellen sucht. Gäbe es ihn nicht, wäre der Krieg in der Ukraine längst beendet! - Clausewitz drückte sich seinerzeit auch sehr allgemein aus: "Der Krieg ist das Gebiet der Ungewißheit; drei Vierteile derjenigen Dinge, worauf das Handeln im Kriege gebaut wird, liegen im Nebel einer mehr oder weniger großen Ungewißheit. Hier ist es also zuerst, wo ein feiner, durchdringender Verstand in Anspruch genommen wird, um mit dem Takte seines Urteils die Wahrheit herauszufühlen."
Die Diskrepanz zwischen westlicher Berichterstattung und russischer Strategie
Diese Realität an der Front steht in krassem Gegensatz zur Darstellung in westlichen Medien. Ein bemerkenswertes Phänomen ist das wiederkehrende Narrativ einer "gescheiterten russischen Sommeroffensive", das in zahlreichen deutschen und internationalen Publikationen zu finden ist.
So behauptete Die Zeit am 20. Oktober 2025: "Die russische Sommeroffensive ist gescheitert, denn sie hat den Russen keinen operativen Durchbruch verschafft." Die Welt formulierte zwischen September und Oktober 2025 mehrfach als Fazit: "Russlands Sommeroffensive ist gescheitert – Was das für den Ukraine-Krieg bedeutet." Auch internationale Medien wie Reuters, The Economist und Financial Times verbreiteten ähnliche Narrative.
Recherchen zeigen jedoch, dass in offiziellen russischen Verlautbarungen von diesem Jahr keine konkreten Ziele mit festen Terminen wie etwa "Einnahme von Pokrowsk bis Datum X" kommuniziert wurden. Während westliche Medien von einer klar definierten "Sommeroffensive" mit spezifischen Zielen sprechen, verfolgt Russland offenbar eine andere Strategie.
Der fundamentale Unterschied liegt darin, dass Russland bewusst keinen klassischen "Durchbruch" anstrebt, sondern auf kybernetische Kriegsführung setzt – ein systematischer Ansatz, der auf kontinuierliche Abnutzung des Gegners in definierten Kampf- und Ermüdungsräumen abzielt. Diese Vorgehensweise wird von westlichen Beobachtern regelmäßig als "Schwäche" fehlinterpretiert, obwohl sie wahrscheinlich eine bewusste strategische Entscheidung darstellt, die den veränderten Bedingungen des modernen Schlachtfelds Rechnung trägt.
Der Vorwurf des "Scheiterns" offenbart daher ein tiefgreifendes Missverständnis westlicher Analysten bezüglich der russischen Militärstrategie. Während westliche Experten weiterhin in Kategorien von großen Offensiven, Durchbrüchen und schnellen territorialen Gewinnen denken, verfolgt Russland augenscheinlich eine Strategie der kontinuierlichen, stetigen Abnutzung, die langfristig angelegt ist und dem Gegner die eigene Geschwindigkeit aufzwingt.
Fazit und Ausblick
Der Fall von Pokrowsk markiert einen bedeutsamen strategischen Gewinn für Russland. Als wichtiger Logistik- und Verkehrsknotenpunkt wird die Stadt nun vermutlich zu einer vorgeschobenen Basis für russische Logistik und Drohnenoperationen ausgebaut. Dies verbessert die russische Position erheblich, während die ukrainischen Verteidigungsmöglichkeiten durch die hastig errichteten und qualitativ minderwertigen Auffangstellungen hinter Pokrowsk stark eingeschränkt sind.
Entgegen westlichen Erwartungen wird Russland allerdings wahrscheinlich keinen klassischen "Durchbruch" aus dem Erfolg in Pokrowsk anstreben, sondern seine Strategie der "kybernetischen Kriegsführung" fortsetzen.
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Anm.: Der 'Nebel des Krieges' (Clausewitz) mag sich erheblich anders darstellen als in den Zeiten der berittenen Meldern oder in Echtzeitstrategiespielen; weg ist er aber nie, schon allein deshalb, weil jede Partei ihn für den Gegner wiederherzustellen sucht. Gäbe es ihn nicht, wäre der Krieg in der Ukraine längst beendet! - Clausewitz drückte sich seinerzeit auch sehr allgemein aus: "Der Krieg ist das Gebiet der Ungewißheit; drei Vierteile derjenigen Dinge, worauf das Handeln im Kriege gebaut wird, liegen im Nebel einer mehr oder weniger großen Ungewißheit. Hier ist es also zuerst, wo ein feiner, durchdringender Verstand in Anspruch genommen wird, um mit dem Takte seines Urteils die Wahrheit herauszufühlen."
•NEUER BEITRAG10.11.2025, 21:47 Uhr
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Sehr informativer Artikel! Lesen!!!
•NEUER BEITRAG23.11.2025, 02:38 Uhr
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Kriegführung mit Künstlicher Intelligenz
tp gestern:Ukraine-Krieg: Wie totale Schlachtfeld-Transparenz die Militärdoktrin verändert
22. November 2025 Lars Lange
Nichts bleibt verborgen: Drohnen und Daten machen Bewegung riskant und Ziele angreifbar. Was bedeutet diese offene Kampfumgebung für schwere Verbände?
Der Panzer hat ausgedient – diese provokante These stammt von Jurij Balujewski, dem ehemaligen Generalstabschef der russischen Streitkräfte.
In einer detaillierten Analyse für das russische Magazin Globalaffairs diagnostiziert der Militärstratege einen fundamentalen Wandel:
"Die Kampagne in der Ukraine beendete die fast hundertjährige Herrschaft der Vorstellungen vom mechanisierten Krieg."
Diese Infragestellung eines Kernelements moderner Kriegsführung steht im Kontrast zu Analysen westlicher Militärexperten. Jack Watling vom renommierten Royal United Services Institute (RUSI) beschreibt in seinem Bericht "Neuere Ansätze zur Gefechtsführung mit verbundenen Waffen" ähnliche Phänomene auf dem ukrainischen Schlachtfeld, zieht jedoch andere Schlussfolgerungen für die Zukunft mechanisierter Verbände.
Beide Texte sind hochaktuell und nahezu zeitgleich erschienen.
Während Balujewski einen Paradigmenwechsel konstatiert, sieht Watling Fragen der Anpassungsnotwendigkeit innerhalb bestehender Konzepte.
Watling konzentriert sich auf die Weiterentwicklung der "Gefechtsführung mit verbundenen Waffen", dem Kern der Nato-Landkriegsdoktrin. Der russische General sieht die Panzerwaffe in ihrer bisherigen Form als überholt an, während der Rusi-Bericht auf Verbesserungen der Reparierbarkeit und Wartbarkeit westlicher Modelle setzt.
Die Transparenz des Schlachtfelds: Eine neue militärische Realität
Ein Kernpunkt in Balujewskis Analyse ist die fundamentale Veränderung des Gefechtsfeldes. "Ein wichtigstes Ergebnis der beschriebenen Revolution ist die Transparenz des Schlachtfelds, im Grunde die vollständige Auflösung des 'Kriegsnebels'", schreibt der ehemalige Generalstabschef. Diese Transparenz erreicht seiner Auffassung nach mittlerweile beunruhigende Dimensionen.
Die "Zone totaler Vernichtung" reicht demnach "viele Dutzend Kilometer" weit – ein Radius, in dem jede Bewegung auch in der operativen Tiefe zu einem tödlichen Risiko wird. Nicht nur die unmittelbare Frontlinie, sondern auch rückwärtige Gebiete, Versorgungslinien und Bereitstellungsräume bieten keinen Schutz mehr.
Wie entsteht diese neue Transparenz? Durch ein Zusammenspiel moderner Technologien: Aufklärungsdrohnen scannen permanent große Gebiete, moderne Kommunikationssysteme übertragen diese Daten in Echtzeit, und Angriffsdrohnen stehen ständig bereit. Balujewski betont die Rolle kommerzieller Mobilfunknetze für die Drohnensteuerung, die "die Anwendung auch kleiner unbemannter Systeme auf theoretisch unbegrenzter Reichweite" ermöglichen.
Der Rusi-Bericht kommt zu ähnlichen Beobachtungen, jedoch mit anderer Terminologie.
Beide Analysen erkennen die fundamentale Veränderung an, dass traditionelle Konzepte wie die Konzentration von Kräften oder überraschende Manöver durch die allgegenwärtige Aufklärung extrem erschwert werden. Doch während Balujewski daraus das Ende der mechanisierten Kriegsführung ableitet, versucht der Rusi-Bericht, neue Ansätze innerhalb des bestehenden Paradigmas zu finden.
Die Statistiken untermauern die Dramatik dieser Entwicklung: "Nach russischen Angaben entfielen Anfang 2025 auf Drohnen über 70 Prozent der Verluste an Personal", schreibt Balujewski. FPV-Drohnen, die in Schwärmen angreifen, sind zur Hauptwaffe gegen Personal und Technik geworden. Die monatlichen Beschaffungszahlen für diese Systeme erreichen laut dem russischen Experten "Hunderttausende Einheiten pro Monat für jede der Seiten".
"Zielscheibe Panzerwaffen": Eine ernüchternde Bilanz
Die Debatte über die Zukunft des Kampfpanzers wird besonders deutlich, wenn man die nüchternen Zahlen betrachtet. Aktuelle Verlustdaten aus dem Ukraine-Konflikt zeichnen ein erschütterndes Bild der Überlebensfähigkeit gepanzerter Fahrzeuge auf dem modernen Gefechtsfeld.
Nach Analysen des Open-Source-Portals Oryx, hier von Militärbeobachterin Patricia Marins zitiert, verlor die Ukraine bereits 1.267 Panzer – eine Zahl, die die westlichen Lieferungen von etwa 1.056 Fahrzeugen übersteigt. Ähnlich dramatisch sind die Zahlen bei Schützenpanzern: 1.442 verlorene Fahrzeuge bei einer gleichen Anzahl gelieferter Systeme. Bei Selbstfahrlafetten wurden 638 Verluste bei 794 gelieferten Einheiten registriert.
Diese Statistiken bestätigen Balujewskis Diagnose von der grundlegenden Veränderung des Gefechtsfeldes. "Im Ergebnis wird der Panzer zu einer leicht aufklärbaren und leicht bekämpfbaren Zielscheibe mit einem zunehmend ineffektiven Waffensystem für direkte Bekämpfung", resümiert er.
Der Rusi-Bericht bietet eine andere Perspektive. Watling stellt fest, dass der Einsatz von Panzern auf dem Schlachtfeld stark zurückgegangen ist:
"Zwischen 1. und 24. August 2025 stellte die ukrainische Aufklärung insgesamt nur 23 russische Panzer fest, die innerhalb von 70 km der Frontlinie operierten, verglichen mit 470 Panzern allein auf der südlichen Achse im Mai 2023."
Dennoch hält der britische Analyst am Konzept der Panzerwaffe fest. Er argumentiert, dass Panzer weiterhin in Angriffsoperationen "unentbehrlich" seien durch ihre Feuerkraft und die Fähigkeit, Feuer vom Infanteristen abzulenken. Mit "entsprechenden Modifikationen" könnten Panzer laut Watling "10-15 FPV-Treffer überstehen, während sie reparierbare Schäden erleiden".
Diese optimistische Einschätzung steht in auffälligem Kontrast zu den dokumentierten Verlusten gepanzerter Fahrzeuge. Selbst Watling räumt ein, dass westliche Panzer als "übermäßig schwer und schwer zu reparieren" wahrgenommen werden. Für Balujewski ist die Schlussfolgerung klar:
"Es ist unklar, welchen Nutzen auf dem Schlachtfeld ein verwundbares und in seinen Bewaffnungsmöglichkeiten begrenztes Fahrzeug bringt, das sich preislich einem Jagdflugzeug nähert."
Eine interessante Entwicklung, die beide Analysen erwähnen, sind die sogenannten "Zar-Mangal"-Panzer – umgebaute russische Panzer mit massiven Käfig- oder Stachelaufbauten. Diese Fahrzeuge folgen einem anderen Konzept als klassische Kampfpanzer: Sie maximieren den Schutz, während sie Mobilität und Feuerkraft unterordnen – eine Rückkehr zu Konzepten, die an die Panzer des Ersten Weltkriegs erinnern.
Die Rolle der Drohnen: Kontroverse Einschätzungen
Bei der Bewertung von Drohnen zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Analysten. Der Rusi-Bericht betont vermeintliche Einschränkungen: "FPVs funktionieren nicht bei schlechtem Wetter, haben eine zu kleine Nutzlast und sind leicht abzuschießen." Watling begrenzt ihre effektive Reichweite auf etwa drei Kilometer.
Der deutsche Militäranalyst Waldemar Geiger argumentiert in einem Hartpunkt-Artikel ähnlich, dass "Wetter, Infrastruktur, Bewuchs und Tageszeit die begrenzenden Hauptfaktoren" seien. Er behauptet, ein "Großteil der Systeme verfügt über keine Nachtsichtfähigkeit".
Diese Einschätzungen stehen im Widerspruch zu den Kampferfahrungen aus der Ukraine. Moderne Drohnensysteme operieren zunehmend bei Nacht und unter verschiedenen Wetterbedingungen, während Glasfasertechnologie und Repeater ihre Reichweite auf 30 bis 50 km erweitern.
Besonders kontrovers ist die Haltung zur Automatisierung von Drohnensystemen. Während Watling und Geiger skeptisch gegenüber KI-gesteuerten Systemen bleiben, prognostiziert Balujewski einen "Übergang zu Gruppen- und Schwarmtaktiken“.
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•NEUER BEITRAG23.11.2025, 02:53 Uhr
| Nutzer / in | |
| FPeregrin | |
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Konzeptioneller Streit: Neues Paradigma vs. Anpassung
Die gegensätzlichen Analysen von Balujewski und Watling werfen eine grundlegende Frage auf: Erleben wir eine fundamentale Transformation der Kriegsführung oder nur deren graduelle Weiterentwicklung?
Balujewski plädiert für einen radikalen Neuansatz. Er argumentiert für eine "einheitliche multifunktionale Streitmacht", die nicht mehr starr in Waffengattungen unterteilt ist. Diese Vision kann als Weiterentwicklung des russischen BTG-Konzepts (Bataillonskampfgruppe) verstanden werden. BTGs waren eine russische Innovation: kleinere, flexiblere Kampfverbände mit integrierter Artillerie, Luftabwehr und anderen Unterstützungselementen, die selbstständiger operieren konnten als traditionelle Strukturen.
Doch Balujewskis Konzept geht noch weiter in Richtung einer "molekularisierten" Form: kleine, verteilte Gruppen von nur zwei bis vier Soldaten, die flexibel operieren. Dies markiert eine fundamentale Abkehr von der bisherigen Kriegsführung großer Verbände.
Der Rusi-Bericht versucht stattdessen, Drohnen und andere neue Technologien in die bestehende Doktrin der "Gefechtsführung mit verbundenen Waffen" einzugliedern. Anstatt ein grundlegend neues Paradigma zu akzeptieren, bemüht sich Watling, die neuen Realitäten in traditionellere Frameworks zu integrieren und Drohnen primär als Unterstützungssysteme für traditionelle Gefechtsformen einzugliedern.
Einschätzung: Die letzte, unbequeme Konsequenz
Der Ukraine-Krieg liefert seit 2022 ein Laboratorium für die Wirklichkeit moderner Gefechtsführung. Dennoch bleibt ein großer Teil westlicher Kommentatoren und militärischer Führungsebenen erstaunlich zurückhaltend, diese Realität vollständig anzuerkennen.
Die neue Kriegsform wird zwar beschrieben, aber gedanklich immer wieder in die vertrauten Raster des mechanisierten Manövers zurückgeführt. Während Russland, China oder der Iran ihre Doktrinen und Produktionslinien radikal anpassen, hält der Westen an Konzepten fest, deren Voraussetzungen – Überraschung, Masse, Bewegung, relative Unsichtbarkeit – sich sehr stark verändert haben und in der alten Form schlicht nicht mehr existieren.
Europa befindet sich seit Beginn des Ukraine-Kriegs in einer Phase des politischen Bedeutungsverlusts. Es kompensiert diese Schwäche durch militärische Rhetorik und gigantische Aufrüstungsprogramme – das ist eine Kraftmeier-Logik. Nach Auffassung des Autors dieses Beitrags läuft dies auf eine strategische Selbsttäuschung von historischem Ausmaß hinaus.
Europa hat rhetorisch und finanziell massiv aufgerüstet, gleichzeitig aber versäumt, die Schlachtfeld-Realität analytisch nachzuvollziehen. Enorme Mittel fließen so in Technologien und Doktrinen, deren operative Halbwertszeit bereits abläuft.
Dieses Missverhältnis erzeugt eine paradoxe Lage: Ein Kontinent, dessen Ländergemeinschaft gegen ihren dramatischen politischen Bedeutungsverlust ankämpft – deutlich daran abzulesen, welche Rolle den Europäern bei den Bedingungen zu Friedensverhandlungen zugemessen wird und gegenüber den Interessen der US-amerikanischen Rüstungsindustrie –und daher militärische Stärke demonstrieren will, investiert ausgerechnet in jene Strukturen, die im modernen Gefechtsfeld am wenigsten tragen.
Diese Mischung aus politischer Schwäche und technischer Fehleinschätzung ist brandgefährlich.
Link ...jetzt anmelden!
Anm.: Trotzdem bleibt es so, wie bereits Clausewitz konstatiert: "Von den neueren Erscheinungen im Gebiet der Kriegskunst ist das allerwenigste neuen Erfindungen oder neuen Ideenrichtungen zuzuschreiben und das meiste den neuen gesellschaftlichen Zuständen und Verhältnissen." Er tut dies zur Zeit des Untergangs des Absolutismus und dem Beginn der Epoche der bürgerlichen Nationalstaaten und dem damit verbundenen Wechsel vom Kabinetts- zum Massenkrieg und dem Umspringen von Ermattungs- auf Niederschlagungsstrategien. - Rückgeschlossen: Wir haben aktuell in den "den neueren Erscheinungen im Gebiet der Kriegskunst" - so diese manifest sind (ich meine, ja) - nicht einfach eine Folge waffentechnischer Innovationen zu sehen, sondern die Folgen der "neuen gesellschaftlichen Zuständen und Verhältnissen." Und wir können sie bereits schwach benennen:
#ImperialistischerHegemonieverlust
Konzeptioneller Streit: Neues Paradigma vs. Anpassung
Die gegensätzlichen Analysen von Balujewski und Watling werfen eine grundlegende Frage auf: Erleben wir eine fundamentale Transformation der Kriegsführung oder nur deren graduelle Weiterentwicklung?
Balujewski plädiert für einen radikalen Neuansatz. Er argumentiert für eine "einheitliche multifunktionale Streitmacht", die nicht mehr starr in Waffengattungen unterteilt ist. Diese Vision kann als Weiterentwicklung des russischen BTG-Konzepts (Bataillonskampfgruppe) verstanden werden. BTGs waren eine russische Innovation: kleinere, flexiblere Kampfverbände mit integrierter Artillerie, Luftabwehr und anderen Unterstützungselementen, die selbstständiger operieren konnten als traditionelle Strukturen.
Doch Balujewskis Konzept geht noch weiter in Richtung einer "molekularisierten" Form: kleine, verteilte Gruppen von nur zwei bis vier Soldaten, die flexibel operieren. Dies markiert eine fundamentale Abkehr von der bisherigen Kriegsführung großer Verbände.
Der Rusi-Bericht versucht stattdessen, Drohnen und andere neue Technologien in die bestehende Doktrin der "Gefechtsführung mit verbundenen Waffen" einzugliedern. Anstatt ein grundlegend neues Paradigma zu akzeptieren, bemüht sich Watling, die neuen Realitäten in traditionellere Frameworks zu integrieren und Drohnen primär als Unterstützungssysteme für traditionelle Gefechtsformen einzugliedern.
Einschätzung: Die letzte, unbequeme Konsequenz
Der Ukraine-Krieg liefert seit 2022 ein Laboratorium für die Wirklichkeit moderner Gefechtsführung. Dennoch bleibt ein großer Teil westlicher Kommentatoren und militärischer Führungsebenen erstaunlich zurückhaltend, diese Realität vollständig anzuerkennen.
Die neue Kriegsform wird zwar beschrieben, aber gedanklich immer wieder in die vertrauten Raster des mechanisierten Manövers zurückgeführt. Während Russland, China oder der Iran ihre Doktrinen und Produktionslinien radikal anpassen, hält der Westen an Konzepten fest, deren Voraussetzungen – Überraschung, Masse, Bewegung, relative Unsichtbarkeit – sich sehr stark verändert haben und in der alten Form schlicht nicht mehr existieren.
Europa befindet sich seit Beginn des Ukraine-Kriegs in einer Phase des politischen Bedeutungsverlusts. Es kompensiert diese Schwäche durch militärische Rhetorik und gigantische Aufrüstungsprogramme – das ist eine Kraftmeier-Logik. Nach Auffassung des Autors dieses Beitrags läuft dies auf eine strategische Selbsttäuschung von historischem Ausmaß hinaus.
Europa hat rhetorisch und finanziell massiv aufgerüstet, gleichzeitig aber versäumt, die Schlachtfeld-Realität analytisch nachzuvollziehen. Enorme Mittel fließen so in Technologien und Doktrinen, deren operative Halbwertszeit bereits abläuft.
Dieses Missverhältnis erzeugt eine paradoxe Lage: Ein Kontinent, dessen Ländergemeinschaft gegen ihren dramatischen politischen Bedeutungsverlust ankämpft – deutlich daran abzulesen, welche Rolle den Europäern bei den Bedingungen zu Friedensverhandlungen zugemessen wird und gegenüber den Interessen der US-amerikanischen Rüstungsindustrie –und daher militärische Stärke demonstrieren will, investiert ausgerechnet in jene Strukturen, die im modernen Gefechtsfeld am wenigsten tragen.
Diese Mischung aus politischer Schwäche und technischer Fehleinschätzung ist brandgefährlich.
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Anm.: Trotzdem bleibt es so, wie bereits Clausewitz konstatiert: "Von den neueren Erscheinungen im Gebiet der Kriegskunst ist das allerwenigste neuen Erfindungen oder neuen Ideenrichtungen zuzuschreiben und das meiste den neuen gesellschaftlichen Zuständen und Verhältnissen." Er tut dies zur Zeit des Untergangs des Absolutismus und dem Beginn der Epoche der bürgerlichen Nationalstaaten und dem damit verbundenen Wechsel vom Kabinetts- zum Massenkrieg und dem Umspringen von Ermattungs- auf Niederschlagungsstrategien. - Rückgeschlossen: Wir haben aktuell in den "den neueren Erscheinungen im Gebiet der Kriegskunst" - so diese manifest sind (ich meine, ja) - nicht einfach eine Folge waffentechnischer Innovationen zu sehen, sondern die Folgen der "neuen gesellschaftlichen Zuständen und Verhältnissen." Und wir können sie bereits schwach benennen:
#ImperialistischerHegemonieverlust
•NEUER BEITRAG24.11.2025, 20:58 Uhr
| Nutzer / in | |
| arktika | |
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2 sehr interessante Analysen, die von Lars Lange hier vorgestellt und in Kontrast zueinander gesetzt werden. Gute Arbeit.
Nur 2 kurze Anmerkungen von mir:
"Aufklärungsdrohnen scannen permanent große Gebiete, moderne Kommunikationssysteme übertragen diese Daten in Echtzeit, und Angriffsdrohnen stehen ständig bereit."
Damit wären diese Drohneneinsätze so aber nicht mehr möglich, wenn es gelingen würde, die Kommunikation effektiv zu stören. Und es gibt vermutlich keine modernen Systeme, die in dieser Hinsicht nicht "zu knacken" wären. Das wäre dann der nächste Schritt ... oder ist es vermutlich schon.
"Der Ukraine-Krieg liefert seit 2022 ein Laboratorium für die Wirklichkeit moderner Gefechtsführung. Dennoch bleibt ein großer Teil westlicher Kommentatoren und militärischer Führungsebenen erstaunlich zurückhaltend, diese Realität vollständig anzuerkennen."
Why this??? Schließlich hat Selensky (+ Umfeld) doch von Anfang an damit geworben, nicht nur das Menschenmaterial der Ukraine "bis zum letzten Ukrainer" der NATO zur Verfügung zu stellen, sondern auch die Ukraine als ein großartiges Testfeld für neue Waffen + Kriegseinsätze angepriesen - unter realen Kampfbedingungen ...
(s. dazu auch den Thread Ukraine: "Dummy" für die NATO? im Forum 'Imperialismus')
Insgesamt halte auch ich die Analyse Balujewskis für die überzeugendere. Aber: man wird am Ende sehen ... Denn die "Innovationen" in Sachen Kriegsmaterialien und Taktiken sind ja noch in vollem Gange, da werden sicher noch einige Gimmicks kommen.
Nur 2 kurze Anmerkungen von mir:
"Aufklärungsdrohnen scannen permanent große Gebiete, moderne Kommunikationssysteme übertragen diese Daten in Echtzeit, und Angriffsdrohnen stehen ständig bereit."
Damit wären diese Drohneneinsätze so aber nicht mehr möglich, wenn es gelingen würde, die Kommunikation effektiv zu stören. Und es gibt vermutlich keine modernen Systeme, die in dieser Hinsicht nicht "zu knacken" wären. Das wäre dann der nächste Schritt ... oder ist es vermutlich schon.
"Der Ukraine-Krieg liefert seit 2022 ein Laboratorium für die Wirklichkeit moderner Gefechtsführung. Dennoch bleibt ein großer Teil westlicher Kommentatoren und militärischer Führungsebenen erstaunlich zurückhaltend, diese Realität vollständig anzuerkennen."
Why this??? Schließlich hat Selensky (+ Umfeld) doch von Anfang an damit geworben, nicht nur das Menschenmaterial der Ukraine "bis zum letzten Ukrainer" der NATO zur Verfügung zu stellen, sondern auch die Ukraine als ein großartiges Testfeld für neue Waffen + Kriegseinsätze angepriesen - unter realen Kampfbedingungen ...
(s. dazu auch den Thread Ukraine: "Dummy" für die NATO? im Forum 'Imperialismus')
Insgesamt halte auch ich die Analyse Balujewskis für die überzeugendere. Aber: man wird am Ende sehen ... Denn die "Innovationen" in Sachen Kriegsmaterialien und Taktiken sind ja noch in vollem Gange, da werden sicher noch einige Gimmicks kommen.
•NEUER BEITRAG24.11.2025, 22:02 Uhr
| Nutzer / in | |
| FPeregrin | |
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"Damit wären diese Drohneneinsätze so aber nicht mehr möglich, wenn es gelingen würde, die Kommunikation effektiv zu stören. [...] Das wäre dann der nächste Schritt ... oder ist es vermutlich schon."
Naja, zumindest die Yanks sitzen an was ähnlichem (vgl. Post vom 1. November). Es ist nicht verwunderlich, daß das bei einer Partei stattfindet, die gerade waffentechnisch ins Hintertreffen geraten ist. Apropos Hintertreffen: Dies wird der Grund für die geringe öffentliche Wahrnehmung der aktuellen Änderungen der Kriegführung sein. Wer führen will und muß, darf nicht vorführen, wie sehr er technisch am Arsch ist ...
Naja, zumindest die Yanks sitzen an was ähnlichem (vgl. Post vom 1. November). Es ist nicht verwunderlich, daß das bei einer Partei stattfindet, die gerade waffentechnisch ins Hintertreffen geraten ist. Apropos Hintertreffen: Dies wird der Grund für die geringe öffentliche Wahrnehmung der aktuellen Änderungen der Kriegführung sein. Wer führen will und muß, darf nicht vorführen, wie sehr er technisch am Arsch ist ...
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