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  [2 pics,8 files] begonnen von arktika am 11.09.2014  | 151 Antworten
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NEUER BEITRAG23.12.2025, 16:05 Uhr
Nutzer / in
arktika

"Ob die Meldung über die Entdeckung von mehr als einer Million Tonnen Seltener Erden durch das staatliche Bergbauunternehmen LKAB in Schweden tatsächlich eine "gute Nachricht, nicht nur für LKAB, die Region und das schwedische Volk, sondern auch für Europa und das Klima" ist, darf angesichts der mit dem Abbau verbundenen Belastungen für Mensch und Umwelt somit durchaus bezweifelt werden."

Allerdings, auch wenn es erst mal - s. Folgepost vom 18.01.23 um 17.22 Uhr - "erfolgsversprechend" klingt, daß dieses große Vorkommen "in Schweden Europa damit die Chance geben [könnte], diese kritischen Rohstoffe erstmals auf dem eigenen Kontinent zu fördern. Denn bisher werden noch nirgendwo in Europa Seltenerdmetalle extrahiert. Zwar gibt es auch zwei Seltenerdvorkommen auf Grönland, diese wurden bisher wegen der entlegenen, wenig erschlossenen Lage und der damit verbundenen hohen Kosten nicht abgebaut."

Ein "Segen" für die nordschwedische Region mit einem großen Anteil autochtoner samischer Bevölkerung sowie einem ebenfalls nicht kleinen Teil finnischstämmiger Menschen dürfte diese Entwicklung nicht werden, die Gewinne werden andere abschöpfen, die "üblichen Verdächtigen" sozusagen. Und auch die Folgen des "normalen" Bergbaus zeigen in die gleiche Richtung ... und könnten gleichzeitig den Boden für die neuen (oder alten, nur erweiterten?) Bergwerke bereiten. Schließlich wird in Kiruna schon lange Bergbau betrieben, natürlich - wie anderswo auch (... die Lausitz läßt grüßen) - nicht mit allzuviel Rücksicht auf Menschen, Tiere, Pflanzen und sonstige Umwelt.

Denn "Dort wird schon seit mehr als 100 Jahren in großem Stil Eisenerz abgebaut, heute ist die Eisenerzgrube von Kiruna eine der größten der Welt und der größte Eisenlieferant in Europa. Die Bergwerke und Anlagen zur Erzaufbereitung sind über mehrere Bahnlinien mit Häfen und mit Anlagen zu Weiterverarbeitung verbunden. LKAB hat bereits damit begonnen, in rund 700 Meter Tiefe einen Stollen vom Eisenerzbergwerk zum neuen Seltenerdvorkommen vorzutreiben. Über diesen sollen die dort vorhandenen Erze beprobt und genauer untersucht werden."
Paßt doch perfekt!
Und die "Vorarbeiten" betr. evtl. störender Menschen sind schon durch den "alten" Eisenerzabbau begründet. Und deren Folgen sind für ebendiese Menschen weniger erfreulich, aber Frieren ist ja angesagt. Oder etwa nicht?

Nadja Podbregar am 31. Oktober 2025 auf scinexx.de:

Warum Kiruna nach dem Umzug kälter ist

Verlegung der Bergbaustadt senkte Wintertemperaturen um zehn Grad


Kiruna friert: Seitdem die schwedische Stadt Kiruna dem Bergbau weichen und umziehen musste, hat sie sich messbar abgekühlt. Im Schnitt ist es dort jetzt zehn Grad kühler als vor dem Umzug – obwohl sich das regionale Klima nicht verändert hat. Was steckt dahinter? Eine Studie zeigt nun, dass gleich mehrere Faktoren das neue Stadtzentrum Kirunas kälter machen. So liegt der Ort jetzt nicht mehr an einem Südhang, sondern in einer Senke. Und auch die Architektur ist ungünstig.

Die schwedische Bergbaustadt Kiruna liegt 140 Kilometer nördlich des Polarkreises über einem ausgedehnten Vorkommen von Eisenerz, seltenen Erden und anderen begehrten Rohstoffen. Die Erzbergwerke sind bis heute wichtigster Arbeitgeber der 18.000-Einwohner-Stadt – und gleichzeitig eine akute Bedrohung. Weil die Minen den Stadtuntergrund immer weiter aushöhlten, drohte er instabil zu werden.

„Kalt, windig und ungemütlich“


Deshalb beschlossen der Stadtrat Kirunas und das Bergbauunternehmen LKAB, die Stadt Kiruna umzusiedeln. Als neuen Standort wählte man ein Gebiet rund fünf Kilometer östlich des alten Stadtgebiets und errichtete dort Infrastruktur, Straßen und Neubauten. Anschließend siedelten Bewohner, Geschäfte und Büros nach und nach um. Im August 2025 wurde auch die denkmalgeschützte Kirche mit einem speziellen Tieflader ins neue Stadtzentrum transportiert.

Das Problem jedoch: Das neue Stadtzentrum von Kiruna ist zwar modern und auf den ersten Blick schöner und zweckmäßiger als das alte. Aber die Stadt ist messbar kälter geworden. „Das ’neue Kiruna‘ gilt weithin als kalt, windig und ungemütlich“, berichtet Jennie Sjöholm von der Universität Göteborg. Tatsächlich zeigen Messungen, dass die winterliche Durchschnittstemperatur in Kiruna heute um zehn Grad niedriger liegt als früher.

Talsenke statt Südhang


Warum das so ist, hat Sjöholm genauer untersucht. Wie sie berichtet, ist ein Grund für die Abkühlung der neue Standort: Als der Stadtplaner Per Olof Hallman im Jahr 1900 das alte Kiruna plante, wählte er den Standort auch nach klimatischen Gesichtspunkten aus. Das alte Stadtzentrum lag an einem Südhang. „Die Südlage sichert die bestmögliche Sonneneinstrahlung, gleichzeitig schützen die Gebäude und der Bergwald vor Wind“, erklärt die Forscherin.

Anders ist dies nach dem Umzug: Das neue Kiruna liegt rund 100 Meter tiefer als das alte und in einer Senke. In dieser sammelt sich besonders im Winter kalte Luft und die Sonne erreicht das Stadtgebiet in flacherem Winkel als zuvor.


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NEUER BEITRAG23.12.2025, 16:14 Uhr
Nutzer / in
arktika

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Windschneisen und Sonnenblockaden

Ein zweiter Grund ist die Stadtstruktur und Architektur, wie Sjöholm erklärt: Die Straßen des alten Kiruna waren gewunden und so ausgerichtet, dass sie keine geraden Schneisen für den Wind boten. Statt eines großen Platzes oder Parks entschied sich Hallman dafür, kleinere Grünflächen an Straßenkreuzungen zu schaffen. Die Höhe der Gebäude war zudem so angepasst, dass die Sonne trotzdem noch in die Straßen vordringen konnte.

Das ist nach dem Umzug des Stadtzentrums anders: Die neuen Straßen sind als Raster angelegt und geben zusammen mit den großen Plätzen dem Wind mehr Raum. „Obwohl die Stadtplaner einen Mehrwert durch ein kommerzielles Zentrum mit drei Einkaufszentren, einem Platz und einem neuen Rathaus geschaffen haben, haben sie auch einen ‘verdammt kalten Windkanal’ geschaffen, wie es mir ein Bewohner über den Platz zur Einkaufsstraße sagte“, so Jennie Sjöholm.

Hinzu kommt, dass die Neubauten im neuen Stadtzentrum im Verhältnis zu den schmalen Straßen relativ hoch sind. Dadurch blockieren sie die tief stehende Sonne und die Straßen und Plätze liegen den größten Teil des Jahres im Schatten. „In einigen Wohnblocks sind die Gebäude zudem nach Norden ausgerichtet und auch die Balkone und Spielplätze liegen auf der Nordseite“, berichtet die Forscherin.

„Mikroklima nicht berücksichtigt“


Alle Faktoren zusammen tragen dazu bei, dass Kiruna an seinem neuen Standort deutlich kühler, windiger und schattiger ist als früher. Während das alte Kiruna lange als Paradebeispiel für arktische Stadtplanung galt, gilt dies für den neuen Standort nicht. Durch den bergbaubedingten Umzug hat Kiruna ihr günstiges Mikroklima größtenteils eingebüßt. „Die Entscheidungsträger haben das Stadtklima bei der Planung nicht optimal berücksichtigt und andere Faktoren priorisiert“, sagt Sjöholm.

Aber noch sei es nicht zu spät, zumindest einige Dinge zu ändern. „Das neue Kiruna ist noch nicht fertig, und es ist möglich, zumindest teilweise mit Baumpflanzungen und Stadtmobiliar auszugleichen“, so die Forscherin. (URBAN DESIGN International, 2025; doi: 10.1057/s41289-025-00277-4)

Quelle: Universität Göteborg


Die Originalstudie von Jennie Sjöholm beinhaltet einige sehr aufschlußreiche Stadtpläne und Fotos; lohnt sich also, da auch reinzugucken.
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#Kiruna
#Bergbau
#Schweden
#selteneErden
#Eisenerz
#Erzbergbau
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