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NEUES THEMA20.02.2020, 15:23 Uhr
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arktika

• VR China wichtigster Handelspartner der BRD Kurze Meldung in der jW vom 13. Feb.:

VR China wichtigster Handelspartner der BRD

Wiesbaden. China hat 2019 seine Stellung als insgesamt wichtigster Handelspartner deutscher Unternehmen behalten, wĂ€hrend die Vereinigten Staaten grĂ¶ĂŸter Exportkunde blieben. Die Ausfuhren in die USA wuchsen um 4,7 Prozent auf den Höchstwert von knapp 119 Milliarden Euro, wie aus vorlĂ€ufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, die Reuters am Mittwoch vorlagen. Zwischen der Volksrepublik und der BRD wurden 2019 insgesamt Waren im Wert von fast 206 Milliarden Euro gehandelt
. (Reuters/jW)

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NEUER BEITRAG18.03.2021, 13:34 Uhr
EDIT: arktika
18.03.2021, 13:39 Uhr
Nutzer / in
arktika

VR China wichtigster Handelspartner der BRD Deutsche Unternehmen sind immer stĂ€rker auf das ChinageschĂ€ft angewiesen und verlagern in wachsendem Maße AktivitĂ€ten in die Volksrepublik. Der Wirtschaftskrieg der USA gegen China spielt dabei eine nachrangige Rolle. Die BRD-Firmen verlagern als prĂ€ventives Gegenmittel in wachsendem Maße einfach ihre AktivitĂ€ten in die Volksrepublik selbst.
" China könne es sich 'sehr wohl leisten, notfalls auf den deutschen Markt zu verzichten' [...] 'Umgekehrt ist das nicht der Fall'".

Das asiatische Jahrhundert
Deutsche Unternehmen sind immer stÀrker vom ChinageschÀft abhÀngig und bauen ihre AktivitÀten in China trotz US-Wirtschaftskrieg aus.


BERLIN/BEIJING (Eigener Bericht) - Deutsche Unternehmen sind immer stĂ€rker auf das ChinageschĂ€ft angewiesen und verlagern in wachsendem Maße AktivitĂ€ten in die Volksrepublik. Dies geht aus aktuellen Wirtschaftsdaten und einer neuen Umfrage unter deutschen Firmen hervor. So ist China nicht nur eins von sehr wenigen LĂ€ndern, in die deutsche Firmen 2020 genauso viel exportieren konnten wie im Jahr zuvor; es ist auch die einzige große Volkswirtschaft, in die deutsche Firmen in diesem Januar bereits wieder mehr ausfĂŒhrten als im Vorjahresmonat. Dass die Exporte in die Volksrepublik die deutsche Wirtschaft maßgeblich stĂŒtzen, ist auch deswegen von besonderer Bedeutung, weil pandemiebedingt der deutsche Inlandskonsum unverĂ€ndert lahmt. Schon fĂŒnf Dax-Konzerne, so etwa VW, Daimler, Infineon, erzielen ihren grĂ¶ĂŸten Umsatzanteil in China, mehr als auf dem deutschen Heimatmarkt. Gegen die Risiken des US-Wirtschaftskriegs sichern sich deutsche Firmen mit ChinageschĂ€ft zunehmend ab, indem sie immer mehr AktivitĂ€ten in die Volksrepublik verlagern. BemĂŒhungen, sie zum RĂŒckzug aus China zu veranlassen, sind gescheitert.

"GlĂŒcksfall China"

Ein aktuelles Schlaglicht auf die Bedeutung Chinas fĂŒr die deutsche Industrie werfen die gestern veröffentlichten Angaben zum deutschen Außenhandel fĂŒr Anfang 2021. Bereits 2020 war die Volksrepublik fast das einzige Land gewesen, das trotz der Coronakrise genauso viel deutsche Exporte abgenommen hatte wie im Vorjahr und das seine Ausfuhren in die Bundesrepublik sogar deutlich hatte steigern können. China baute damit seinen Vorsprung als grĂ¶ĂŸter Handelspartner Deutschlands aus und rĂŒckte zum zweitgrĂ¶ĂŸten Abnehmer deutscher Exporte auf - vor Frankreich und knapp hinter den USA. Auch das relative Exportplus im Januar geht laut den Angaben des Statistischen Bundesamts vor allem auf das Konto der Volksrepublik. So stiegen die Exporte im Januar um 1,4 Prozent gegenĂŒber dem Vormonat Dezember - immerhin eine AufwĂ€rtsbewegung, wenngleich sie mit einem Wert von 98,1 Milliarden Euro immer noch rund 8,0 Prozent unter dem Vorkrisenwert vom Januar 2020 blieben. Die einzige große Volkswirtschaft, in die deutsche Unternehmen im Januar mehr exportieren konnten als im Vorjahresmonat, war China, das gut 3,1 Prozent mehr deutsche Waren kaufte als im Januar 2020; ansonsten lagen die deutschen Exporte deutlich unter dem Vorjahreswert - um 6,0 Prozent im Fall der EU, um 6,2 Prozent bei den USA. Chinas rasante Erholung, konstatiert ein Experte von der Wirtschaftsberatungsgesellschaft EY, sei ein "GlĂŒcksfall gerade fĂŒr die deutschen Unternehmen".[1]

Absatzmarkt und Forschungsstandort

UnverĂ€ndert wĂ€chst auch der Anteil des ChinageschĂ€fts an den GesamtaktivitĂ€ten deutscher Unternehmen. Dies gilt vor allem fĂŒr die Kfz-Konzerne, die lĂ€ngst nicht mehr nur ihre Fabriken in der Volksrepublik ausbauen, sondern auch Forschungs- und EntwicklungsaktivitĂ€ten in das Land verlagern; so hat Volkswagen im Dezember ein Forschungs- und Entwicklungszentrum fĂŒr E-MobilitĂ€t in der Metropole Hefei eröffnet und will die Provinz Anhui, deren Hauptstadt Hefei ist, von nun an als "E-MobilitĂ€ts-Hub" nutzen.[2] VW ist einer von fĂŒnf Dax-Konzernen, fĂŒr die China inzwischen zum grĂ¶ĂŸten Einzelmarkt aufgestiegen ist, noch vor dem Heimatmarkt; VW erzielt dort 41 Prozent seines Gesamtumsatzes, BMW 32 Prozent, Daimler 29 Prozent. Daimler verdankt die Tatsache, dass der Konzern im vergangenen Jahr trotz der Coronakrise einen Gewinn von rund vier Milliarden Euro verbuchen konnte, vor allem der Steigerung seines Absatzes in China um rund zwölf Prozent.[3] Neben der Kfz- ist auch die Halbleiterbranche auf die Volksrepublik angewiesen; Infineon etwa erzielt in China 39 Prozent seines Konzernumsatzes, in Deutschland nur noch elf Prozent.[4] Bei Siltronic belĂ€uft sich der chinesische Umsatzanteil auf 27 Prozent, bei Aixtron gar auf 59 Prozent. Aber etwa auch Adidas (22 Prozent) und Puma (16 Prozent), die Bayer-Abspaltung Covestro (19 Prozent), Knorr Bremse (17 Prozent), Siemens und Merck (je 14 Prozent) könnten ihren Bestand ohne ChinageschĂ€ft nicht ansatzweise behaupten.

Neuinvestitionen in der Volksrepublik

Neben den Wirtschaftsdaten zeigt eine aktuelle Umfrage, dass die vergangenes Jahr gestarteten BemĂŒhungen, den Fokus deutscher Unternehmen von China weg und auf andere LĂ€nder vor allem SĂŒdost- und SĂŒdasiens zu lenken, bislang gescheitert sind. Vor allem in der ersten JahreshĂ€lfte 2020 hatten Politik und Medien unter Verweis darauf, dass die pandemiebedingte zeitweise Stilllegung von Fabriken in China die Lieferketten auch deutscher Unternehmen heftig erschĂŒttert hatte, immer wieder gefordert, deutsche Firmen sollten ihre Standorte in andere Staaten verlegen, etwa nach Vietnam oder Indien; unter der Parole "Diversifizierung von Lieferketten" taucht der Gedanke auch in den "Indo-Pazifik-Leitlinien" der Bundesregierung auf.[5] Nun haben manche Unternehmen zwar in der Tat Fabriken verlagert, etwa in LĂ€nder des sĂŒdostasiatischen Festlands; Ursache dieser bereits seit Jahren festzustellenden Tendenz ist allerdings, dass die Löhne in China steigen. Eine Umfrage, die die Deutsche Handelskammer in China und die WirtschaftsprĂŒfungsgesellschaft KPMG unter mehr als 500 deutschen Unternehmen in der Volksrepublik durchgefĂŒhrt haben, zeigt nun aber, dass 96 Prozent von ihnen nicht die Absicht haben, China zu verlassen; 72 Prozent planen sogar neue Investitionen in dem Land. Dabei gehen 77 Prozent fest davon aus, dass ihr GeschĂ€ft im Jahr 2021 in China besser laufen wird als auf anderen MĂ€rkten; 72 Prozent erwarten steigende UmsĂ€tze, 56 Prozent höhere Gewinne.[6]

Wirtschaftskrieg und "dual circulation"

Dabei bestĂ€tigt die Umfrage eine deutliche Tendenz zur Lokalisierung der GeschĂ€ftsaktivitĂ€ten in China - nicht nur zur GrĂŒndung neuer Standorte in der Volksrepublik, sondern auch zur Ansiedlung von Forschungs- und EntwicklungstĂ€tigkeiten (43 Prozent der Unternehmen) und zur Beschaffung vor Ort (34 Prozent). Hintergrund ist zunĂ€chst der US-Wirtschaftskrieg gegen China, der es auch den dort tĂ€tigen deutschen Firmen angeraten erscheinen lĂ€sst, sich von Zulieferungen aus dem Ausland unabhĂ€ngig zu machen.[7] Diese Tendenz wird nun verstĂ€rkt durch Weichenstellungen des neuen FĂŒnfjahresplans (2021 bis 2025), der in diesen Tagen vom Nationalen Volkskongress verabschiedet werden soll. Unter der Parole "dual circulation" ("zwei KreislĂ€ufe") geht es darum, zum Schutz vor US-Embargos und -Sanktionen die AbhĂ€ngigkeit vom Ausland möglichst rasch zu verringern, dazu zum einen die Entwicklung modernster Technologien - insbesondere Halbleiter - im Inland voranzutreiben und zum anderen den innerchinesischen Konsum zu stĂ€rken, um SchĂ€den beim Export durch weitere Strafzölle auszugleichen. Um von der geplanten StĂ€rkung des "inneren Kreislaufs" profitieren zu können und von einer etwaigen SchwĂ€chung des "Ă€ußeren Kreislaufs" (Ex- und Import) nicht betroffen zu sein, setzen deutsche Firmen ebenfalls auf Lokalisierung.

"Sensible AbhÀngigkeiten"

Als Gefahr fĂŒr GeschĂ€ft und Profit deutscher Unternehmen in China gilt inzwischen zwar nicht mehr nur der US-Wirtschaftskrieg, sondern auch das rasante technologische Aufholen chinesischer Firmen, die sich zu einer immer schĂ€rferen Konkurrenz entwickeln: "Unternehmen, die in China GeschĂ€fte machen", warnt etwa JĂŒrgen Matthes, Konjunkturexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), "mĂŒssen sich fragen, ob und welche GeschĂ€fte sie dort in fĂŒnf oder zehn Jahren machen können, wenn China seine Selbstversorgung erhöht, technologisch aufgeholt hat und die auslĂ€ndischen Unternehmen in wichtigen Bereichen nicht mehr braucht".[8] "Strategie der deutschen Unternehmen mit ChinageschĂ€ft" mĂŒsse es in Zukunft sein, "auch ohne China nicht zusammenzubrechen". In Wirtschaftskreisen wird bezweifelt, dass dies möglich ist - schließlich ist die Volksrepublik lĂ€ngst auf Kurs, die Vereinigten Staaten 2028 oder 2029 als Land mit der grĂ¶ĂŸten Wirtschaftsleistung weltweit abzulösen und auch dann noch in hohem Tempo weiterzuwachsen. China könne es sich "sehr wohl leisten, notfalls auf den deutschen Markt zu verzichten", Ă€ußerte kĂŒrzlich Ex-Siemens-Chef Joe Kaeser: "Umgekehrt ist das nicht der Fall. Hier gibt es sehr sensible und kritische AbhĂ€ngigkeiten."[9] Kaeser urteilt lapidar: "Das 21. Jahrhundert ist das asiatische Jahrhundert, und damit mĂŒssen wir umgehen.
"

Am 10. MĂ€rz auf german-foreign-policy unter
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