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NEUTextsammlung faschistische Bewegung Ukraine..
  [6 pics,17 files] begonnen von FPeregrin am 04.03.2022  | 117 Antworten
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NEUES THEMA04.03.2022, 22:32 Uhr
EDIT: FPeregrin
04.03.2022, 22:38 Uhr
Nutzer / in
FPeregrin

• Textsammlung faschistische Bewegung Ukraine (3) So richtig es ist, bez√ľglich der globalen Au√üenwirkung des Ukrainekonflikts einen eigenen Thread aufzumachen und zu beschicken:
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, so sinnvoll erscheint mir dennoch, den alten urspr√ľnglichen "Innen-Thread" ab hier:
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jetzt im Sinne des Ausgangsthemas (Textsammlung faschistische Bewegung Ukraine) fortzuf√ľhren. Mit ein bi√üchen Disziplin werden wir hoffentlich auch mit zwei offenen Ukraine-Threads umgehen k√∂nnen!

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Gennadi Shuganow: "Es ist an der Zeit, dass alle erkennen, dass die demokratischen Mechanismen in der Ukraine abgeschafft wurden. Seit dem Staatsstreich von 2014 diktieren aggressive nationalistische Banden zunehmend die reale Politik auf dem Territorium des Landes. Als Vertreter einer absoluten terroristischen Minderheit halten sie das ukrainische Volk in Angst und zwingen den Machthabern Verhaltensregeln auf."

Exemplarisch ist die Ermordung des B√ľrgermeisters von Kreminnia Wolodymyr Struk und ihre Kommentierung aus dem ukrainischen Innenministerium. Erfreulicherweise macht die Wikipedia indirekt immer noch auf so etwas aufmerksam! - Ich spiegele mal den Text des ganzen Artikels; sicher ist sicher:

Wolodymyr Struk

Wolodymyr Oleksijowytsch Struk (ukrainisch –í–ĺ–Ľ–ĺ–ī–ł–ľ–ł—Ä –ě–Ľ–Ķ–ļ—Ā—Ė–Ļ–ĺ–≤–ł—á –°—ā—Ä—É–ļ; * 15. Mai 1964 in Losiwskyj, Ukrainische SSR, Sowjetunion; ‚Ć 2. M√§rz 2022) war ein ukrainischer Politiker (Partei der Regionen).

Leben

Wolodymyr Struk arbeitete zun√§chst als Fahrlehrer und Schwei√üer, von 1990 bis 1998 war er Direktor eines kollektiven landwirtschaftlichen Unternehmens in Luhansk. Danach studierte er Rechtswissenschaften an der Universit√§t Luhansk ‚ÄěEduard Didorenko‚Äú (–õ—É–≥–į–Ĺ—Ā—Ć–ļ–ł–Ļ –ī–Ķ—Ä–∂–į–≤–Ĺ–ł–Ļ —É–Ĺ—Ė–≤–Ķ—Ä—Ā–ł—ā–Ķ—ā –≤–Ĺ—É—ā—Ä—Ė—ą–Ĺ—Ė—Ö —Ā–Ņ—Ä–į–≤ —Ė–ľ–Ķ–Ĺ—Ė –ē–ī—É–į—Ä–ī–į –Ē—Ė–ī–ĺ—Ä–Ķ–Ĺ–ļ–į) sowie bis 2009 Verwaltungswissenschaft an der Verwaltungsakademie Kiew (–ö–ł—ó–≤—Ā—Ć–ļ–į –Ĺ–į—Ü—Ė–ĺ–Ĺ–į–Ľ—Ć–Ĺ–į –į–ļ–į–ī–Ķ–ľ—Ė—Ź –ī–Ķ—Ä–∂–į–≤–Ĺ–ĺ–≥–ĺ —É–Ņ—Ä–į–≤–Ľ—Ė–Ĺ–Ĺ—Ź –Ņ—Ä–ł –ü—Ä–Ķ–∑–ł–ī–Ķ–Ĺ—ā–ĺ–≤—Ė –£–ļ—Ä–į—ó–Ĺ–ł).

In den Jahren 1998 bis 2006 war Struk Mitglied des Stadtrats von Luhansk. Von 2012 bis 2014 war er Mitglied des ukrainischen Parlaments, in dem seine Partei zu diesem Zeitpunkt die gr√∂√üte Fraktion sowie die Regierung unter Ministerpr√§sident Mykola Asarow stellte, die im Zuge der Euromaidan-Unruhen zur√ľcktrat.

Struk war danach als Rechtsanwalt sowie als Aufsichtsratsvorsitzender einer Brauerei in Kreminna t√§tig. 2020 wurde er mit 51,7 % der Stimmen[1] zum B√ľrgermeister von Kreminna gew√§hlt. Kreminna war 2014 umk√§mpft gewesen, geh√∂rte aber nicht zur s√ľdlich von Kreminna gelegenen, von Separatisten kontrollierten Volksrepublik Lugansk, sondern blieb unter Kontrolle der ukrainischen Regierung.

Am 1. M√§rz 2022 wurde Struk von mehreren M√§nnern in Tarnanz√ľgen aus seinem Haus entf√ľhrt und offenbar einen Tag sp√§ter erschossen. Anton Heraschtschenko, ein Berater im ukrainischen Innenministerium, erkl√§rte dazu, Struk habe die prorussischen Separatisten unterst√ľtzt und sei von einem Volkstribunal als Verr√§ter verurteilt und von unbekannten Patrioten erschossen worden. Struk habe Ende Februar mit Russland kommuniziert.

Weblinks

–ú—Ė—Ā—Ć–ļ–ł–Ļ –≥–ĺ–Ľ–ĺ–≤–į –°—ā—Ä—É–ļ –í–ĺ–Ľ–ĺ–ī–ł–ľ–ł—Ä –ě–Ľ–Ķ–ļ—Ā—Ė–Ļ–ĺ–≤–ł—á: –Ď—Ė–ĺ–≥—Ä–į—Ą—Ė—á–Ĺ–į –Ē–ĺ–≤—Ė–ī–ļ–į. In: kremrada.gov.ua. 3. Dezember 2020 (ukrainisch).
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Yaron Steinbuch, Khristina Narizhnaya: Pro-Russian mayor of Ukrainian city reportedly killed after being kidnapped from home. In: nypost.com. 3. März 2022 (englisch).
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Kaya Terry: Pro-Russian mayor of city in eastern Ukraine found shot dead after being kidnapped from his home. In: Daily Mail Online. 3. März 2022 (englisch).3. März 2022
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Einzelnachweise

–¶–Ķ–Ĺ—ā—Ä–į–Ľ—Ć–Ĺ–į –≤–ł–Ī–ĺ—Ä—á–į –ļ–ĺ–ľ—Ė—Ā—Ė—Ź (Hrsg.): –†–Ķ–∑—É–Ľ—Ć—ā–į—ā–ł –≤–ł–Ī–ĺ—Ä—Ė–≤ –ľ—Ė—Ā—Ć–ļ–ĺ–≥–ĺ –≥–ĺ–Ľ–ĺ–≤–ł: –ú—Ė—Ā—Ü–Ķ–≤—Ė –≤–ł–Ī–ĺ—Ä–ł 25.10.2020: –õ—É–≥–į–Ĺ—Ā—Ć–ļ–į –ĺ–Ī–Ľ–į—Ā—ā—Ć: –ö—Ä–Ķ–ľ—Ė–Ĺ—Ā—Ć–ļ–į –ľ—Ė—Ā—Ć–ļ–į –≥—Ä–ĺ–ľ–į–ī–į. In: cvk.gov.ua. Abgerufen am 4. M√§rz 2022 (ukrainisch).
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***

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... und ob dieser Krieg eine antifaschistische Dimension hat!!! - Und: Ich versuche mir vorzustellen, etwas analoges - inklusive der offen faschistischen Erklärung aus dem zuständigen Ministerium - wäre in Rußland geschehen!
• PDF-Datei Wolodymyr Struk ‚Äď Wikipedia.pdf
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NEUER BEITRAG04.03.2022, 22:48 Uhr
Nutzer / in
FPeregrin

Textsammlung faschistische Bewegung Ukraine (3) Ich bleibe im "Innen-Thread" insbesondere wegen der Frage nach einer unmittelbaren inneren antifaschistischen Dimension dieses Krieges.

jW morgen:

¬ĽEinfacher, ein Gewehr als Brot zu bekommen¬ę

Gespaltene Bev√∂lkerung und immer mehr Waffen: Bericht √ľber den Krieg in der Ukraine. Ein Gespr√§ch mit Dmitri Kowalewitsch

Interview: Jan Greve

Dmitri Kowalewitsch ist ukrainischer Journalist und Mitglied der marxistischen Organisation ¬ĽBorotba¬ę

Vor einer Woche haben Sie im jW-Interview √ľber die Situation in der Region Kiew berichtet. Am Freitag, einen Tag nach Beginn des russischen Kriegs in der Ukraine, sei die Lage noch vergleichsweise ruhig gewesen, sagten Sie. Hat sich die Situation ver√§ndert?

In den vergangenen Tagen hat es mehrere Luftangriffe gegeben, einige Geb√§ude wurden getroffen. Allerdings l√§sst sich nicht ausschlie√üen, dass die Zerst√∂rungen auch auf Raketen der Flugabwehrsysteme zur√ľckgehen, die aus den Wohngebieten heraus gez√ľndet werden. Von Panik ist zumindest auf den Stra√üen in meiner Nachbarschaft weiterhin nichts zu sp√ľren. Die Leute decken sich mit Lebensmitteln ein, weil die Medien √ľber K√ľrzungen berichten. Aber Engp√§sse habe ich bislang nicht beobachten k√∂nnen.

Vergangene Woche berichteten Sie, bislang keine russischen Soldaten, Panzer oder Kampfflugzeuge gesehen zu haben. Ist das immer noch so?

Ja. Das einzige, was wir hier in meinem Wohnort mitbekommen, sind die Geräusche von Militärjets. Angeblich fliegen die am nordwestlichen und nordöstlichen Stadtrand von Kiew.

Es h√§ufen sich Berichte √ľber die wachsende Verrohung in der ukrainischen Gesellschaft angesichts des Kriegs. Wie nehmen Sie die Atmosph√§re wahr?

Verrohung gibt es in jedem Krieg. Das hat im Fall der Ukraine auch mit den aufpeitschenden Medienberichten zu tun. Dazu kommt die Verteilung von Waffen an die Bev√∂lkerung, die auch bei Pl√ľnderungen zum Einsatz kommen.

Aus meiner Sicht kann zwischen zwei Kategorien von Zivilisten unterschieden werden. Zum einen gibt es die aktiven, nationalistischen Unterst√ľtzer der Regierung von Pr√§sident Wolodimir Selenskij. Aus deren Reihen wird jeden Tag und jede Nacht in gro√üer Anspannung nach vermeintlichen Saboteuren gesucht. Zum anderen gibt es diejenigen, deren Alltag sich kaum ver√§ndert hat. Diese Leute vermeiden das Thema Krieg ‚Äď auch um die Menschen der ersten Kategorie nicht zu provozieren.

Sie sind Journalist und Mitglied einer marxistischen Organisation. Mit welchen Argumenten diskutieren linke Ukrainer √ľber die aktuelle Situation?

Marxisten und andere Linke befanden sich nach dem Regime-Change im Jahr 2014 in fundamentaler Opposition zur ukrainischen Regierung, auch wegen des Verbots kommunistischer Parteien und einer De-facto-Legitimierung von rechtem Terror. In diesen Kreisen wird dar√ľber gestritten, wie der Krieg einzuordnen ist. Nach meinen Beobachtungen kann man drei Gruppen unterscheiden. Die einen ziehen Parallelen zum Zweiten Weltkrieg und dem Kampf gegen Faschisten. Sie unterst√ľtzen die russische Milit√§roperation und die Donbass-Republiken, weil sie darauf hoffen, so die ukrainischen Neonazis loszuwerden. Die Linken der zweiten Kategorie vergleichen die Situation mit dem Ersten Weltkrieg, sprechen von der Rivalit√§t zwischen imperialistischen M√§chten und versuchen, sich nicht auf eine Seite zu schlagen. Zu guter Letzt gibt es diejenigen, die, eng verbunden mit den sogenannten Antiautorit√§ren, kaum noch Ber√ľhrungs√§ngste mit Nationalisten und Faschisten haben. Sie rufen nach Hilfe f√ľr die Ukraine und wenden sich dabei auch an Linke in den westlichen L√§ndern. Dabei handelt es sich nur um eine Handvoll Personen, die aber von den westlichen Medien immer wieder eine B√ľhne bekommen, weil ihre Aussagen gut zur Agenda der eigenen Regierungen passen.

Vergangene Woche äußerten Sie die Hoffnung, der Krieg möge kurz sein und möglichst wenig Schaden anrichten. Glauben Sie noch daran?

Es sieht so aus, dass der Krieg l√§nger dauern wird als erhofft. Das ¬≠ukrainische Milit√§r und faschistische Gruppen nehmen die Bev√∂lkerungen in Charkiw, Kiew oder Mariupol als Geisel, indem sie die Leute als menschliche Schutzschilder benutzen. Das kann lange und schwere K√§mpfe in dichtbesiedelten Gebieten zur Folge haben ‚Äď zumal wenn die Waffenlieferungen aus L√§ndern wie Deutschland weiter anhalten. In einigen St√§dten ist es einfacher, ein Maschinengewehr als Brot zu bekommen.

Sind Sie trotz der andauernden K√§mpfe dazu in der Lage, √ľber die mittelfristige Perspektive f√ľr die Ukraine nachzudenken? Was wird nach dem Krieg kommen?

Es gibt zwei m√∂gliche Szenarien: Entweder wird in Verhandlungen erreicht, dass die Ukraine einen neutralen Status einnimmt, oder das Land wird als Ergebnis eines fortdauernden Kriegs geteilt. Dann k√∂nnte ein neuer ¬Ľeiserner Vorhang¬ę zwischen Ost und West entstehen.


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NEUER BEITRAG05.03.2022, 14:17 Uhr
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FPeregrin

NB zeichnet sich hier auch die klassenmäßige politisch-militärische Beschränktheit beider Konfliktparteien ab.

Aufgrund der offensichtlich dominierenden nationalen Dimension des Krieges ist Ru√üland in dem Dilemma, den Krieg gleichzeitig schnell und durchschlagend sowie behutsam und schonend - also fast in der Art absolutistischer Kabinettskriege - f√ľhren zu m√ľssen. Dieses Dilemma kann gegenw√§rtig praktisch kompromi√ühaft √ľberbr√ľckt, nicht aber gel√∂st werden. √úberwunden werden k√∂nnte das Dilemma nur durch eine wachsende antifaschistische Dimension, die aber abh√§ngig ist von der politischen Dynamik in der Ukraine und in Ru√üland selbst. F√ľr die russische Bourgeoisie w√§re sie gef√§hrlich, da potentiell revolution√§r.

Der nationale Charakter des Krieges ist f√ľr die Ukraine die Vorlage, den Krieg als Volkskrieg f√ľhren zu wollen. Volkskriege f√ľhren k√∂nnen aber nur revolution√§re Klassen, keine Faschisten, weil sie gleichzeitig eine terroristische Herrschaftsweise aufrecht erhalten m√ľssen - das Interview mit Dmitri Kowalewitsch bildet den daraus resultierenden Kr√§fteverschlei√ü ja sehr sch√∂n ab, auch Berichte wie dieser:
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Die Ukraine kann also den "Volkskrieg" nur als seine reaktion√§re Karikatur f√ľhren, √§hnlich wie das faschistische Deutschland in der Sp√§tphase des 2. WKs ("Volkssturm", "Werwolf" u.√§.). Damit kann sie den Krieg im "g√ľnstigsten" Fall in die L√§nge ziehen, gewinnen kann sie ihn nicht. Auch hier wird es von der St√§rke der antifaschistischen Dimension gegen√ľber der nationalen abh√§ngen, wie wann und unter welchen Bedingungen dieser Krieg beendet wird.
NEUER BEITRAG07.03.2022, 10:09 Uhr
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FPeregrin

jW heute:

"Auf der milit√§rischen Seite meldete die Ukraine am Sonntag den Verlust der seit Beginn des Krieges umk√§mpften Kiewer Vororte Gostomel und Butscha. Beide liegen am nordwestlichen Stadtrand der ukrainischen Hauptstadt. Pr√§sidentenberater Orest Arestowitsch kommentierte die Mitteilung mit den Worten, die Ukraine werde sich noch auf viele schwere Momente einstellen m√ľssen. Mit Verrat habe die Aufgabe der beiden inzwischen stark zerst√∂rten St√§dte nichts zu tun. / Der Nachsatz verweist auf eine in der Ukraine offenbar um sich greifende Agentenparanoia. Am Sonnabend wurde ein Gesch√§ftsmann namens Denis Kirejew, der noch zu Beginn der vergangenen Woche auf ukrainischer Seite an den Verhandlungen mit Russland teilgenommen hatte, in Kiew auf offener Stra√üe erschossen. Zuerst meldete der Inlandsgeheimdienst SBU, Kirejew sei des Landesverrats verd√§chtig gewesen und beim Versuch seiner Festnahme get√∂tet worden. Sp√§ter beschwerte sich ein anderer ukrainischer Geheimdienst, der Erschossene sei einer seiner wichtigsten Doppelagenten gewesen. Wegen des Verdachts des Landesverrats er√∂ffnete die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft auch Ermittlungen gegen den Parlamentsabgeordneten Ilja Kiwa von der ¬ĽOppositionsplattform f√ľr das Leben¬ę. Dieser hatte kurz nach Beginn der Feindseligkeiten geschrieben, Angeh√∂rige der ukrainischen Territorialverteidigung h√§tten auf den Stra√üen von Kiew mehrere Dutzend Menschen get√∂tet. Unbestritten ist, dass zahlreiche verurteilte Kriminelle gegen das Versprechen, sich der Territorialverteidigung anzuschlie√üen, aus der Haft entlassen worden sind. Damit scheint sich ein Szenario aus dem Jahr 2014 zu wiederholen, als Kiew schon einmal Kriminelle ins Milit√§r entlassen hatte. Viele von ihnen bet√§tigten sich anschlie√üend mit den vom Staat ausgeteilten Waffen in ihren alten Gesch√§ftsfeldern."

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NEUER BEITRAG07.03.2022, 10:21 Uhr
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FPeregrin

Textsammlung faschistische Bewegung Ukraine (3) jW heute:

Faschistische Gewaltakte

Keine Gerechtigkeit: Der Bombenanschlag auf die Move-Kommune 1985 und das Massaker in Odessa 2014

Von Stephen Millies

√úbersetzung: J√ľrgen Heiser

Der hier gek√ľrzte Artikel erschien zuerst am 3. M√§rz 2022 im US-Newsblog Struggle for Socialism


Die kapitalistischen Medien wollen aus dem ukrainischen Pr√§sidenten Wolodimir Selenskij einen Volkshelden machen. Selenskij, von Beruf Schauspieler, wurde durch seine Fernsehrolle als ukrainischer Pr√§sident in einer Sitcom bekannt. Gef√∂rdert von ukrainischen Oligarchen kandidierte er dann f√ľr das echte Pr√§sidentenamt, weil der US-Imperialismus meinte, die Ukraine brauche einen neuen Anstrich.

Die New York Times und die Washington Post sind heute die lautesten Stimmen im Chor der Russland-Hasser. Sie haben mehr Einfluss als der rechte Sender Fox News, wenn es darum geht, Liberale und fortschrittliche Kr√§fte f√ľr den Kriegskurs der NATO zu gewinnen. Doch √ľber die Ermordung von mehr als 14.000 Menschen in den Donbass-Republiken durch das ukrainische Regime haben diese Medien kaum je berichtet.

Selenskij durfte 2019 in den Mariinskij-Palast in Kiew einziehen, weil er f√ľr die Wall Street und die europ√§ischen Bankster n√ľtzlich ist. Millionen von Ukrainern hatten f√ľr ihn gestimmt, weil sie hofften, er w√ľrde mit den faschistischen Terrorbanden in der Ukraine aufr√§umen. Selenskijs Abstammung aus einer russischsprachigen j√ľdischen Familie sei Beweis genug, dass der Faschismus in der Ukraine kein Problem mehr darstellt, hei√üt es heute. Doch in Wahrheit wurden unter Selenskij faschistische Milizen wie das ¬ĽAsow-Bataillon¬ę und der ¬ĽRechte Sektor¬ę in die ukrainische Armee und Polizei integriert.

F√ľnf Jahre vor Selenskijs Amtsantritt hatten Faschisten am 2. Mai 2014 das Gewerkschaftshaus in Odessa in Brand gesteckt, wobei mindestens 48 Menschen bei lebendigem Leibe verbrannten, weil die Neonazis sie an der Flucht hinderten. Diese Attacke war Ausdruck des faschistischen Charakters der F√ľhrung der Euromaidan-Bewegung. Aber nicht die Verbrecher, die diese Greueltaten ver√ľbten, wurden verhaftet, sondern Linke. Auch Selenskij lie√ü sp√§ter weder den Opfern des Massakers Gerechtigkeit widerfahren noch verhinderte er den dauerhaften t√∂dlichen Beschuss der Donbass-Republiken.

In den USA hatte es viele Jahre zuvor ebenfalls einen faschistischen Gewaltakt gegeben. In Philadelphia wurden am 13. Mai 1985 sechs Erwachsene und f√ľnf Kinder get√∂tet, als die Polizei eine Bombe auf das Haus der Move-Kommune warf. Den milit√§rischen Sprengsatz, der aus einem Hubschrauber auf das Haus geworfen wurde, hatten FBI-Agenten besorgt.

Wilson Goode war Philadelphias erster schwarzer B√ľrgermeister, als sein Polizeichef den Bombenabwurf befahl und mit den Worten ¬ĽLasst es brennen¬ę der Feuerwehr verbot, den sich rasend schnell ausbreitenden Brand zu l√∂schen. Weil der B√ľrgermeister die Gewaltorgie nicht verhinderte, trug er am Ende die Verantwortung f√ľr elf Morde und die Vernichtung eines ganzen Stadtteils, dessen H√§user bis auf die Grundmauern niedergebrannt waren. Niemand musste sich je daf√ľr vor Gericht verantworten.

Pr√§sident Wladimir Putin sah sich gezwungen, in der Ukraine zu intervenieren, um zu verhindern, dass die NATO aus dem Land einen St√ľtzpunkt gegen die Russische F√∂deration macht. Dies geschehen zu lassen, w√§re der Schritt zum Dritten Weltkrieg gewesen. Aufrichtige Pazifisten m√∂gen jeden Krieg verurteilen, aber Revolution√§re wissen, dass manche Kriege notwendig sind. Sozialisten und Kommunisten, die in der gegenw√§rtigen Krise ¬Ľbeide Seiten¬ę verurteilen, suchen damit nach Ausfl√ľchten.

In Philadelphia war alle Welt entsetzt √ľber den Bombenanschlag der Polizei auf das Move-Haus, doch auch dort wollten einige den Opfern die Schuld geben an dem Terrorakt. Dieselben Liberalen, die sich zuvor geweigert hatten, Mumia Abu-Jamal zu verteidigen, einen Revolution√§r, der als Journalist den Polizeiterror entlarvt hatte und nun schon seit 40 Jahren inhaftiert ist. Anfangs wollte der kapitalistische Staat ihn sogar hinrichten.

Der US-Imperialismus wird sich nicht selbst besiegen. Revolution√§re haben das Recht, jede Unterst√ľtzung von anderen anzunehmen. Der Sozialismus der Sowjetunion wurde tragischerweise gest√ľrzt, und Putin, der Pr√§sident der Russischen F√∂deration, ist kein Lenin. Doch gerade jetzt spielen Russlands Streitkr√§fte eine unverzichtbare Rolle bei der Rettung der Donbass-Republiken vor dem faschistischen Terror.


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NEUER BEITRAG08.03.2022, 21:35 Uhr
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Textsammlung faschistische Bewegung Ukraine (3) jW morgen:

Gebt sie wieder her!

Vorsitzender des kommunistischen Jugendverbands der Ukraine und sein Bruder verhaftet. International fordern Schwesterorganisationen Freilassung

Von Konstantin Petrov

Am Sonntag berichtete die Kommunistische Partei der Russischen F√∂deration, dass der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) den ersten Sekret√§r des Leninschen Kommunistischen Jugendverbandes der Ukrai¬≠ne, Michailo Kononowitsch, verhaftet hat. Zusammen mit Michailo wurde auch sein Bruder Olexandr, der ebenfalls aktiv im ukrainischen Komsomol mitwirkte, festgenommen. Der offizielle Grund f√ľr die Verhaftung seien ¬Ľprorussische und probelarussische¬ę Ansichten der Br√ľder: Den beiden Kommunisten wurden nicht konkrete Handlungen, sondern ihre politische √úberzeugung als solche vorgeworfen.

Die Verhaftung der beiden Kommunisten l√∂ste international Entsetzen aus. Mehrere linke Organisationen, darunter der Weltbund der Demokratischen Jugend, forderten am Montag die sofortige Freilassung der Br√ľder. Auch der Komsomol der Russischen F√∂deration verurteilte das Vorgehen der ukrainischen Beh√∂rden aufs sch√§rfste.

In seiner Erkl√§rung hob der russische Komsomol hervor, dass die beiden Kommunisten regelm√§√üig von radikalen Nationalisten angegriffen werden: Michailo und Olexandr wurden auf den Stra√üen von Kiew mehrmals verpr√ľgelt und ihre Familien und Freunde mit Gewalt bedroht. Unmittelbar nach dem ukrainischen Staatsstreich 2014 wurde Michailo Kononowitsch von einem Schl√§gertrupp zusammengeschlagen, ihm wurde die Nase gebrochen und das Handgelenk mit einem Jagdmesser durchbohrt. Kononowitsch wurde mit einem Elektroschocker gefoltert. Kurz danach wurde er von der Uni suspendiert. Doch selbst unter diesen Bedingungen hatte der ukrai¬≠nische Komsomol seine Arbeit fortgesetzt.

In Madrid organisierte der Jugendverband der Kommunistischen Partei Spaniens am Montag abend eine Kundgebung vor der ukrainischen Botschaft mit der Forderung, die beiden ukrainischen Kommunisten freizulassen. Auch der Jugendverband der Kommunistischen Partei Portugals, Juventude Comunista Portuguesa (JCP), kritisierte die Verhaftung: ¬ĽDer JCP und der Weltbund der Demokratischen Jugend verurteilen diesen abscheulichen Akt, fordern Rechtsbeistand und die Garantie der k√∂rperlichen Unversehrtheit der beiden Kommunisten und appellieren an die Jugend und an die V√∂lker der Welt, diese kriminelle Verhaftung zu verurteilen. F√ľr den JCP ist der Weg zum Frieden weder durch die Einschr√§nkung von Grundrechten noch mit Hilfe von Waffen, Gewalt und Zerst√∂rung m√∂glich.¬ę

Seit dem Staatsstreich von 2014 habe das ukrainische Regime dank seiner Unterst√ľtzer (USA, NATO und EU) faschistische Gruppen als Gegengewicht zu Kommunisten gesellschaftlich integriert und bewaffnet, hei√üt es in der Pressemitteilung der Verbands: ¬ĽSolidarit√§t mit V√∂lkern, die unter den dramatischen Folgen des Krieges leiden, darf nicht mit der Legitimierung von Fremdenfeindlichkeit, Gewalt, Zensur und Diskriminierung verwechselt werden.¬ę Die jungen ukrainischen Kommunisten, so der JCP, die seit 2015 mit ansehen mussten, wie die Kommunistische Partei der Ukraine illegalisiert wurde, k√∂nnten auf die gro√üe Solidarit√§t der jungen portugiesischen Kommunisten z√§hlen.

Die Br√ľder Kononowitsch setzten sich seit dem faktischen Verbot der Kommunistischen Partei der Ukraine 2015 ununterbrochen f√ľr die Rechte der Kommunisten ein ‚Äď sie organisierten politische Aktionen und Demos mit nunmehr verbotener kommunistischer Symbolik in den Stra√üen von Kiew, Lwiw, Dnipro und anderen St√§dten und leisteten Aufkl√§rungsarbeit gegen das W√ľten von Neonazitrupps in der Ukraine.


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NEUER BEITRAG08.03.2022, 21:41 Uhr
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Textsammlung faschistische Bewegung Ukraine (3) Ebd.:

Inbegriff der Nation

Gedankengut von Faschisten in ukrainischer Gesellschaft mehr und mehr normalisiert. Deren Bataillone heute in reguläre Strukturen eingegliedert

Von Reinhard Lauterbach

Hintergrund: Transatlantischer R√ľckzugsraum

1919 hatte ein US-amerikanischer Delegierter zu den Versailler Friedensverhandlungen eine Delegation der ¬ĽUkrainischen Volksrepublik¬ę noch mit den Worten abgefertigt, sie solle sich zum Teufel scheren, die Ukraine sei ¬Ľeine Erfindung des deutschen Generalstabs¬ę. Nach 1945 wandelte sich dieses Bild.

USA und Gro√übritannien fanden in ihren deutschen Besatzungszonen einige zehntausend ukrainische ¬ĽDisplaced Persons¬ę vor, die w√§hrend des Kriegs mit den Deutschen kollaboriert und sich an ihrer Seite vor der Roten Armee nach Westen abgesetzt hatten. In die UdSSR zur√ľck wollten sie aus naheliegenden Gr√ľnden nicht. Vermittelt durch ehemalige hohe Beamte deutscher Ministerien, die sich mit ihren Osteuropakenntnissen Schonung in den Entnazifizierungsverfahren erhofften, wurden auch britische und US-Geheimdienste auf diesen Personenkreis aufmerksam. In dem Ma√üe, in dem der Kalte Krieg heranreifte, dienten sich ehemalige ukrainische Kollaborateure den Westm√§chten als antisowjetische K√§mpfer an. Stepan Bandera zum Beispiel, der Gr√ľnder der ¬ĽOrganisation Ukrainischer Nationalisten¬ę, stand seit den sp√§ten 40er Jahren in den Diensten erst des britischen, dann des italienischen und schlie√ülich des US-Geheimdienstes. Mitte der 50er Jahre gaben ihn die US-Dienste an den damals entstehenden BND ab; kurz vor seiner Ermordung in M√ľnchen 1959 f√ľhrte Bandera ein Gespr√§ch mit einem BND-Vertreter, das er selbst gegen√ľber seiner Frau als ¬Ľvielversprechend¬ę einstufte. Gerhard von Mende, ein wegen allzu sichtbarer Nazivergangenheit in einer unauff√§lligen Au√üenstelle des Bundesinnenministeriums geparkter fr√ľherer Professor und Berater des nazistischen ¬ĽOstministeriums¬ę hielt die ganzen 50er Jahre √ľber seine sch√ľtzende Hand √ľber Bandera, als die deutsche Polizei ihn wegen diverser Delikte ins Visier nahm.

Schon in den fr√ľhen 50er Jahren hatte eine starke Migration dieser ukrainischen Nationalisten √ľber den Atlantik eingesetzt, obwohl damals noch vorhandene antifaschistisch eingestellte Experten der US-Dienste ihre Regierung davor warnten, sich mit diesen Leuten einzulassen. Vor allem Kanada wurde zum R√ľckzugsraum der ¬Ľukrainischen Diaspora¬ę, wo die Nationalisten auch eine ideologische Infrastruktur aufbauen konnten, um ihrer Politik akademische W√ľrden zu verleihen.

Mit dem Ende der Sowjetunion kehrten Aktivisten dieses Milieus und Absolventen ihrer Bildungsst√§tten in die Ukraine zur√ľck. Das aus historisch disparaten Teilen zusammengef√ľgte Land suchte nach einer politisch-ideologischen Identit√§t und fand sie im Nationalismus mit galizischen und kanadischen Wurzeln. Der Rest ist Geschichte. Bandera ist seit 2010 ¬ĽHeld der Ukraine¬ę. (rl)
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NEUER BEITRAG08.03.2022, 21:43 Uhr
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FPeregrin

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Mit dem zeitweisen R√ľckgang der K√§mpfe im Donbass ab dem Fr√ľhjahr 2015 ist es relativ still um die wichtigsten Sturmtruppen der Ukraine geworden: die Faschisten, die sich zuvor auf dem Maidan als Avantgarde des Staatsstreiches und anschlie√üend als kampff√§higster Teil der Kiewer Armee herausgestellt hatten.

Das hatte mehrere Gr√ľnde. Die ukrainische Armee ist in der Zwischenzeit erheblich aufger√ľstet und modernisiert worden, so dass sie mittlerweile auch in der Lage ist, den russischen Truppen substantiellen Widerstand entgegenzusetzen. Der zweite Grund ist, dass die Faschistenbataillone nach 2015, als sie aus jeder staatlichen Disziplin herauszufallen drohten und sich anschickten, ihren Unterhalt als normale Schl√§ger- und Mordbanden zu verdienen, in die regul√§ren milit√§rischen Strukturen eingegliedert wurden. Das sicherte ihnen regelm√§√üige Finanzierung und band sie halbwegs in die Kommandokette ein.

Auf diese Weise wurde das urspr√ľnglich mit Spenden ukrainischer Oligarchen finanzierte Bataillon ¬ĽAsow¬ę ‚Äď es trat als ¬ĽSondereinheit der Miliz¬ę in die Geschichte ein, als es am 9. Mai 2014, eine Woche nach dem Pogrom von Odessa, in Mariupol Feiern der B√ľrger zum sowjetischen Siegestag zusammenschoss ‚Äď auf Regimentsst√§rke aufgestockt und der dem Innenministerium von Arsen Awakow unterstellten Nationalgarde angeschlossen. Das hei√üt, es hat eine Legalisierung und Institutionalisierung der faschistischen K√§mpfer und ihrer Verb√§nde stattgefunden. Heute besteht das Gros der ukrainischen Truppen in Mariupol aus ¬ĽAsow¬ę-Leuten. Sie haben sich in den Wohnvierteln der Stadt verschanzt und sind offenbar bestrebt, die Zivilisten als lebende Schutzschilde f√ľr sich selbst in der Stadt zu halten.

√Ąhnlich war es mit anderen Einheiten, so dem aus entlassenen Kriminellen rekrutierten Bataillon ¬ĽAidar¬ę. Nachdem sogar Amnesty International √ľber Kriegsverbrechen von seiten dieser Einheit berichtet hatte, wurde sie aus dem Rampenlicht herausgehalten, blieb aber bestehen. Anfang dieses Monats wurde ein ehemaliger Kommandeur der Terrortruppe, Maxim Martschenko, von Pr√§sident Wolodimir Selenskij zum neuen Gouverneur der Region Odessa ernannt. Seine Mission bedarf keiner gro√üen Erl√§uterung: eine Region, in der ¬Ľprorussische¬ę Neigungen bef√ľrchtet werden, im Griff halten. Genau wie es Kiew Ende April 2014 gemacht hat, als es eine Bande vom ¬ĽAsow¬ę-Gr√ľnder Andrij Bilezkij rekrutierter rechter Charkiwer Fu√üballhooligans in einen Zug setzte und unter dem Vorwand eines Ligaspiels nach Odessa entsandte, wo die Lage damals auf der Kippe zu stehen schien. Die Folge war der Pogrom vom 2. Mai mit seinen 48 bei lebendigem Leib verbrannten oder zu Tode gepr√ľgelten Maidan-Gegnern.

In den Jahren des ¬Ľeingefrorenen Konflikts¬ę im Donbass sah es so aus, als h√§tte sich der ukrainische Faschismus wieder auf den Status einer lautstarken Minderheit zur√ľckentwickelt, den er traditionell innehatte. Die Teilnehmerzahlen der regelm√§√üig veranstalteten Kundgebungen etwa zum Geburtstag von Stepan Bandera (Nazikollaborateur, Kriegsverbrecher, 1909‚Äď1959, jW) gingen kontinuierlich zur√ľck, sogar ein keiner faschistoiden Sympathien verd√§chtiges Portal wie Strana.news schrieb √ľber die ¬Ľbegrenzte Mobilisierungsf√§higkeit der Radikalen¬ę.

Aber das ist eine T√§uschung. Denn ein dritter Aspekt ist demgegen√ľber wenig beachtet worden, obwohl er politisch der bedenklichste ist: Es geht um die ¬ĽNormalisierung¬ę faschistischen Gedankenguts in der ukrainischen Gesellschaft. Bandera wird in den Schulb√ľchern als Nationalheld dargestellt, der Gr√ľndungstag der von seiner ¬ĽOrganisation Ukrainischer Nationalisten¬ę (OUN) ‚Äď nicht durch Bandera selbst, er sa√ü zu diesem Zeitpunkt in der Prominentenbaracke des KZ Sachsenhausen, wo die Nazis potentielle B√ľndnispartner aus den okkupierten Gebieten zur weiteren Verwendung versammelt hatten ‚Äď 1942 gegr√ľndeten ¬ĽUkrainischen Aufstandsarmee¬ę (UPA), der 14. Oktober, wurde zum offiziellen Staatsfeiertag und Ersatz des sowjetischen ¬ĽTags des Vaterlandsverteidigers¬ę am 23. Februar.

Dabei hat sich die Kontextualisierung der Aktivit√§ten der OUN-Faschisten radikal gewandelt. Sie werden heute als das dargestellt, was sie subjektiv vermutlich auch waren: in erster Linie radikale ukrainische Nationalisten, die sich auf der Suche nach B√ľndnispartnern an die hielten, die in den 1930er und 40er Jahren zu haben waren. Da die sowjetische Geschichtserz√§hlung als ideologische Konkurrenz heute in der Ukraine tabuisiert ist, stehen die Leute Banderas als ukrainische Patrioten da, ihre Mitwirkung an den Morden der deutschen Einsatzgruppen wird totgeschwiegen oder heruntergespielt. Im Bereich des Alltagsbewusstseins zeigt sich diese ¬ĽNormalisierung¬ę des ukrainischen Faschismus beispielsweise darin, dass die Molotowcocktails, die Kiewer Mittelschichtler zur Abwehr eines russischen Angriffs auf die Hauptstadt basteln, laut einer Reportage der polnische Gazeta Wyborcza inzwischen als ¬ĽBandera-Smoothies¬ę bezeichnet werden.

Vor diesem Hintergrund gewinnt eine aktuelle √Ąu√üerung von Pr√§sident Selenskij gegen√ľber dem US-Fernsehsender ABC an fataler Tragweite. Er sagte, √ľber die Zukunft der Krim und des Donbass sowie √ľber die Neutralit√§t des Landes k√∂nne man mit Russland zur Not reden, aber dessen Forderung nach einer ¬ĽEntnazifizierung der Ukraine¬ę bedeute ¬Ľdie Zerst√∂rung der Ukraine als Nation¬ę, sie sei ¬Ľein V√∂lkermord wie in den vierziger Jahren¬ę. Das hei√üt im Klartext: Ein durch seine Kollaboration mit dem Naziregime kompromittierter Nationalismus wird zum Kernelement ukrainischen Nationalbewusstseins hochstilisiert. Und das durch einen Pr√§sidenten mit j√ľdischen Wurzeln.


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NEUER BEITRAG08.03.2022, 22:00 Uhr
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FPeregrin

Textsammlung faschistische Bewegung Ukraine (3) Ebd.

Braune Legionäre

Faschistisches ¬ĽAsow¬ę-Bataillon wirbt in rechten Chats K√§mpfer f√ľr Krieg in Ukraine an, Kiew rekrutiert offen in BRD. Neonaziparteien gespalten

Von Marc Bebenroth

Es ist nach dem NATO-Krieg gegen Jugoslawien die n√§chste gro√üe Gelegenheit f√ľr Faschisten, Kampferfahrungen in einem europ√§ischen Krieg zu sammeln. Die Frage, auf welcher Seite im Ukraine-Krieg zu k√§mpfen sei, spaltet dabei die deutsche Neonaziszene. Zum einen sei es f√ľr ¬Ľharte Nationalisten¬ę ideologisch ambivalent, dass mit der Ukraine die Souver√§nit√§t eines Staates angegriffen werde, der jedoch von einem j√ľdischen Pr√§sidenten regiert werde, wie Matthias Quent von der Hochschule Magdeburg-Stendal am Montag gegen√ľber der Nachrichtenagentur dpa erkl√§rte. Zum anderen pflegen verschiedene Gruppierungen und Parteien seit Jahren Verbindungen zu russischen Faschisten. Beispielsweise gab es Kooperationen bei Sankt Petersburg mit der ¬ĽRussischen Reichsbewegung¬ę (¬ĽRusskoje Imperskoje Dwischenije¬ę, RIM), die sich im Kampf um die Vorherrschaft der ¬Ľwei√üen Rasse¬ę w√§hnt, woran Fabian Wichmann vom Aussteigerprogramm ¬ĽExit Deutschland¬ę am Donnerstag per Twitter erinnert hatte. Teil dieser Kooperation waren ihm zufolge Mitglieder der NPD und deren Jugendorganisation sowie der Partei ¬ĽDer III. Weg¬ę. Die NPD halte seit vielen Jahren ¬Ľenge Kontakte¬ę nach Russland.

Quendt zufolge stehen ¬Ľgro√üe Teile der extremen Rechten in Deutschland, einschlie√ülich gro√üer Teile der AfD¬ę in diesem Krieg auf der Seite Russlands. Auch die separatistisch-faschistischen ¬ĽFreien Sachsen¬ę w√ľrden zur Parteinahme f√ľr Russland neigen. Sie verhehlen ¬Ľ√ľberhaupt nicht, dass sie sich einen starken Mann w√ľnschen, der die Ukraine und sp√§ter auch Sachsen ‚Äļbefreien‚ÄĻ soll¬ę, sagte Johannes Kiess von der Universit√§t Leipzig am Montag der dpa. F√ľr diesen Teil der extremen Rechten sei Kiess zufolge die Ukraine ein ¬ĽVasallenstaat¬ę des Westens und der ukrainische Pr√§sident Wolodimir Selenskij Teil der globalen Elite, die es zu bek√§mpfen gelte.

Gegen ¬ĽNeobolschewisten¬ę

Bei anderen wiederum sei ein klares Bekenntnis zur ukrainischen Seite zu beobachten. ¬ĽZugespitzt sehen sie im massiven ukrainischen Widerstand die Verteidigung des Abendlandes vor den russischen Barbaren¬ę, sagte Kiess. Hier f√§llt vor allem die Neonazipartei ¬ĽDer III. Weg¬ę auf. Sie ruft zur Unterst√ľtzung ukrainischer Neonazis auf und unterhalte ¬Ľenge Kontakte¬ę zum ber√ľchtigten ¬ĽAsow¬ę-Batallion. F√ľr die faschistische Miliz, die offiziell dem Innenministerium in Kiew untersteht, macht aber unter anderen auch der rechte Jungeuropa-Verlag Propaganda, worauf der jW-Autor Robert Wagner am Freitag ebenfalls per Twitter hinwies.

F√ľr den Kampf gegen das russische Milit√§r rekrutiert die Ukraine auf mehreren Wegen. ¬ĽAsow¬ę werbe unter anderem deutsche Neonazis online f√ľr eine ¬ĽInternationale Legion¬ę an, wie der Zeit-Journalist Christian Fuchs am Donnerstag per Twitter berichtete. Die Rekrutierung werde ¬Ľvon der Rechtsextremistin Olena Semenjaka¬ę organisiert. Sie halte Kontakte zur NPD-Jugendorganisation, zum ¬ĽIII. Weg¬ę, zu ¬ĽDie Rechte¬ę und zur faschistischen ¬ĽIdentit√§ren Bewegung¬ę. Semenjaka arbeite f√ľr ukrainische Parlamentarier. ¬ĽF√ľr alle Krieger, die gegen Kommie-Abschaum und Neobolschewisten in der Ukraine k√§mpfen¬ę, hei√üt es auf einer von Fuchs dokumentierten Grafik aus einem Telegram-Kanal. Die Ablehnung des ¬Ľrussisch-kommunistischen Imperialismus¬ę sei Fabian Wichmann zufolge ein ideologisches Motiv f√ľr deutsche Neonazis, sich auf ukrainischer Seite am Krieg zu beteiligen.

Ganz offiziell wirbt Kiew offenbar f√ľr die Fremdenlegion seiner Reservetruppen, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung am Montag online berichtete. Das ukrainische Generalkonsulat in Frankfurt am Main habe auf Facebook erkl√§rt, wie man der Legion beitreten kann. Die Botschaft der Ukraine in der BRD sei allerdings mit Anfragen √ľberlastet, weshalb Rekrutierungswillige sich an den Honorarkonsul der Ukraine, Hansj√ľrgen Doss, wenden w√ľrden. Doss war fr√ľher CDU-Parlamentarier. ¬ĽWenn wir der Ukraine nicht helfen, ist das unterlassene Hilfeleistung. Wir gucken zu, wie ein Volk geschlachtet wird, und das halte ich f√ľr skandal√∂s¬ę, sagte er dem Blatt.

Offene Grenzen f√ľr Neonazis

Selbst wenn die BRD dagegen strafrechtlich vorgehen wollte, drohen Offiziellen mit diplomatischer Immunit√§t keine Konsequenzen. F√ľr weniger gesch√ľtzte Akteure k√∂nnten die Beh√∂rden auf Paragraph 109h des Strafgesetzbuches zur√ľckgreifen. Der stellt das Anwerben von Personen mit deutscher Staatsb√ľrgerschaft f√ľr den Wehrdienst ¬Ľzugunsten einer ausl√§ndischen Macht (‚Ķ) in einer milit√§rischen oder milit√§r√§hnlichen Einrichtung¬ę unter Strafe. Es drohen drei Monate bis f√ľnf Jahre Knast. Auch der Versuch ist strafbar. Die K√§mpferinnen und K√§mpfer selbst wiederum w√ľrden sich jedoch nur strafbar machen, sollten sie nachweislich gegen das V√∂lkerrecht versto√üen, wie laut einem Onlinebericht vom Donnerstag Innen-, Justiz- und Au√üenministerium gemeinsam auf eine Anfrage des ZDF geantwortet hatten.

Bliebe dem deutschen Staat noch, potentielle Kriegsteilnehmende an der Ausreise zu hindern. ¬ĽAber jeder mit ein bisschen Phantasie kann sich vorstellen, dass das nicht so f√ľrchterlich einfach ist¬ę, behauptete Stephan Kramer, Pr√§sident des Th√ľringer Landesamtes f√ľr Verfassungsschutz, am Montag gegen√ľber dpa. Es gebe nun mal offene Grenzen, lautete Kramers Vorwand. Er erinnerte daran, dass schon im ¬ĽBalkan-Konflikt¬ę deutsche Faschisten ausgereist seien und dort mitgek√§mpft h√§tten. Das habe man ¬Ľzum gro√üen Teil dann in seiner ganzen Quantit√§t erst sp√§ter festgestellt¬ę, r√§umte Kramer ein.

In Wahrheit liegt es im Interesse Berlins und der NATO, durch Freiwillige den von Russland begonnenen Krieg in der Ukraine m√∂glichst in die L√§nge zu ziehen. Offiziell will man jedoch verhindern, dass ¬ĽExtremisten¬ę ausreisen, um sich an milit√§rischen √úbungen oder K√§mpfen in der Ukraine oder Russland zu beteiligen, wie ein Sprecher dem Tagesspiegel laut Onlinebericht vom 2. M√§rz mitgeteilt hatte. Dem Innenministerium seien Ausreisen von Deutschen in die Ukraine ¬Ľim niedrigen einstelligen Bereich bekannt¬ę, zitierte das ZDF in seinem Bericht vom Donnerstag aus der Antwort des Ministeriums. Mindestens ein Landeskriminalamt habe ¬ĽGef√§hrderansprachen bei Neonazis gemacht¬ę, schrieb Zeit-Journalist Fuchs auf Twitter. Andere Personen seien von der Bundespolizei an der Ausreise gehindert worden. Bis Donnerstag h√§tten es drei Neonazis in die Ukraine geschafft.


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NEUER BEITRAG11.03.2022, 20:40 Uhr
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Lars

Textsammlung faschistische Bewegung Ukraine (3) Interview der jW √ľber die Mahnwache in Karlshorst, das Deutsch-russische Museum am Ort der Kapitualtion der Deutschen Wehrmacht versucht gerade die Geschichte umzudeuten. Der faschistische ukrainische Botschafter in Deutschland war am 1.September 2021 auch schon dort der Feierstunde mit Pr√§sident Steinmeier fern geblieben:
• PDF-Datei jW Interview Ringo 20220309.pdf
570,4 KB | application/pdf
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NEUER BEITRAG11.03.2022, 22:36 Uhr
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Lars

Textsammlung faschistische Bewegung Ukraine (3) In der jW von MOrgen formuliert Felix Bartels unter dem Titel "Daheim ist, wo der Hauptfeind steht" folgende, bedenkswerte Worte:

Unsere Lage ist der von 1914 so unähnlich nicht. Womit ich die Form des Konfliktes meine, nicht sein Ausmaß. Auch damals waren es imperialistische Konflikte, auch damals gab es mehr und weniger starke Mächte, eher agierende und eher reagierende Seiten. Lenin konstatierte den Zusammenbruch der Zweiten Internationale und verwies darauf, dass dieser Krieg nicht der Krieg der Arbeiterklasse sein kann. Liebknecht brachte es auf die Formel: Der Hauptfeind steht im eigenen Land.

Was meint diese Formel? Es w√§re paradox, davon auszugehen, dass sie eine Anleitung zur Analyse der Lage sein soll. Sobald der Hauptfeind in einem Land ausgemacht ist, kann er in einem anderen nicht mehr sein. Eine handlungsf√§hige Internationale lie√üe sich so nicht herstellen. Liebknechts Formel w√§re nicht durchzuhalten. Aber die Bildung einer internationalen Volksfront, die sich auf einen globalen Hauptfeind einigt, ist nur unter bestimmten Bedingungen zwingend. Solche lagen 1934 im Angesicht des Faschismus vor, 1914 nicht und heute nicht. Dass der Hauptfeind immer im eigenen Land stehe, bedeutet nichts anderes, als dass Kommunisten oder Linke jeglichen Landes vor der eigenen T√ľr zu kehren haben. Nicht weil ausgerechnet der Imperialismus im eigenen Land immer die Spitze des globalen Komplexes bildet, sondern weil nur so eine echte Internationale hergestellt werden kann, die im strengen Sinn des Wortes antiimperialistisch ist. Die Formel zielt √ľber den Inhalt hinaus auf die Haltung im Kampf. Macht und Verlockung der eigenen Regierung, des eigenen Landes, der eigenen Kultur auf ein Individuum sind immer gr√∂√üer als die irgendeiner ausl√§ndischen Instanz. Liebknechts Formel ist keine gegen einen Krieg (den er ohnehin nicht verhindern konnte). Sie ist eine gegen den Opportunismus.

Deutsche Linke verteidigen ihre Ehre nicht am Don, sie verteidigen sie an der Spree.


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NEUER BEITRAG12.03.2022, 18:18 Uhr
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arktika

Textsammlung faschistische Bewegung Ukraine (3) Im Roter Sturm Nr. 29 veröffentlicht der Revolutionäre Freundschaftsbund RFB seinen Standpunkt zur aktuellen Situation in der Ukraine u. den Volksrepubliken sowie weiteres Material ...

"Seit dem Putsch des ‚Äěrechten Sektors‚Äú, der Bandera - Nachkommen, SS-Verehrer, ASOW-Militaristen - dem ‚ÄěRegime change‚Äú nach NATO-Muster 2014 aus den Maidan-Protesten heraus ‚Äď wird in der Ukraine bereits 8 Jahre B√ľrgerkrieg gegen den antifaschistischen Widerstand, seitens des Westen
‚ÄěSeparatisten‚Äú genannt, mit tausenden Opfern als Folge gef√ľhrt."

Der gesamte Rote Sturm s. u.:
• PDF-Datei Roter Sturm Nr. 29.pdf
462,1 KB | application/pdf
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NEUER BEITRAG13.03.2022, 22:04 Uhr
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FPeregrin

Textsammlung faschistische Bewegung Ukraine (3) jW morgen:

R√ľckgrat der Armee

Faschisten gewinnen in der Ukraine immer mehr an Boden. Westen liefert bereitwillig Waffen

Von Dmitri Kowalewitsch, Kiew

Neonazis haben w√§hrend des ¬ĽEuromaidan¬ę 2013/2014 in der Ukraine eine entscheidende Rolle gespielt. Danach √ľbernahmen sie eine Reihe von F√ľhrungspositionen in allen Bereichen des ukrainischen Staatssystems, ihre paramilit√§rischen bewaffneten Formationen wurden legalisiert und in die Nationalgarde, die Polizei und die regul√§re Armee aufgenommen. Au√üerdem wurde ihnen der Bereich der Erziehung von Kindern und Jugendlichen √ľbertragen, die in speziellen Ausbildungslagern einer achtj√§hrigen Gehirnw√§sche unterzogen wurden.

In all diesen Jahren stimmten nur die Ukraine und die Vereinigten Staaten j√§hrlich in der UNO gegen eine Resolution zur Verurteilung des Nationalsozialismus, was schon viel aussagt. Nach und nach verschmolz der Staatsapparat mit neonazistischen Gruppierungen, die Ideologie der Ultrarechten wurde zur Staatsideologie, ihre Symbole wurden zu offiziellen Staatssymbolen. Der Slogan der Nazikollaborateure, ¬ĽRuhm f√ľr die Ukraine¬ę, ist zu einem offiziellen Gru√ü in der Armee geworden, und selbst liberale europ√§ische Politiker z√∂gern nicht, ihn zu wiederholen.

Der Anf√ľhrer der Neonazigruppe ¬ĽC 14¬ę, Jewgeni Karas, sagte am 23. Februar, dem Vorabend der Operation Russlands, auf einer Pressekonferenz in Kiew, dass eine Reihe von L√§ndern eine gro√üe Menge an milit√§rischer Unterst√ľtzung bereitgestellt h√§tten, ¬Ľnicht weil sie wollen, dass wir davon profitieren¬ę, sondern weil der Staat ¬Ľdie Aufgaben des Westens erf√ľllt¬ę. Und weiter: ¬ĽWir sind die einzigen, die bereit sind, diese Aufgaben zu erf√ľllen, weil wir Spa√ü haben ‚Äď wir t√∂ten gerne, und es macht uns Spa√ü zu k√§mpfen.¬ę

Es √ľberrascht nicht, dass seit Beginn der russischen Operation die Neonazis und die extreme Rechte den hartn√§ckigsten Widerstand geleistet haben. Die Entnazifizierung richtet sich speziell gegen sie, aber sie versuchen, ihre Sache als die Sache des gesamten ukrainischen Volkes darzustellen, als die Sache ganz Europas, das sie angeblich vor den ¬Ľasiatischen Horden¬ę sch√ľtzen. In den vergangenen acht Jahren haben die westlichen Medien versucht, Neonazieinheiten wie ¬ĽAsow¬ę, ¬ĽFreikorps¬ę und ¬ĽRechter Sektor¬ę zaghaft zu kritisieren, aber seit Ende Februar sind sie zu recht akzeptablen Verteidigern der Ukraine geworden.

Die Neonazis von ¬ĽAsow¬ę sind die motiviertesten Kr√§fte, und sie erhielten als erste westliche Waffen. Auch die US-Medien berichten freim√ľtig, dass sie ¬ĽAsow¬ę beliefern. ¬ĽAm 3. M√§rz ver√∂ffentlichte das ukrainische Einsatzkommando ‚ÄļNord‚ÄĻ Fotos von Truppen, die in den Einsatz von NLAW- und Javelin-Panzerabwehrwaffen eingewiesen wurden. Seitdem wurden weitere Bilder dieser Art vom Bataillon der ¬ĽAsowschen Nationalgarde¬ę ver√∂ffentlicht¬ę, schrieb das US-Portal Overt Defense am 8. M√§rz.

Zus√§tzlich zu den regul√§ren Armeeeinheiten wurden Ende Februar ¬ĽTerritorialverteidigungskommandos¬ę aus der Zivilbev√∂lkerung gebildet, die in der Ukraine sofort den Spitznamen ¬ĽVolkssturm¬ę erhielten. Diese Einheiten werden von Vertretern extrem rechter Gruppen angef√ľhrt, die eine Ausbildung absolviert haben oder √ľber Erfahrungen mit milit√§rischen Aktionen im Donbass verf√ľgen. Regelm√§√üig m√ľssen ihre Kontrollpunkte passiert werden, die an jeder Kreuzung eingerichtet sind. Die K√§mpfer der ¬ĽTerritorialverteidigung¬ę treten selbst gegen√ľber Vertretern der ukrainischen Beh√∂rden recht arrogant auf. Sie lassen M√§nner zwischen 18 und 60 Jahren nicht aus der Region ausreisen.

Fl√ľchtlinge, die aus dem Kriegsgebiet fliehen, werden manchmal gezwungen, einen ¬ĽSprachtest¬ę √ľber ihre Ukrainischkenntnisse zu absolvieren. Diejenigen, die den Test nicht bestehen, werden entweder nicht durchgelassen oder einer dem√ľtigenden Kontrolle unterzogen, bei der sie sich in der K√§lte ausziehen m√ľssen. Eine besonders harte Haltung nehmen sie gegen√ľber Personen aus asiatischen und afrikanischen L√§ndern ein, die versuchen, das Land zu verlassen.

Die ¬ĽTerritorialverteidigung¬ę wie auch das milit√§rische Personal zeigen gerne die Abzeichen der SS-Division ¬ĽTotenkopf¬ę, das Nazisymbol ¬ĽSchwarze Sonne¬ę, das am 8. M√§rz sogar in Gl√ľckwunschtweets der NATO an k√§mpfende ukrainische Frauen geriet. Nat√ľrlich sind nicht alle Soldaten der Armee oder Angeh√∂rige der ¬ĽTerritorialverteidigung¬ę Anh√§nger neonazistischer Ansichten. Sie alle stehen jedoch in dem einen oder anderen Ma√üe unter der F√ľhrung und Kontrolle der extrem rechten Kr√§fte, die das R√ľckgrat der ukrainischen Streitkr√§fte bilden.


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NEUER BEITRAG20.03.2022, 12:32 Uhr
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FPeregrin

Ein interessanter Artikel zur russischen Strategie in diesem Krieg in der jW von gestern:

Eine Frage der Zielsetzung

Es gibt unterschiedliche Einschätzungen, wie erfolgreich die russische Armee in der Ukraine bisher gewesen ist

Von Reinhard Lauterbach

Es ist die gro√üe Stunde der pensionierten Gener√§le. Ihre Einsch√§tzungen zur Lage im Ukraine-Krieg unterteilen sich in zwei gro√üe Gruppen. F√ľr die eine typisch ist ein Interview, das Exgeneral Hans-Lothar Domr√∂se vorige Woche dem Redaktionsnetzwerk Deutschland gab. Darin vertrat er die Auffassung, Russland habe den Krieg praktisch schon verloren, zumindest k√∂nne es ihn nicht mehr gewinnen. Denn das Ziel, Kiew oder Charkiw im Handstreich zu nehmen, sei auf evidente Weise verfehlt worden.

Sicherlich hat die russische Seite den Widerstandswillen der ukrainischen Armee stark untersch√§tzt. Wladimir Putins Aufruf am ersten Kriegstag, die ukrainischen Soldaten sollten sich ergeben, dann werde ihnen nichts geschehen, wirkt aus heutiger Sicht surreal. Im Zusammenhang hiermit tauchen immer wieder Videos auf, die zeigen, wie russische Panzerkolonnen aus dem Hinterhalt mit Panzerf√§usten oder aus der Luft mit Drohnen angegriffen werden und offenkundig auf die Angriffe ziemlich ratlos reagieren. Einer dieser Filme ‚Äď zugegebenerma√üen einer, den die ukrainische Seite ins Netz stellte ‚Äď zeigt eine russische Kolonne, die auf einer vierspurigen Stra√üe entlang eines Waldgebiets vorgeht. Pl√∂tzlich wird sie aus dem Wald heraus angegriffen, und anstatt zumindest in Richtung der Angreifer das Feuer zu er√∂ffnen, fahren die nachfolgenden Fahrzeuge unkoordiniert ins Gel√§nde.

Als schwache Seite des russischen Vormarsches sehen viele Milit√§rs die mangelnde Sicherung des Hinterlandes. Nicht nur der beschriebene Feuer√ľberfall zeigt, dass die russischen Kolonnen offenbar ohne gr√∂√üere Flankensicherung unterwegs sind. Vor einigen Tagen meldete das russische Verteidigungsministerium als Erfolg den Umstand, dass es gelungen sei, einen St√ľtzpunkt ukrainischer Milit√§rs in einem bestimmten Dorf ¬Ľauszuschalten¬ę. Eine Routinemeldung, aber der Blick auf die Landkarte zeigt, dass die Ortschaft sich in einem Waldgebiet n√∂rdlich von Kiew befindet, das russische Truppen entlang der Hauptstra√üen bereits in den ersten beiden Kriegstagen erobert hatten.

Auch der √ľber Tage in den westlichen Medien in Luftaufnahmen gezeigte 65-Kilometer-Konvoi russischer Kampf- und Versorgungseinheiten nordwestlich von Kiew f√§llt in diese Kategorie. Inzwischen ist er nicht mehr zu sehen, und die Experten streiten sich, warum. Auf jeden Fall kann wohl als erwiesen angenommen werden, dass die ukrainische Seite eine Taktik der Tschetschenen w√§hrend der russischen Angriffe in den 90er Jahren wiederholt hat: das erste und das letzte Fahrzeug einer Kolonne lahmzulegen, um dann den bewegungsunf√§higen Rest anzugreifen. Diese Option scheint Moskau nicht vorausgesehen zu haben.

Auch Probleme mit dem Nachschub und der Kommunikation werden als Handicaps des russischen Vormarsches genannt. Es fehlt nach einer Einsch√§tzung von Exgeneral Heinrich Brau√ü gegen√ľber der FAZ in der russischen Armee an gesch√ľtzten Kommunikationsmitteln, und es sei schon vorgekommen, dass russische Soldaten ukrainischen Zivilisten ihre Mobiltelefone abgenommen h√§tten ‚Äď weil russische Nummern im ukrainischen Mobilfunknetz blockiert sind.

Eine Minderheit von Milit√§rexperten sowohl aus den USA als auch aus nichtwestlichen L√§ndern wie Indien zeichnet ein anderes Szenario: Russland habe gar keinen Sieg nach dem Vorbild des US-Irak-Kriegs angestrebt, sondern es wolle die Ukraine zwingen, eine ausgehandelte L√∂sung zu russischen Bedingungen zu akzeptieren. Dem diene der relativ langsame Vormarsch, um den Druck von Tag zu Tag zu erh√∂hen und dem Gegner zu demonstrieren, dass jeder weitere Tag des Widerstands die Kosten des Wiederaufbaus nur erh√∂he. Zu dieser Einsch√§tzung passt nicht nur der Umstand, dass Russland durch seinen monatelangen demonstrativen Aufmarsch an der Grenze ohne Not auf das √úberraschungsmoment verzichtete; dem entsprechen auch die Meldungen der letzten Tage, vor allem √ľber die verst√§rkten Angriffe auf Ziele der milit√§rischen Unterst√ľtzungsinfrastruktur und/oder der R√ľstungsindustrie. Sie zielen wohl schon nicht mehr auf den jetzigen Krieg, sondern auf die Zeit danach ‚Äď um eine ¬ĽDemilitarisierung¬ę, die die Ukraine vielleicht freiwillig nicht zugestehen will, faktisch durchzusetzen.


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Vielleicht nicht √ľberraschend: Ich bin hier Anh√§nger der Minderheitenpostion - Ru√üland f√ľhrt hier das, was Clausewitz einen "Krieg um begrenzte Ziele" nennt; den Vergleich mit den Kabinettskriegen habe ich nicht von ungef√§hr gezogen.

NB: Politisch-milit√§risch erinnert mich der Krieg - bis in die Fehleinsch√§tzungen und taktischen Fehler hinein - ungemein an den sowjetisch-finnischen Winterkrieg 1939-1940, den die Sowjetunion bekanntlich unter erheblichen M√ľhen unter der Erreichung begrenzter Ziele und einem interimistischen Frieden gewonnen hat. Dieser Krieg ist von uns bislang unterrezipiert!
NEUER BEITRAG20.03.2022, 12:38 Uhr
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FPeregrin

Textsammlung faschistische Bewegung Ukraine (3) Eine hervorragende Zusammenfassung der Vorgeschichte des Ukraine-Kriegs in der jW von gestern:
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