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Am 8. Mai 1945 unterzeichnete Deutschland die bedingungslose Kapitulation. Dieser militärische Sieg war nur möglich geworden durch die gemeinsame Kraftanstrengung der Armeen und Völker der Anti-Nazi-Koalition. Militärische Wendepunkte des Krieges waren im Dezember 1941 die Schlacht vor Moskau, die erstmalig einen deutschen „Blitzkrieg“ stoppte und zurückschlug; im Winter 1942/43 konnte die Rote Armee in der Schlacht um Stalingrad der Wehrmacht eine bedeutende Niederlage bereiten und die deutschen Einheiten seitdem schrittweise nach Westen zurücktreiben; im Juni 1944 wurde mit dem D-Day auch die langersehnte zweite Front im Westen eröffnet und der faschistische Staat in die Zange genommen. Neben den regulären Einheiten der alliierten Armeen waren es auch Partisaneneinheiten und antifaschistische Widerstandsgruppen, die im von Deutschland besetzten Europa einen entscheidenden Beitrag zur Befreiung leisteten. So auch in Griechenland, wo es seit Ende 1941 einen breiten antifaschistischen Widerstand gab.

Deutscher Besatzungsterror in Griechenland

Am 6. April 1941 überfiel die deutsche Wehrmacht Griechenland und warf das Land in einem dreiwöchigen "Blitzkrieg" nieder. Es folgte eine militärische Besatzungszeit, die über 3 ½ Jahre bis zum 3. November 1944 andauerte. 3 ½ Jahre, die von Beginn an geprägt waren von der Anwendung systematischer Terrormaßnahmen und Greueltaten gegen die griechische Bevölkerung. Hunderte von Dörfern wurden von der Wehrmacht zerstört, die Dorfbevölkerung im Rahmen von sog. „Vergeltungsaktionen“ ausgelöscht. Insgesamt kamen rund 15% der damaligen griechischen Bevölkerung unter der deutschen Besatzungspolitik ums Leben, darunter allein 58.000 Juden, die in Vernichtungslager deportiert und dort ermordet wurden. So wurden 83% der jüdischen Bevölkerung Griechenlands ausgelöscht.

Auch ökonomisch wurde das Land nach der griechischen Kapitulation systematisch von Wehrmacht und deutschen Unternehmen ausgeplündert und faktisch zu einem deutschen Protektorat mit regelmäßigen Tributzahlungen gemacht: Sämtliche Divisenreserven und der Staatsschatz des Landes wurden geraubt, ebenso Maschinen, Fahrzeuge, Gebrauchsgüter und Lebensmittel. Schon im Mai und Juni 1941, also unmittelbar nach dem Einmarsch der Deutschen, wurden in einer großangelegten Aktion Raubgüter nach Deutschland geschafft: In vor Ort erbeuteten 111 Eisenbahnwaggons und auf zwei ebenfalls erbeuteten Schiffen transportierte die Speditionsfirma Schenker von Saloniki aus das Raubgut nach Deutschland. Um die jährlichen Tribute i.H. von über 70 Mio. RM sicherzustellen wurde die Deutsch-Griechische Warenausgleichsgesellschaft gegründet, die von den exportierten Gütern des Landes zuerst die Besatzungskosten abzog. Diese Besatzungskosten (von den Deutschen euphemistisch als „Aufbaukosten“ betitelt) betrugen Anfang 1943 pro Kopf und Monat 78 RM und waren damit die höchsten in allen von Deutschland besetzten Gebieten! Desweiteren nahm sich Deutschland das Recht zur unbeschränkten Ausbeutung und Ausfuhr der Bodenschätze und der landwirtschaftlichen Güter heraus.

Die Folgen dieser Ausplünderung waren für die griechische Bevölkerung katastrophal: In den Wintermonaten 1941/42 und 1942/43 starben allein im Athener Großraum über 100.000 Menschen den Hungertod, da die deutschen Besatzungstruppen sämtliche Nahrungsvorräte konfiszierten. Insgesamt verhungerten über 300.000 Menschen in Griechenland, und das bei einer damaligen Gesamtbevölkerung von etwa 7 Mio.

Es ist nicht verwunderlich, dass sich in Griechenland eine starke antifaschistische Widerstandsbewegung bildete. Am 27. September 1941 konstituierte sich die Nationale Befreiungsfront (EAM) als linke, antifaschistische Widerstandsorganisation. Im Dezember 1941 rief sie zum bewaffneten Widerstand gegen die Deutschen auf und gründete die Griechische Volksbefreiungsarmee (ELAS), die in ihren Hochzeiten etwa 120.000 Kämpferinnen und Kämpfer umfasste und in den Städten sowie in den Dörfern Aktionen gegen die Besatzer durchführte. Sie fügte den Besatzungstruppen von 1941 bis 1944 erhebliche Verluste an Menschen und Material zu. Zur ELAS liefen auch Angehörige der in Griechenland eingesetzten italienischen und deutschen Soldaten über, so der Kommunist (und spätere Marburger Professor) Wolfgang Abendroth, der in der aus ehemaligen politischen Häftlingen gebildeten Strafdivision 999 zum griechischen Widerstand desertierte. Oder auch Falk Harnack, der Mitglied des Münchner Widerstandskreises Weiße Rose war und ab Winter 1943 in den Reihen der ELAS mitkämpfte.

Auf den Partisanenkrieg des griechischen Widerstands reagierten die Deutschen umgehend mit systematischen Greueltaten gegen die Zivilbevölkerung. Mindestens 130.000 griechische Zivilisten fielen sogenannten „Vergeltungsaktionen“ der deutschen Besatzungstruppen zum Opfer, hunderte von Dörfern wurden zerstört, tausende wurden als Geiseln erschossen oder starben in Gefängnissen und Konzentrationslagern.

Beispiele für „Vergeltungsaktionen“

Schon 31. Mai 1941, also wenige Wochen nach der griechischen Kapitulation erhielt die 5. Gebirgsjägerdivision, der auch Fallschirmjäger unterstellt worden waren, einen umfassenden Befehl zur Ausführung von Terrormaßnahmen gegen die Zivilbevölkerung auf Kreta. Der Grundsatzbefehl von General Student folgte dem Prinzip, Rache für deutsche Truppenverluste zu nehmen sowie durch Terror möglichen Widerstand im vorhinein abzuschrecken. In dem Befehl heißt es wörtlich:
"Es ist einwandfrei festgestellt, dass sich die Bevölkerung von Kreta (auch Frauen u. Jugendliche) im weitesten Umfange am direkten Kampfe beteiligt hat. […] Jetzt ist die Zeit gekommen, Vergeltung zu üben und Strafgerichte abzuhalten, die auch als Abschreckungsmittel für die Zukunft dienen sollen. […] Als Vergeltungsmaßnahmen kommen in Frage:
1.) Erschießungen
2.) Kontributionen
3.) Niederbrennen von Ortschaften (vorher Sicherstellung aller Barmittel)
4.) Ausrottung der männlichen Bevölkerung ganzer Gebiete".

Diese Maßnahmen sollten "mit größtmöglicher Beschleunigung" durchgeführt werden "unter Beiseitelassung aller Formalien u. unter bewusster Ausschaltung von Gerichten". Auf Grundlage dieses Befehls kam es auf Kreta massenhaft zu Tötungsaktionen und zu großflächigen Zerstörungen. Nach griechischen Schätzungen wurden innerhalb von drei Monaten mindestens 2.000 Zivilisten Kretas ermordet.

Am 16. September 1941 erließ der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW), Generalfeldmarschall Keitel, folgende Richtlinien für die sog. „Partisanenbekämpfung“ in Griechenland und dem Balkan:
"Um die Umtriebe im Keime zu ersticken, sind beim ersten Anlass unverzüglich die schärfsten Mittel anzuwenden, um einem weiteren Umsichgreifen vorzubeugen. Dabei ist zu bedenken, dass ein Menschenleben in den betroffenen Ländern vielfach nichts gilt und eine abschreckende Wirkung nur durch ungewöhnliche Härte erreicht werden kann. Als Sühne für ein deutsches Soldatenleben muss im allgemeinen die Todesstrafe für 50 bis 100 Kommunisten als angemessen gelten. Die Art der Vollstreckung muss die abschreckende Wirkung noch erhöhen." (Dabei ist anzumerken, dass jeder, der in Verdacht stand, die Partisanen zu unterstützen in den Augen der Wehrmacht als Kommunist galt.)

Am 16. Dezember 1942 erließ das OKW einen Befehl, in dem folgendes angeordnet wurde: Der Kampf gegen Partisanen solle "mit den allerbrutalsten Mitteln" geführt werden. Die Truppe sei "berechtigt und verpflichtet, ohne Einschränkung auch gegen Frauen und Kinder jedes Mittel anzuwenden, was zum Erfolg führt. Rücksichten, gleich welcher Art, sind ein Verbrechen gegen das deutsche Volk und den Soldaten an der Front. […] Kein in der Bandenbekämpfung eingesetzter Deutscher darf wegen seines Verhaltens im Kampf gegen die Banden und ihre Mitläufer disziplinarisch oder kriegsgerichtlich zur Rechenschaft gezogen werden."
Der Chef des Wehrmachtsführungsstabes General Alfred Jodl versicherte zudem, die Wehrmacht unterläge keinerlei Beschränkungen. Die Soldaten könnten auch mit Frauen und Kindern "machen, was sie wollen". Jodl hob hervor: "Sie dürfen sie aufhängen, verkehrt aufhängen oder vierteilen."

Ich möchte im folgenden auf zwei dieser deutschen Kriegsverbrechen gesondert eingehen, nämlich Kalavrita und Distomo:

Dezember 1943, ein kalter klarer Wintermorgen. Die 117. deutsche Jägerdivision war mit der Bergbahn auf dem Weg nach Kalavrita. Der Befehl im Marschgepäck der faschistischen Truppen: das Städtchen dem Erdboden gleichmachen und alle männlichen Bewohner umbringen.
Anlass dieser sog. „Vergeltungsaktion“ war, dass es griechischen Widerstandskämpfern gelungen war, 81 deutsche Soldaten in der Bergregion von Kalavrita in ihre Gewalt zu bringen, um sie später gegen griechische Freiheitskämpfer auszutauschen. Doch der Plan scheiterte, denn am 8. Dezember schickten sich die deutschen Besatzer an, ihre gefangenen Kameraden zu befreien. Doch als die deutschen Truppen anrückten, erschossen die Partisanen ihre Geiseln.

Dem ersten Vergeltungsschlag der deutschen Gebirgsjäger fielen im Kloster Mega Spileon auf dem Weg nach Kalavrita 17 Kinder und Mönche im Alter von 14 bis 88 Jahren zum Opfer. Am 13. Dezember 1943 schlugen die Gebirgsjäger ein zweites Mal zu: Fast die gesamte Bevölkerung von Kalavrita, über 1.900 Menschen, von Kindern bis zu Greisen wurden zusammengetrieben und hingerichtet. Fünf Stunden dauerte es, bis alle umgebracht waren. Geschäfte und Wohnungen wurden geplündert, alles Brauchbare mit der Bergbahn weggeschafft. Als die Deutschen abzogen, sangen sie dazu "Lilli Marleen". Am Tag dieses Kriegsverbrechens wurde die Kirchturmuhr angehalten. Sie zeigt bis zum heutigen Tag die Todesstunde an.
Im Truppentagebuch der Mörder heißt es nüchtern: "13. Dezember 1943: Kalavrita als Bandenunterkunft und Sammelpunkt für deutsche Gefangene völlig zerstört. 511 männliche Einwohner erschossen".
Der Name Kalavrita ist in Deutschland kaum ein Begriff - doch in Griechenland gilt er als ein Symbol des Leides, das nicht vergessen werden kann.

Auch Distomo, ein Dorf am Fuße des Parnassos-Gebirges, ist für immer gezeichnet. Am Nachmittag des 10. Juni 1944 stürmte Waffen-SS das Dorf. Der Großteil der Bevölkerung von Distomo, nur wenigen gelang es in die Berge zu flüchten, wurde von der SS öffentlich misshandelt, Frauen und Mädchen vergewaltigt und schließlich 218 Menschen auf unbeschreibliche Art niedergemetzelt. Keine Familie in Distomo blieb verschont. Männer, Frauen, Greise, Kinder - das jüngste Opfer war gerade einmal zwei Monate alt. Bis heute blieb das Verbrechen ungesühnt.

Kalavrita, Distomo, Komeno, Saloniki … die Liste griechischer Ortschaften, in denen Kriegsverbrechen deutscher Truppen stattfanden ist lang, sehr lang.

Entschädigungszahlungen stets verweigert

Die Bluttat der deutschen Truppen in Griechenland ist bis heute nicht gesühnt. Vor bundesdeutschen Gerichten wurde bis heute nicht ein einziger der Täter verurteilt. Die meisten Opfer wurden niemals entschädigt. Die bundesdeutschen Nachkriegsregierungen taten alles, um die Kriegsverbrecher vor strafrechtlicher Verfolgung zu schützen, denn die ehemaligen Wehrmachtsoldaten wurden ab 1956 zum Aufbau der Bundeswehr gebraucht. Im April 1956 übergab eine Delegation des griechischen Büros für Kriegsverbrechen dem Auswärtigen Amt und dem Bundesjustizministerium 167 Akten über 641 Kriegsverbrecher. Das Bundesjustizministerium stellte jedoch umgehend klar, dass es kein Interesse an einer Aufklärung oder Strafverfolgung habe. Gleichzeitig widersetzte sich die Bundesrepublik vehement den griechischen Forderungen nach Entschädigungsleistungen. Bis heute behauptet die Bundesregierung, mit einer einmaligen, sog. „freiwilligen Zahlung“ von 115 Mio. DM im Jahr 1961 sei alles erledigt.



Als die Staatsanwaltschaft Bochum 1972 gegen zwei ehemalige Wehrmachtsangehörige ermittelte, die an dem Massaker in Kalavrita beteiligt waren, kamen die deutschen Richter zu folgendem Urteil:
"In dieser Situation [der deutschen Besatzungzeit in Griechenland] waren Repressalien notwendig und auch zulässiges völkerrechtliches Mittel [...] Dass die ergriffenen Repressalien damals in einem unangemessenen Verhältnis zu den vorausgegangenen Völkerrechtsverletzungen (Gefangennahme und Erschießung von 81 deutschen Soldaten) standen, haben die Ermittlungen nicht ergeben." - Um es noch einmal zu wiederholen: Erschießungen von Zivilisten, Ermordung ganzer Dörfer ist nach Rechtsauffassung bundesdeutscher Richter als Vergeltungsmaßnahme für Truppenverluste ein „notwendiges und zulässiges Mittel des Völkerrechts“?

Die Erinnerung an die Schreckensherrschaft der faschistischen Besatzungstruppen ist auch nach über 60 Jahren in Griechenland lebendig geblieben, hat doch fast jede Familie ein Opfer zu beklagen. Die griechischen Opfer der Massaker und ihre Familien haben bis heute keinerlei Entschädigung vom deutschen Staat erhalten. Sie fordern von der deutschen Regierung die Anerkennung der Verbrechen und eine angemessene Entschädigungsleistung.

„In Europa wird wieder deutsch gesprochen!“

Und 2012? - Heute befindet sich Griechenland, wie viele andere Staaten Europas, in einer schweren Wirtschaftskrise. Über Jahrzehnte konnte v.a. das deutsche Monopolkapital dort sehr gute Geschäfte machen. Gestärkt durch systematischen Reallohnverlust deutscher Arbeitnehmer konnte das deutsche Monopolkapital seine Waren zu regelrechten Dumpingpreisen im deutschen Hinterhof absetzen, so auch in Griechenland.
Gleichzeitig ergoss sich - abgesichert durch den Euro, der das bis dahin übliche zwischennationale Austarieren der Divisenkurse ausgeschaltet hatte - ein ungehemmter Kapitalexport aus Deutschland nach Griechenland, mit welchem deutsche Unternehmen griechische Betriebe, Banken und wichtige Infrastruktur aufkaufen konnten. Durch gezielte, geradezu irrsinnige Rüstungsexportaufträge und entsprechende Knebelkredite wurden zudem noch massiv griechische Steuergelder nach Deutschland umgeleitet.

Die Wirtschaft Griechenlands konnte diesem Ansturm auf Dauer nicht standhalten und begann in Folge der internationalen Finanzkrise zu straucheln und zu kollabieren. Während deutsche und französische Banken ihre Kreditgeschäfte in Griechenland über europäische Bankenrettungsschirme absichern konnten, wurde die griechische Bevölkerung quasi über Nacht ins Elend geworfen. Die Tariflöhne wurden um 22% gesenkt, Arbeiter unter 25 Jahren wird sogar 32% Lohnverlust aufgezwungen, Kürzungen der Renten, der Sozialausgaben, der Gesundheitsleistungen ...

Dieses Spardiktat wurde unter deutsche Aufsicht gestellt, um zum einen die Anwendung des sozialen Würgeisens zu überwachen und zum anderen die pünktliche Erfüllung der vormals eingegangenen Verträge mit deutschen Rüstungsunternehmen und Banken sicherzustellen. Der griechische Staat hat längst seine Souveränität eingebüßt und ist Spielball Deutschlands und Frankreichs geworden. Nicht ganz zu unrecht geht in Griechenland das Wort vom neuerlichen Protektorat um.

Und in Deutschland? Eine nationalchauvinistische Welle ergießt sich durch die Medien: Da wird von „faulen Griechen“ fabuliert, die „über ihre Verhältnisse gelebt“ hätten, da wird die bisherige staatliche Verwaltung und das Sozialsystem in Griechenland pauschal als „Luxushaltung“ abgetan. Schuld an der Wirtschaftsmisere seien Griechenland und die anderen PIIGS-Staaten. In diesem Klima blühen wieder Sozialdarwinismus und Rassismus auf, wird ein Sarrazin zum Apostel neuer Unmenschlichkeit.

CSU-Chef Horst Seehofer erklärte am 6. September 2011 in der Süddeutschen Zeitung:
„Die Deutschen sind sehr großherzig, aber wenn sie das Gefühl bekommen, dass der Hilfsbedürftige nicht tut, was er tun könnte oder versprochen hat, bröckelt die Solidarität gewaltig.“

Solidarität? Die Bundesrepublik, die seit 1949 in keinster Weise bereit ist, für die deutschen Kriegsverbrechen und Greueltaten Entschädigung zu leisten, die weiterhin Bundeswehrdelegationen zu Wehrmachts- und Gebirgsjägerveteranentreffen auf Kreta und andernorts entsendet, die sich weiterhin weigert, die eigene Schuld der Besatzungszeit öffentlich anzuerkennen, die mit ihrer Politik heute Europa in die größte Wirtschaftskrise seit 1929 gestürzt hat, will uns etwas von „Großherzigkeit“ erzählen?

Unsere Solidarität jedenfalls gilt der Bevölkerung Griechenlands, die sich gegen das Spardiktat wehrt und die weiterhin eine Wiedergutmachung für die deutsche Besatzungszeit einfordert!

Heute wird wieder deutsch in Europa gesprochen, und das sieht nicht nur der Kauder von der CDU so. Deutschland hat sich endgültig aus den Ketten des Potsdamer Vertrages und der Nachkriegsordnung gewunden. Ketten, die die Regierungen der Anti-Nazi-Koalition gemeinsam geschmiedet hatten, um zu verhindern, dass Deutschland sich jemals wieder zur Hegemonialmacht in Europa aufschwingen und seine Nachbarn mit Krieg und Terror überziehen kann. Ketten, die aus den bitteren Erfahrungen der Völker Europas mit dem deutschen Faschismus und Militarismus geschmiedet wurden.


Aus dem Manuskript einer Rede, die anläßlich des Tages der Befreiung vom deutschen Faschismus am 8. Mai 2012 in Göttingen auf einer Veranstaltung der VVN-BdA Göttingen gehalten wurde. Es wurden kleinere redaktionelle Kürzungen vorgenommen.

 
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 Kommentar zum Artikel von retmarut :
Mittwoch, 09.05.2012 - 23:08

Kleine Korrektur: Die Rede habe ich auf der Gedenkveranstaltung am 8. Mai 2012 in Göttingen im Namen der VVN-BdA Kreisvereinigung Göttingen gehalten.

Der gesamte Redetext findet sich auf goest.de.