0
WWW.SECARTS.ORG unofficial world wide web avantgarde
Diesen Artikel auf Google+™ posten teilen
Artikel:   versendendruckenkommentieren (18)
Von secarts

Guttenberg hat so gut wie alles verloren, was zu verlieren ist: erst den Doktor. Dann, seit heute, 11:15 Uhr, auch den Ministerposten. Wenigstens dem "von und zu" (und den damit verbundenen Erbmillionen) droht keine Gefahr, zumindest keine akute. Zum Rücktritt von einem Adelstitel kann man schließlich nicht gezwungen werden, das wäre ein Fall für die bürgerliche Revolution gewesen. Die aber fand, wusste schon Tucholsky, in Deutschland aufgrund schlechter Witterung nicht in der Politik statt, sondern nur in der Musik.

Nachdem es noch in den vergangenen Tagen danach aussah, als ob Guttenberg auch den Doktortitel-Skandal einfach aussitzen würde, haben diejenigen Fraktionen aus Kapital und Meinungsbranche, die den Mann weghaben wollten, ihr Ziel erreicht: FAZ, taz, WAZ und Spiegel haben Springer & Co . auf die Plätze verwiesen. Der CSU ist ihr letzter "Hoffnungsträger" abhanden gekommen, und die bürgerliche Regierung dürfte in Bedrängnis geraten. Der "Spiegel" hat gestern noch mit einer Titelstory nachgelegt und als publizistisches Feindbild die "Bild"-Zeitung ausgemacht - sie ist es, die Guttenberg flankiert und geschützt hat, und so titelt der aktuelle "Spiegel": "BILD: Die Brandstifter".

Großbildansicht titel.jpg (32.4 KB)
© by der Spiegel Großbildansicht titel.jpg (32.4 KB)
"Spiegel"-Titel vom 28.02.2011: "BILD - die Brandstifter".
Das ist nicht deshalb interessant, weil im Heft irgendwas stünde, was bisher niemand über "Bild" & Co. wusste - der Artikel ist inhaltlich schwach und mit heißer Nadel gestrickt, über die appellatorische Ebene und einen light-Aufguss der "BildBlog"-Eigendarstellung kommt er nicht hinaus (umso alberner das Argument in der "Spiegel"-Hausmitteilung, der Artikel sei bisher aus Rücksicht auf die BILD-Kollegen, die erst jüngst aus dem Iran freigelassen wurden, "zurückgehalten" worden). Aber es geht nicht darum, den Wiedergänger des Hans Esser zu machen, in dessen Rolle einst Günther Wallraff dem Springer-Konzern zusetzte. Der "Spiegel" hat ja nichts gegen Boulevard, das hat er nie gehabt. Er hat nur etwas gegen gegen diejenigen Teile aus CDU und CSU, die einer anderen Agenda folgen als die Macher des Hamburger "Sturmgeschützes".
Dennoch sind derartige Töne neu, respektive seit den 60er Jahren nicht mehr in derartiger Schärfe zu vernehmen gewesen, als Rudolf Augstein zeitweise die Hoffnung hegte, dem mächtigen Konkurrenten Axel C. Springer unter Zuhilfenahme der rebellierenden Studenten den Garaus machen zu können. Der "Spiegel" greift "BILD", also den Springer-Konzern und die dahinter stehenden politischen und wirtschaftlichen Kreise direkt an und wirft ihnen im Wesentlichen vor, leichtfertig mit dem parlamentarischen Betrieb umzugehen und einzelne Politiker parteiisch hochzuschreiben: "Die Zeitung teilt sich die Rolle eines deutschen Leitmediums zu, tatsächlich übernimmt sie immer wieder die Rolle einer rechtspopulistischen Partei, die im deutschen Politikbetrieb fehlt". Ob daraus jetzt zu schlussfolgern ist, dass eine solche Partei schleunigst gegründet werden sollte, damit "Bild" zum offiziellen Zentralorgan geadelt werden kann, bleibt der Phantasie des Lesers überlassen. An Einem lässt der "Spiegel" keinen Zweifel: Guttenberg darf es nicht sein, der einer solchen Bewegung das Gesicht gibt.

Nicht, dass der "Spiegel" prinzipiell demokratischer wäre - die nun ebenfalls der "Bild" in die Schuhe geschobene Sarrazin-Kampagne wurde schließlich vom "Spiegel" fröhlich mit inszeniert, unter anderem durch Vorabdrucke von Sarrazins Buch (ganz genauso wie in der "Bild"). Auch bei der Hatz auf die "Pleite-Griechen" bliesen "Spiegel" und "Bild" ins gleiche Horn, differenziert nur in der Diktion, also aufbereitet für den Hartz-IV-Empfänger im einen, für den arrivierten Bildungsbürger im anderen Blatt. Im Fall Guttenberg stehen die beiden Medien allerdings auf ganz verschiedenen Seiten der Front. Guttenberg ist ein Pro-Atlantiker, der das Bündnis mit den USA längerfristig für unverzichtbar hält, und der Springer-Konzern mit "Bild" als Feldhaubitze verfolgt die gleiche Richtung. Der "Spiegel" hingegen neigt zur deutschnationalen Attitüde, ist ebenso antiamerikanisch wie antichinesisch oder antirussisch, und war dies eigentlich schon immer - nur, dass der damalige "Spiegel"-Herausgeber Augstein in der alten BRD zum Opfer einer fortgesetzten tragikomischen Verwechslung wurde. Der eigentlich bis ins Mark preußisch-national denkende Hannoveraner konnte tun, was er wollte: in einer Zeit, als die westdeutschen Eliten die Teilung des Landes inklusive Oberkommando der USA in Kauf nahmen, geriet er mit seinem Programm des "ganzen Deutschland" immer wieder in den Ruch, mit demokratischen, gar linksliberalen Umtrieben zu liebäugeln.

Mit solchen falschen Zuordnungen hat der "Spiegel" in den vergangenen Jahrzehnten effektiv aufgeräumt. Und so sollte es nicht Wunder nehmen, dass es auch diesmal, im Falle des umstrittenen Freiherren und seiner Franctireurs von der Yellow Press, nicht um die hehre Demokratie geht, sondern um handfeste politische und strategische Weichenstellungen. Eine hochpolitische Frage wie die des Verbleibs Guttenbergs, eines exponierten Vertreters eines bis tief ins Bürgertum umstrittenen Kurses, in Amt und Würden wird vor der lächerlichen Kulisse akademischer Ehrenhändel ausgefochten, während niemand an dem Mann und seiner Politik das kritisiert, was zu kritisieren wäre: die Militarisierung des Inneren, die Auslandseinsätze der Bundeswehr, die Aufstellung von Söldnerheeren und Verdingung von Landsknechtstypen, die uns ins Haus stehen, von Guttenberg und "Bild" vorbereitet, ausgeführt und bejubelt. Solche Themen drohen gar nicht in die Debatte zu kommen, solange sich alle noch trefflich um das Für und Wider bürgerlicher Gepflogenheiten streiten können. Auch der "Spiegel" bleibt hier hängen, selbst wenn die Darstellung der Rolle Merkels durch das Blatt noch halbwegs plausibel erscheint: Sie zaudere und zögere im Umgang mit Guttenberg, weil sie sich in einem Widerspruch zwischen eigentlich ähnlichen politischen Interessen, aber deutlichen Unterschieden in der Wahl der Mittel und Methoden befände. Nach dieser Versachlichung der "Spiegel"-Sprache könnte man noch hintanfügen, dass beide zwar Sprachrohre derselben - gerne "transatlantisch" genannten - Fraktion sind, aber tendenziell in der Frage, ob die parlamentarische Demokratie ihre Zwecke noch erfüllen kann, oder ob sie bereits jetzt sukzessive in eine Art massenmedial legitimierte Tribunatsherrschaft umzuwandeln ist, uneinig sind. Wie zugespitzt diese Auseinandersetzung (quer durch die Parteien, quer durch die Medien) in der Bourgeoisie verläuft, müht sich "Spiegel Online", das Boulevardportal des Printmediums, tagtäglich zu belegen. So wird beispielsweise Norbert Lammert, als Bundestagspräsident der formal zweit-ranghöchste Deutsche, als vehementer Kritiker Guttenbergs eingeordnet: "Lammert war zu Gast in der SPD-Arbeitsgruppe 'Demokratie', als er von sich aus, so erzählen es Teilnehmer, auf die Causa Guttenberg zu sprechen kam. Diese sei ein 'Sargnagel' für das Vertrauen in die Demokratie, soll er geschimpft haben. Auch die umständliche Strategie der Opposition in der Fragestunde habe ihn irritiert. Er hätte den Minister schlicht und einfach gefragt, wie viele Fehler er denn nach Lektüre seiner Doktorarbeit letztlich gefunden habe, wird Lammert wiedergegeben. Manch ein Genosse nahm den Satz förmlich als Ratschlag auf, wie der Minister zu packen sein könnte", hat "Spiegel Online" auf den Berliner Regierungsfluren investigativ ermittelt. Fazit: "Tipps zur Überführung des eigenen Mannes - deutlicher kann man sich kaum distanzieren." Auch das wird stimmen. Der parlamentarische Betrieb, dem Lammert vorsteht, ist nicht bereit, eine Bedeutungserosion einfach so hinzunehmen, die mit aufgebauten Figuren wie Guttenberg droht. "Bild" macht Politik und verkauft nicht nur "Volks.PCs", "Volks.Bibeln" und "Volks.DSL", sondern auch Volks.Tribunen.

Nun also ist Guttenberg doch noch gegangen. Dieser Schritt dürfte, allen medialen Verlautbarungen zum Trotz, nicht die einsame Entscheidung des Freiherrn gewesen sein, sondern zumindest ein Machtwort der Kanzlerin erfordert haben. Sie war die Getriebene des Guttenberg-Dramas, und sowohl Verbleiben, als auch Sturz des umstrittenen Ministers werden ihr schaden. Und Guttenberg selbst? Was die "Nehmerqualitäten" angeht, ist er doch kein neuer "FJS". Aber andererseits: auch Franz Josef Strauß hat sich von Dutzenden Affären, Skandalen und einem Rücktritt aus dem gleichen Amt nicht davon abhalten lassen, einige Jahrzehnte später als Kanzlerkandidat zu reinkarnieren. Gut möglich also, dass wir Guttenberg wiedersehen werden. Die "Welt", Verlierer des Tages, macht sich auch gleich mal Mut: "Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ist nicht der erste prominente Politiker, der sein Amt aufgibt. Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß (CSU) musste 1962 wegen der "Spiegel-Affäre" zurücktreten. [...] Geschadet hat das seiner politischen Karriere kaum: Er wurde später Finanzminister, bayerischer Ministerpräsident und Kanzlerkandidat" - Karriereschritte, die auch Guttenberg noch offen stehen, wenn erst einmal etwas Gras über die Sache gewachsen ist, will uns die "Welt" wohl damit sagen.

Guttenberg geht in den Reservekader, ein neuer Mann wird kommen, und die Widersprüche, die in der Causa Guttenberg innerhalb der herrschenden Klasse eskalierten, sind dennoch nicht gelöst. Es geht ja nicht um Gesichter, sondern um strategische Entscheidungen, um Deutschlands Kurs in eine unklare Zukunft. Was auf der Oberfläche als Kampf um Ministerämter, um bürgerliche Manieren und die Ehre der Wissenschaft ausgefochten wird, hat handfeste politische Hintergründe. Und in "Bild" und "Spiegel" treffen sich dieser Tage zwei Antipoden: Beide gehören zu den schärferen Fürsprechern einer radikaleren Strategie des Kapitals - nur eben in die jeweils ziemlich entgegengesetzte geopolitische Richtung. Deswegen haben beide Blätter keine Probleme mit Typen wie Sarrazin, die sich auf eine Vergiftung der öffentlichen Meinung mit rassistischen, sozialdarwinistischen und obrigkeitsstaatlichen Ressentiments "beschränken" - eine solche Formierung der Gesellschaft ist schließlich für jeden radikalen Kurswechsel unabdingbar. Und deswegen ist bei Typen wie Guttenberg keine Einmütigkeit möglich - was er will, will der "Spiegel" nicht, der die strategische US-Anbindung schon lange für entbehrlich hält. So sehr also die "Bild" anzugreifen ist, im Interesse des Schutzes des bürgerlichen parlamentarischen Systems vor seinen ebenso bürgerlichen Demonteuren - der "Spiegel" ist es nicht minder. Der Bild am Montag aus Hamburg geht es nicht um die Verteidigung der Demokratie, sondern um das "Raus aus Afghanistan", um Deutschland nicht länger für die USA und deren Interessen Schlachten schlagen zu lassen. Auch "in eigener Sache" mangelt es kaum an Ideen, und der "Spiegel" ist nie verlegen darum, in mögliche "Schurkenstaaten" publizistisch vorwegnehmend "humanitär" zu "intervenieren" - im selben Blatt vom 28.02.2011 werden schon mal die "Diktatoren" aufgezählt, deren "Regimes" vor dem Sturz stehen, und von Weißrussland und Kuba und der VR China ist da alles dabei, wovon deutsche Volkswirte nächtens träumen. Der nächste Guttenberg, den sie uns dann dafür vorsetzen werden, mag vielleicht einen gültigen Doktortitel haben. Erträglicher wird er dadurch nicht.


Dieser Artikel wurde vom Autor am 1.3.2011 um 12 Uhr aktualisiert.

 
Creative Commons CC BY-NC-ND 4.0
Inhalt (Text, keine Bilder und Medien) als Creative Commons lizensiert (Namensnennung [Link] - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen), Verbreitung erwünscht. Weitere Infos.
 


• gehe zu Seite: 12
 Kommentar zum Artikel von SeppAigner :
Dienstag, 01.03.2011 - 08:23

Danke


 Anmerkung vom Autor dieses Artikels secarts :
Dienstag, 01.03.2011 - 11:57

Jetzt hat zu Guttenberg nach dem Doktor auch noch den Minister verloren: er ist heute Vormittag doch noch zurückgetreten. "Spiegel Online" weiß: "Aus Guttenbergs Umfeld erfährt SPIEGEL ONLINE, dass der Christsoziale den Druck nicht mehr ausgehalten hat. Er habe sich bereits am Montag entschlossen abzutreten."
Mensch, Montag, da erscheint doch immer auch der neue "Spiegel"...

Nochmal geschafft. FAZ, taz, WAZ und Spiegel sind gemeinsam doch noch stark genug, und die dahinter gruppierten Kapitalfraktionen auch. Springer, die CSU und die an Guttenberg interessierten Kreise haben hingegen einen Dämpfer gekriegt.

Aufgrund dieser Entwicklung habe ich den Artikel eben punktuell aktualisiert. Wir können gespannt bleiben, was da noch alles kommt - zunächst wohl mal ein neuer Kriegsminister. Eins ist leider jetzt schon klar: the next one won't be better.


 Kommentar zum Artikel von SeppAigner :
Dienstag, 01.03.2011 - 13:16

Es ist im Fall der FAZ eben gerade nichts so, dass die ihn halten wollte. Sie hat eine Breitseite nach der anderen auf ihn abgefeuert, gestern z. B: noch einmal drei Artikel. Das scheint mir interessant zu sein für die Fraktionierung innerhalb der Monopolbourgeoisie - wobei es, glaub ich, ziemlich genau um das geht, was Du schreibst.


 Kommentar zum Artikel von Erika :
Dienstag, 01.03.2011 - 17:30

Wieso Dämpfer für die CSU? Die CSU ist seit längerem in einer Krise, von der Guttenberg nur ein Teil ist. Es ist auf jeden Fall ein Dämpfer für die Bundesregierung (auch für Merkel, auch wenn die nicht erst jetzt, sondern schon vor ein paar Wochen einen Konkurrenten um das Kanzleramt verloren hat). Hier ein interessanter Widerspruch:
"Und im Falle des Verteidigungsministers spricht einiges dafür, dass der Doktorand den auch nach Ansicht von Juraprofessoren als unlesbares Monster gestalteten EU-Verfassungsvertrag weniger mittels der Originaltexte zu verstehen versuchte, als dass er stattdessen das von Presse und PR bestimmte salbungsvolle Echo darauf, wo höchstens einmal ein mangelnder Gottesbezug kritisiert wurde, weitgehend unkritisch übernahm. Das möglicherweise nicht zuletzt aus solch einer Übernahme von Werbetexten resultierende wohlwollende Urteil über den EU-Verfassungsvertrag war Guttenbergs politischer Karriere durchaus förderlicher war als sie beispielsweise die deutlich anders geartete Einschätzung seinem Abgeordnetenkollegen Dr. Peter Gauweiler war. Allerdings herrscht über dieses inhaltliche Ergebnis von Guttenbergs Doktorarbeit in deutschen Medien immer noch auffälliges Schweigen. "
Der gesamte Artikel ist zu lesen unter Die Kulturtechnik und das "Leistungsschutzrecht".
Es gibt also noch einen ganz anderen "Hoffnungsträger", auch wenn die CSU-Führung selber von dem nichts weiß oder wissen will - Peter Gauweiler. Gnade uns Gott, wenn wir das außer acht lassen. (Mehr dazu, auch bezüglich Gauweiler und Europa-Verfassung, habe ich auf der II.Konferenz "Der Hauptfeind steht im eigenen Land gesagt", zum Thema "Sammlungsbewegung". Könnt ihr ja in der Dokumentation nachschauen.)


 Anmerkung vom Autor dieses Artikels secarts :
Dienstag, 01.03.2011 - 17:48

@Erika:

"Wieso Dämpfer für die CSU? Die CSU ist seit längerem in einer Krise, von der Guttenberg nur ein Teil ist. Es ist auf jeden Fall ein Dämpfer für die Bundesregierung (auch für Merkel, auch wenn die nicht erst jetzt, sondern schon vor ein paar Wochen einen Konkurrenten um das Kanzleramt verloren hat). [...] Es gibt also noch einen ganz anderen "Hoffnungsträger", auch wenn die CSU-Führung selber von dem nichts weiß oder wissen will - Peter Gauweiler."

Stimme dem zu. Ändert aber erst mal und in diesem Kontext nichts daran, dass der erzwungene Abgang Guttenbergs für die CSU, als politische Partei und Strömungsbecken, Indiz eines Einflussverlustes ist.

Gauweiler gehört zum anderen geopolitischen Lager. Er will ein deutsch geführtes Kerneuropa und Abwendung von den USA. Damit steht er dem, was der "Spiegel" für richtig hält, bedeutend näher als dem, was Guttenberg, Springer-Konzern und Bertelsmann-Stiftung für die Zukunft noch in Petto haben. Keine große Differenz dürften Guttenberg und Gauweiler allerdings in der Wahl der Methoden haben, was die Erosion der parlamentarischen Demokratie anbelangt. Und dafür ist die CSU allemal gut, auch wenn die geopolitischen Widersprüche mitten durch diese "Partei", die viel mehr noch als die Honoratiorenparteien CDU und FDP den Charakter eines Sammelbeckens bürgerlichen Bodensatzes bildet, gehen. (Das ist übrigens auch einer der Gründe dafür, warum sich BILD & Co. über Gauweiler ausschweigen und ihn, zumindest bisher, nicht zum Hoffnungsträger hochpushen - seine Geostrategie passt den Springer-Mannen nicht in den Kram. Guttenbergs Gang in die Reserve kann aber auch hier einiges durcheinanderwirbeln, wir sollten also gespannt bleiben!)


 Kommentar zum Artikel von Erika :
Dienstag, 01.03.2011 - 18:41

Guttenberg ist im Gegensatz zu Gauweiler nach meiner Einschätzung nicht querfronttauglich. Dafür ist er zu sehr Junker. Eine Neuauflage der faschistischen "Volksgemeinschaft" wird nur durch Querfronttaktik herzustellen sein. Und deshalb sollte man Guttenberg nicht über- und Gauweiler nicht unterschätzen (oder andere Querfronttypen, die wahrscheinlich noch nachkommen - Gauweiler wird schließlich nicht jünger. Man müsste mal schauen, welche jüngeren Reaktionäre er so um sich hat).
Ansonsten stimme ich dir zu, Secarts, und finde bis auf die Kritik in meinem vorigen Beitrag auch deinen Artikel gut und sehr notwendig.



 Kommentar zum Artikel von RevLeft :
Mittwoch, 02.03.2011 - 22:22

Jetzt ist schon öfters das Stichwort Bertelsmann aufgetaucht. Was hat denn die Stiftung (oder der Konzern) mit der Guttenberg-Nummer zu tun?


 Kommentar zum Artikel von Erika :
Mittwoch, 02.03.2011 - 22:30

Wo ist das aufgetaucht?


 Kommentar zum Artikel von RevLeft :
Mittwoch, 02.03.2011 - 22:32

War in einem der Threads zu Guttenberg. Sind ja mittlerweile durch die Artikel schon drei, war wohl in einem anderen, sry. Frage gilt aber trotzdem


 Kommentar zum Artikel von retmarut :
Mittwoch, 02.03.2011 - 23:09

Ich habe das bei Bertelsmann nicht explizit verfolgt, aber ich glaube, seitens des SPIEGEL wurde immer die Konnektion BILD-Burda-Bertelsmann gebracht. (Bertelsmann gehört die RTL-Group, also in Deutschland u.a. RTL, Super RTL und VOX.)

Guttenberg hat übrigens im Oktober 2009 die Trauerrede für den alten Mohn gehalten, was ja auch schon eine gewisse Nähe zum Bertelsmann-Clan zeigt.





• gehe zu Seite: 12