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Es ist keine zwei Monate her, dass 100 000 Beschäftigte dem Protestaufruf des DGB folgten und neben anderen wichtigen Forderungen gegen die Rente mit 67 laut und deutlich protestierten. Auch für die Beschäftigten der Stadtverwaltung (Dortmund) ist dies ein wichtiges Thema, ist doch das Durchschnittsalter bei 44,6 Jahren angekommen. Tendenz steigend.

Kaum ein Bereich der Stadtverwaltung, in dem nicht über unerträgliche Arbeitsbelastung und Ausdehnung der Arbeitszeit gestöhnt wird, während Stellen nicht wiederbesetzt werden und Auszubildende eben nicht dem gesellschaftlichen Bedarf entsprechend ausgebildet werden. Und das Rentenalter soll nicht gesenkt, sondern weiter erhöht werden. Einer der Bausteine der Herrschenden zur Schaffung von Altersarmut im großen Stil. Ca. 2 000 beamtete Kolleginnen arbeiten pro Woche 41 Stunden. Seinerzeit bei der Einführung gegen gewerkschaftlichen Widerstand durchgesetzt und zunächst als "vorübergehend" mit süßen Versprechungen garniert, zeigt diese unsoziale Maßnahme die zu erwartende Beharrlichkeit. Sie hat notwendige Einstellungen verhindert, war Vorreiter bei den anderen Verlängerungen der Arbeitszeit und ließ sich als Druckmittel gegen die Tarifbeschäftigten, die Arbeiterlnnen und Angestelltlnnen gut nutzen.

So wurde während der Tarifrunde 2008 dann auch die wöchentliche Arbeitszeit der Arbeiterlnnen und Angestellten von 38,5 Stunden pro Woche auf 39 Stunden wöchentlich hochgesetzt. Erzwungen wurde dies durch die Drohung der Arbeitgeberverbände einheitliche Tarifverträge platzen zu lassen und durch den Druck der hohen Arbeitslosigkeit. Es war die unheilige Allianz von Kapital und Kabinett mit massivster Unterstützung der ihnen freundschaftlich verbundenen Medien, die dies durchsetzten.

Und seitdem? Von der Rückführung der unsozialen Arbeitszeitpolitik ist keine Rede mehr. Im Gegenteil: Die Rente mit 67 Jahren ist noch nicht realisiert, da fordern "Experten" weitere Schritte bei der Verlängerung der Lebensarbeitszeit Richtung Altersarmut und personelle Ausdünnung der Betriebe und Verwaltungen. Vertreter der Arbeitgeberverbände forderten bereits eine weitere Verlängerung der Wochenarbeitszeit. Eine 45-StundenWoche sei auch rechtlich möglich, so die "Experten" des großen Geldes.

Es hat sich gezeigt: Entgegenkommen und Verzicht haben nichts gebracht außer die Gier der Herrschenden weiter anzuheizen. Wir benötigen eine radikale Verkürzung der Arbeitszeit. Sowohl der Lebens- als auch der Wochenarbeitszeit. Wir fordern die 35-Stunden-Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich! Weg mit der Rente mit 67! Mit 60, Jahren muss Schluss sein mit der Schufterei und das bei einer Rentenhöhe, die Mensch für ein gutes Leben braucht.

Weg mit der 41-Stunden-Woche für unsere beamteten KollegInnen! Dies könnte - den politischen Willen vorausgesetzt - eine erste Maßnahme der neuen Landesregierung in Düsseldorf (SPD/Die Grünen) sein. Ein Rückgängigmachen der - Wochenarbeitszeit wäre eine notwendige Gleichstellung zu den Tarifbeschäftigten, wäre ein Gebot von Vernunft und Gerechtigkeit.

Allerdings ist es sehr selten, dass sich in Parlamenten die Vernunft ohne Nachhilfe von Außen durch setzt. Vertrauen wir auch bei diesem Thema nicht auf die Regierung, vertrauen wir auf unsere eigene Kraft!

Aus "Heisse Eisen", Information der DKP Dortmund